Sunderlands Sieglos-Serie ist keine Stürmer-Krise – es ist ein struktureller Kollaps im Mittelfeld

Sechs Spiele ohne Sieg und Tabellenletzter: Bei Sunderland wird eine bekannte Diagnose gestellt – die Stürmer treffen nicht. Doch diese Diagnose ist zu einfach. Das eigentliche Problem der Black Cats ist ein Mittelfeld, das keine Kontrolle bietet, keinem Pressing standhält und der Angriffsreihe keine Plattform gibt.

Die Geschichte zeigt: Mittelfelder verlieren Spiele, nicht Stürmer

In der Saison 2002/03 stieg Sunderland mit 19 Punkten ab – damals Premier-League-Rekordtief. Diese Mannschaft hatte Kevin Phillips und Tore André Flo; das Problem war ein Mittelfeld, das den Ball nicht halten konnte. Dasselbe Muster zeigt sich jetzt erneut.

In der vergangenen Saison wurde das Mittelfeld von Southampton Woche für Woche überrannt; sie kassierten 73 Gegentore und stiegen ab. Diese Sunderland-Mannschaft lässt Chancen in ähnlichem Tempo zu: 14,3 Schüsse pro Spiel, der drittschlechteste Wert der Liga. Das Mittelfeld ist die Ursache.

Das Argument: ein Mittelfeld, das den Ball weder erobert noch hält

Das Trio Dan Neil, Pierre Ekwah und Jobe Bellingham ist talentiert, aber grundlegend unausgewogen. Neil ist ein sauberer Passgeber, aber ihm fehlt Athletik; Ekwah ist athletisch, aber positionsmäßig naiv; Bellingham ist ein Läufer, kein Regisseur. Das Ergebnis: ein Mittelfeld, das den Ball weder hoch gewinnt noch unter Druck hält.

  • Pressresistenz: Sunderland bringt nur 78,4 % seiner Pässe unter Druck an – der drittniedrigste Wert der Liga. Gegen Leeds verloren sie 14 Bälle in der eigenen Hälfte, woraus sechs Schüsse entstanden.
  • Zweite Bälle: Sie gewinnen nur 42 % der zweiten Bälle, der schlechteste Wert der Liga. Das erlaubt den Gegnern, Druck aufrechtzuerhalten und sie hinten einzuschnüren.
  • Progressives Passspiel: Nur 18 % ihrer Pässe sind progressiv, verglichen mit einem Ligadurchschnitt von 25 %. Sie spielen quer oder zurück und laden Druck ein.

Das Gegenargument: Verletzungen und Pech

Manche werden auf Verletzungen wichtiger Mittelfeldspieler und Pech vor dem Tor verweisen. Doch die zugrunde liegenden Zahlen sind verheerend: Sunderland hat in der unteren Tabellenhälfte die niedrigsten erwarteten Gegentore aus dem Spiel heraus. Das ist kein Pech, sondern ein strukturelles Problem.

Fazit: Sunderland steigt ab, wenn das Mittelfeld im Januar nicht umgebaut wird

Prognose: Sunderland geht in der unteren Drei ins Wintertransferfenster und verpflichtet mindestens einen zentralen Mittelfeldspieler mit nachgewiesener Pressresistenz. Wenn nicht, beenden sie die Saison unter 30 Punkten und steigen ab. Die Stürmer sind nicht das Problem – der Motorraum ist es.

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