Liverpool trifft in sieben Ligaspielen nur neunmal – trotz 15 Toren in vier Pokalspielen

Nur neun Tore in sieben Premier-League-Spielen, doch 15 in drei Champions-League-Partien und einem Carabao-Cup-Duell mit Tottenham. Trainer Andoni Iraola sieht den Unterschied im Gegner, nicht im Wettbewerb – am Sonntag kommt Brighton mit bereits 23 Ligatoren an die Anfield Road.

  • Wettbewerb: Premier League
  • Spiel: Liverpool gegen Brighton an der Anfield Road am Sonntag
  • Liverpools Ligabilanz: neun Tore in sieben Spielen (1,29 pro Partie)
  • Liverpools Pokalbilanz: 15 Tore in vier Spielen (3,75 pro Partie)
  • Brighton: schon 23 Premier-League-Tore in dieser Saison
  • Es steht auf dem Spiel: Liverpools erster Heimsieg unter Iraola und ein Ausrufezeichen vor dem Duell mit Titelverteidiger Arsenal

Das sagen die Beteiligten

„Ich weiß den Grund ehrlich gesagt nicht. Das LASK-Spiel ist natürlich anders, aber gegen Villarreal und Atlético Madrid waren wir offensiv, finde ich, richtig stark.“

— Andoni Iraola über Liverpools Tor-Kontrast

„In der Premier League treffen wir nicht auf diesem Niveau, und wahrscheinlich verteidigen wir auch besser. Das sind andere Spiele und andere Gegner. Ich glaube, es liegt mehr daran, gegen wen du gespielt hast, als am Wettbewerb.“

— Andoni Iraola nach dem 4:0 gegen Villarreal

„Ich konfrontiere lieber tiefe Blocks, weil wir dann das Spiel kontrollieren – wir kassieren wahrscheinlich weniger Chancen und verbringen viel Zeit in der gegnerischen Hälfte. Manche Teams bieten dir das sofort an. Andere tun das nicht, weil sie das Spiel kontrollieren und in deiner Hälfte spielen wollen.“

— Andoni Iraola auf seiner ersten Pressekonferenz als Liverpool-Trainer im Juli

„Ich freue mich darauf, möglichst viel Zeit in der gegnerischen Hälfte zu verbringen – mit und ohne Ball –, weil ich das Gefühl habe, dass wir aus dieser Position eher zum Tor kommen.“

— Andoni Iraola über seine Offensivprinzipien

Iraolas Antworten deuten klar auf den Spielstil der Gegner. Seine Mannschaft kontrolliert das Feld gegen tief stehende Defensiven, setzt diese Kontrolle in der Premier League aber deutlich seltener in Tore um als in Europa, wo die Spiele sich öffnen.

Seine Juli-Aussagen werden nun auf die Probe gestellt. Iraola begrüßte tiefe Blocks als Weg zur territorialen Dominanz; die Realität: Liverpool traf in 28 Prozent seiner Ligaspiele auf einen tiefen Block – häufiger als jedes andere Team der Liga – und fand den letzten Tick nicht.

Die Zahlen

  • Premier League: neun Tore in sieben Spielen – 1,29 pro Partie
  • Champions League und Carabao Cup: 15 Tore in vier Spielen – 3,75 pro Partie
  • Verschiedene Torschützen: schon zehn in dieser Saison
  • Zu null gespielt: dreimal in der Liga; acht Gegentore in sieben Ligaspielen
  • Pokal-Abwehr: acht Gegentore in vier Champions-League- und Carabao-Cup-Spielen
  • In Rückstand geraten: in vier von sieben Ligaspielen
  • Gegen tiefen Block: 28 Prozent der Ligaspiele – Liga-Bestwert
  • Gegen hohen Block: 15 Prozent – Liga-Minimum
  • Expected Goals: Die xG-Tabelle legt 10,9 Ligatore für Liverpool nahe
  • Kontext: Arsenal erzielte in dieser Saison elf Premier-League-Tore und holte den Titel 2025/26 mit einem Schnitt von 1,87 Toren pro Spiel

Warum Liverpools Feldkontrolle nicht in Ligatore mündet

Iraolas Vorliebe für tiefe Defensiven ist theoretisch rational: mehr Ballbesitz, weniger zugelassene Chancen, mehr Zeit in der gegnerischen Hälfte. Das Problem: Tiefe Blocks zwingen Liverpools Offensivpersonal – Alexander Isak, Florian Wirtz, Bradley Barcola, Cody Gakpo, Victor Munoz und Rio Ngumoha –, im komprimierten Raum zu kreieren statt auf freiem Feld, wo Iraolas Bournemouth-Elf noch aufblühte.

Ein Analyst eines aktuellen Champions-League-Klubs sagte gegenüber BBC Sport, der europäische Fußball biete „mehr Momente technischer Brillanz“ – Liverpools Neuzugänge müssen sich auf diesem Niveau also nicht erst umstellen. Die Premier League ist anders, und Iraolas Stil lebt von Räumen fürs Angriffsspiel.

Das tieferliegende Problem ist der Spielstand. Liverpool geriet in vier von sieben Ligaspielen in Rückstand, was die Gegner noch tiefer stehen lässt. Die Verpflichtungen von Isak, Wirtz, Barcola, Gakpo, Munoz und Ngumoha sollten genau solche Abwehrreihen knacken. Die 10,9 xG bei neun echten Toren zeigen: Die Chancen sind da, der Abschluss und der letzte Pass auf engem Raum nicht.

Diskussionspunkte

  • Sind neun Tore aus sieben Spielen ein Abschluss- oder ein Strukturproblem? Die 10,9 xG legen nahe, dass Liverpool genug kreiert und schlecht verwertet.
  • Iraola wollte tiefe Blocks – und bekommt sie. Ein Anteil von 28 Prozent in der Liga ist der höchste der Division. Passt sein Vorwärts-Plan dazu?
  • Der Rückstand in vier von sieben Spielen ist die versteckte Geschichte. Er liefert den Gegnern genau die tiefe Ordnung, an der Liverpool sich die Zähne ausbeißt.
  • Brighton mit 23 Ligatoren will an der Anfield Road den Ball kontrollieren. Das könnte Liverpool weit besser liegen als der nächste tiefe Block.

Wie es weitergeht

Am Sonntag kommt Brighton an die Anfield Road, wo Liverpool auf den ersten Heimsieg in der Premier League unter Iraola wartet – und die Gäste werden sich nicht scheuen, das Spiel kontrollieren zu wollen. Danach folgt Titelverteidiger Arsenal. Zwei gute Ergebnisse würden die Debatte beruhigen; eine Nullnummer gegen Brighton würde jede Frage an Iraolas Offensivplan verschärfen.

Häufige Fragen

Wie viele Tore hat Liverpool in dieser Saison in der Premier League geschossen?

Liverpool hat in seinen bisher sieben Premier-League-Spielen neun Tore erzielt, im Schnitt 1,29 pro Partie.

Warum trifft Liverpool in der Champions League häufiger als in der Premier League?

Andoni Iraola sieht den Unterschied im Gegner statt im Wettbewerb und verweist darauf, dass Liverpool in 28 Prozent seiner Ligaspiele auf einen tiefen Block trifft – häufiger als jedes andere Premier-League-Team.

Gegen wen spielt Liverpool als Nächstes in der Premier League?

Liverpool empfängt am Sonntag Brighton an der Anfield Road, danach folgt Titelverteidiger Arsenal.

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