Die übersehene Revolution am City Ground

Nottingham Forest ist die am meisten missverstandene Mannschaft der Premier League. Während Analysten über offensive Teams schwärmen, hat Nuno Espírito Santo ein Pressingsystem entwickelt, das so diszipliniert ist, dass es an Unsichtbarkeit grenzt.

Die Geschichte des Pressings als Gleichmacher

Pressen ohne Ball ist so alt wie der Fußball selbst, aber seine moderne, organisierte Form wurde von Arrigo Sacchis Mailand perfektioniert. Er tauschte Raum gegen Zeit und komprimierte das Spielfeld zu einer 40-Meter-Todeszone. Forest kanalisiert in seiner bescheidenen Art diesen Geist. Ihre durchschnittlich 9,2 Pressing-Sequenzen pro Spiel mögen nicht einschüchtern, aber ihre Effektivität – mit einer Balleroberungsrate von 34 % – ist erstklassig.

Die Zahlen gewinnen an Kontext, wenn man sie mit den Großen vergleicht. Liverpool unter Jürgen Klopp erreichte einen Spitzenwert von 10,1 Pressing-Aktionen pro Spiel, aber sie hatten Fabinho und Van Dijk. Forests Kader ist ein Flickenteppich aus Leihgaben und Schnäppchen, und doch erzeugen sie ähnliche Störungen mit weniger Talent.

Der Fall: Geduldiges Pressing als Kontrolle

Forest presst nicht, um den Ball hoch zu erobern; sie pressen, um den Gegner zu vorhersehbaren Pässen mit geringem Wert zu zwingen. Das ist keine Feigheit – das ist Intelligenz. Betrachten wir ihren Ansatz am City Ground:

  • Stürmer werden zurückgehalten, bis der Ball ins letzte Drittel gelangt, wodurch Passwege komprimiert werden.
  • Mittelfeldspieler verschieben als Einheit, verhindern zentrales Vorankommen und leiten das Spiel in weite Sackgassen.
  • Außenverteidiger halten ihre Position und schaffen Abseitsfallen, die Arsenal und City überrascht haben.

Diese Methode hat zu einer Reduzierung der Gegenschüsse aus zentralen Bereichen um 42 % geführt. Teams werden gezwungen, aus der Distanz zu schießen, was erklärt, warum ihr xG gegen sie (1,62 pro Spiel) besser ist als ihr Tabellenplatz vermuten lässt.

Gegenargument und Erwiderung

Kritiker werden sagen: "Forest steht zu tief, sie haben Glück zu überleben." Das ist eine faule Analyse. Sie geben mehr Ballbesitz ab (im Durchschnitt 58 %), weil sie es so wollen – es ist eine Falle. Ihr 4-2-3-1 fällt in einen Mittellblock und lockt Gegner in eine breite Spielweise, die ihre beiden defensiven Mittelfeldspieler geduldig aufräumen.

Wenn Gegner das Spiel verlagern, rücken Forests Flügelstürmer zurück und bilden eine Fünferkette. Das war kein verzweifeltes Stückwerk, sondern akribisch. Die erwarteten Punkte (xPTS) basierend auf Leistungsmetriken platzieren sie auf Rang 14 – konsistent mit einer Mannschaft, die leicht über ihren Verhältnissen spielt, aber nicht auf Glück angewiesen ist.

Fazit und Prognose

Forest wird diese Saison auf Platz 16 landen, aber noch wichtiger: Sie werden mit einer Identität dastehen. Ihr geduldiges Pressing ist kein Trick, sondern ein Bauplan für Vereine mit begrenzten Mitteln. Bis zum Ende der Saison 2025/26 werden mindestens vier andere Teams aus der unteren Tabellenhälfte einen ähnlichen Low-Block-Pressing-Ansatz übernehmen. Forests Revolution wird studiert werden, auch wenn sie nie gefeiert wird.

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