Die Akademie ist ein Mythos in Himmelblau

Manchester Citys Akademie ist kein Fließband für zukünftige Stars, sondern ein Profitcenter, das als fußballerisches Ideal getarnt ist. Für jeden Phil Foden gibt es Dutzende vergessene Talente, die verkauft werden, um die Bilanzen auszugleichen und die Gewinnrechnung zu schönen. Das ist keine Entwicklung, sondern ein Zahlenspiel mit Marketing-Glanz.

Vom Etihad zum Ausgang: ein Muster der Zweckmäßigkeit

Der jüngste Abgang von Rodri zu Barcelona für 65,4 Millionen Pfund verkörpert Citys Vorgehensweise perfekt. Ein Spieler, der eine Ära hätte prägen können, wurde verkauft, als der Preis stimmte – nicht, als es der Sport gebot. Das gleiche Schicksal droht Jack Grealish, der nach einer schweren Saison aus der Startelf verbannt wurde und der Klub angeblich offen für Angebote ist.

Rodris Abgang, zusammen mit dem Verkauf anderer Akademieprodukte wie Cole Palmer zum FC Chelsea, offenbart eine grundlegende Wahrheit: City opfert langfristige Kontinuität für den unmittelbaren finanziellen Gewinn. Palmer wurde trotz offensichtlichen Talents ziehen lassen und hat sich seitdem an der Stamford Bridge prächtig entwickelt – ein Versagen bei der Integration und Bindung von Eigengewächsen.

Die Argumente gegen das Fließband

Die Akademiestrategie bei City basiert auf drei fehlerhaften Säulen: Horten, Verkaufen und Einkaufen. Man hortet vielversprechende Talente, um ihren Wert zu steigern, verkauft sie überteuert und kauft dann etablierte Stars als Ersatz. Dieser Kreislauf mag die Profit- und Nachhaltigkeitsregeln erfüllen, untergräbt aber das eigentliche Wesen eines Jugendkonzepts.

  • Der Verkauf von Liam Delap für 40 Millionen Pfund an Newcastle oder Everton ist das jüngste Beispiel dafür, wie man an einem Spieler kassiert, der nie eine echte Chance in der ersten Mannschaft bekam.
  • Die 51-Millionen-Pfund-Jagd auf Jack Hinshelwood, ein Brighton-Akademieprodukt, unterstreicht die Vorliebe, lieber zu kaufen, als den eigenen Nachwuchs zu vertrauen.
  • Selbst Rodri, ein Weltfußballer, war nicht unersetzlich, als Barcelona mit einer Ablöse lockte, die man direkt reinvestieren konnte.

Diese Philosophie steht in krassem Gegensatz zur Rhetorik des Klubs. Pep Guardiola spricht oft vom Vertrauen in die Jugend, doch die Beweislage ist vernichtend. Die Akademie hat in den letzten zehn Jahren nur eine Handvoll Stammspieler hervorgebracht – Foden ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Der Rest wird verkauft oder verliehen, ihr Potenzial am Etihad nie ausgeschöpft.

Verteidigung des Unhaltbaren: das Gegenargument

Manche werden argumentieren, Citys Modell sei rational, nicht gnadenlos. Sie werden auf die Financial-Fairplay-Beschränkungen verweisen und auf die Notwendigkeit, die Bücher nach erheblichen Investitionen in den Kader auszugleichen. Sie könnten behaupten, dass der Verkauf von Akademiespielern reiner Profit ist, da die Entwicklung nichts kostet.

Aber diese Verteidigung hält einer Überprüfung nicht stand. Die Nettoausgaben des Klubs für Transfers bleiben enorm, und der "Profit" aus Akademieverkäufen ist ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu den Milliarden für gestandene internationale Stars. Zudem ist die Strategie nicht einmal auf ihre eigene Weise erfolgreich: Citys Champions-League-Erfolg, so beeindruckend er ist, wurde mit einem Kern von importierten Stars erzielt, nicht mit Akademieabsolventen. Die "City-DNA" bleibt ein Marketing-Slogan, keine fußballerische Realität.

Das Urteil ist klar, die Zukunft düster

Bis 2027 wird Manchester City mindestens zwei weitere Akademieabsolventen für eine kombinierte Ablöse von über 80 Millionen Pfund verkauft haben, ohne auch nur einen einzigen neuen Stammspieler hervorgebracht zu haben. Der Klub wird weiterhin den Transfermarkt über die Jugendentwicklung stellen, und die Akademie wird ein Zuliefersystem für die finanziell aufgeblähte Elite bleiben. Das ist keine Vorhersage des Scheiterns, sondern eine Absichtserklärung, geschrieben in der eigenen Logik des Marktes.

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