Manchester City haben ihre Akademie-Ideale leise verraten

Pep Guardiolas unerbittliches Streben nach Titeln hat Citys gefeierte Akademie zu einem Zulieferer für andere Klubs gemacht – nicht zu einem Weg in die erste Mannschaft. Der bevorstehende 65-Millionen-Pfund-Transfer von Iliman Ndiaye von Everton ist nur der jüngste Beweis.

Von der "Goldenen Generation" zu Geistern der Vergangenheit

Erinnern wir uns an 2017. Phil Foden, Jadon Sancho, Brahim Diaz und Tosin Adarabioyo bildeten eine Jugendkohorte, die eine Revolution mit Eigengewächsen versprach. Sancho und Diaz wechselten für regelmäßige Spielzeit; Foden blieb, aber fast sieben Jahre später ist er das einzige Erfolgsbeispiel. Der Akademie-Spieler des Jahres 2020, Cole Palmer, wurde für 42,5 Millionen Pfund an Chelsea verkauft. Romeo Lavia, James McAtee und Liam Delap verließen den Klub ebenfalls für bescheidene Ablösen. Citys Akademie hat Talente für eine komplette Startelf hervorgebracht, die nun anderswo ihr Geld verdienen, während die Rekrutierungsmaschine im Etihad verschwenderisch für fertige Stars ausgibt.

Betrachten wir die Zahlen: Seit 2019 hat City über 150 Millionen Pfund aus Akademie-Verkäufen eingenommen, doch im aktuellen Kader stehen nur zwei Absolventen aus dem letzten Jahrzehnt. Die Akademie-Infrastruktur – eine der besten Europas – produziert technisch brillante Spieler, die nie eine Chance bekommen. Die Botschaft ist klar: Die Akademie ist eine Einnahmequelle, keine Fußballphilosophie.

Der Ndiaye-Transfer ist ein Symptom, nicht die Ursache

Ndiaye, ein dynamischer Stürmer bei Everton, kommt für eine Ablöse, die an die Rekordabgänge des Klubs heranreicht. Er ist ein guter Spieler, doch seine Verpflichtung blockiert den Weg für weitere Akademieprodukte. Citys Kader ist gespickt mit offensiven Mittelfeldspielern – Foden, Bernardo Silva, Jack Grealish, Jeremy Doku und nun Ndiaye. Wo bleiben da Talente wie Micah Hamilton oder Jacob Wright? Die Antwort ist offensichtlich: erst verliehen, dann verkauft.

  • Cole Palmer: an Chelsea verkauft, nun ihr Schlüsselspieler, 22 Tore in der letzten Saison.
  • Rico Lewis: eine seltene Ausnahme, aber auch er kämpft um Einsatzzeiten.
  • Jadon Sancho: für 8 Millionen verkauft, jetzt ein 73-Millionen-Star bei Manchester United.

Jeder Abgang wird als Geschäftsentscheidung gerechtfertigt, doch die kumulative Wirkung ist ein Kader ohne lokale Identität. Citys Fans singen von "typisch City", aber die Seele des Klubs wird ausgelagert.

"Aber man kann nicht gegen Milliarden-Kader konkurrieren" – und andere Mythen

Das Standard-Gegenargument lautet: Citys Elite-Status erfordere Elite-Verpflichtungen; Teenager könne man in Titelrennen nicht vertrauen. Das stimmt, ignoriert aber das Modell von Rivalen wie Arsenal, die Bukayo Saka und Emile Smith Rowe integriert haben, oder Man Uniteds historische Klasse von '92, die das Triple gewann. Citys eigene Geschichte unter Guardiola umfasst Fodens Aufstieg, aber das wirkt eher zufällig als geplant. Die Saison 2024/25, mit Arsenals perfektem Start, zeigt, dass die Integration von Jugendlichen mit Erfolg koexistieren kann. Citys Weigerung ist eine Wahl, keine Notwendigkeit.

Darüber hinaus wird die Akademie durch UEFAs Homegrown-Regeln gerechtfertigt, aber City behandelt die Regel wie ein Abhak-Kästchen, nicht wie ein Prinzip. Sie kaufen Stuart Dallas oder Kalvin Phillips, um das Kontingent zu erfüllen, während die eigenen Talente auf Leihbasis verkümmern. Das ist ein Versagen der Vorstellungskraft, nicht der Mittel.

Fazit: City wird dies innerhalb von drei Jahren bereuen

Bis 2027 wird die Foden-Ära ausklingen, und City wird eine Rechnung von 250 Millionen Pfund präsentiert bekommen, um die Talente zu ersetzen, die sie für ein Butterbrot verkauft haben. Der nächste Cole Palmer wird nicht aus ihrer Akademie kommen – er wird im Etihad landen, aber erst nach einem teuren Einkauf bei einem Rivalen. Meine Prognose: Innerhalb von drei Spielzeiten wird City ein Akademieprodukt zum Stammspieler machen, und er wird innerhalb von zwei Transferfenstern verkauft. Die Transferstrategie des Klubs ist eine Zeitbombe, und die Akademie ist das Opfer.

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