Nottingham Forests Mittelfeld ist die meist unterschätzte Überlebensmaschine der Premier League
Vergesst den Abgang von Brennan Johnson. Die eigentliche Geschichte am City Ground ist das Mittelfeld-Trio Orel Mangala, Ryan Yates und Danilo – eine Einheit, die Forest von einem Abstiegskandidaten in eine Mannschaft verwandelt hat, die gegen überlegene Gegner punkten kann.
Das strukturelle Chaos aus der Cooper-Ära
Als Steve Cooper im Dezember 2023 ging, war Forest taktisch ein Trümmerhaufen. Das Mittelfeld war eine zusammengewürfelte Ansammlung von Individualisten – ohne erkennbare Ordnung, ohne Pressing-Auslöser und mit einer riesigen Lücke zwischen Abwehr und Angriff. Laut Opta-Daten ließ Forest in den letzten zehn Spielen unter Cooper 1,9 erwartete Tore (xG) pro Spiel zu – eine Quote, die jedes Team in den Abstieg reißen würde. Die zentralen Mittelfeldspieler ließen sich oft ausspielen und ermöglichten dem Gegner, die Abwehr nach Belieben zu öffnen.
Nuno Espírito Santo übernahm eine Einheit ohne jede kohärente Struktur. Der Portugiese erkannte sofort, dass der Klassenerhalt nicht durch offensive Brillanz, sondern durch ein diszipliniertes Mittelfeld-Bollwerk gelingen würde.
Die Achse Mangala–Yates–Danilo: Eine taktische Identität entsteht
Nunos Lösung war elegant einfach: Er teilte das Mittelfeld in drei klare Rollen mit eindeutigen Defensivaufgaben. Mangala agiert als tiefstehender Ballverteiler, der seit Januar durchschnittlich 5,2 Balleroberungen pro 90 Minuten verbucht – der drittbeste Wert unter Premier-League-Mittelfeldspielern. Yates ist der Box-to-Box-Zerstörer, der 68 % seiner Zweikämpfe am Boden gewinnt, während Danilo als Ballführer für Entlastung sorgt, indem er Gegner aus der Ordnung zieht. Dieses Mittelfeld ist nicht auf Ballbesitz ausgelegt (Forest hat 2024 im Schnitt 42 %), sondern auf kontrolliertes Chaos.
Schlüsselfaktoren der Verbesserung:
- Mangalas Positionierung: Er betritt niemals den Strafraum und bildet einen defensiven Schirm, der im Schnitt 15 Meter höher steht als unter Cooper – das verengt des Gegners Spielaufbau
- Yates‘ Disziplin: Er hat seine Fouls pro Spiel von 2,4 auf 1,2 halbiert, während seine erfolgreichen Tacklings zunahmen – er beweist, dass er aggressiv sein kann, ohne leichtsinnig zu werden
- Danilos progressive Läufe: Er kommt auf 3,4 Dribblings in das letzte Drittel pro 90 Minuten, schafft Überzahlsituationen und zwingt Gegner, ihn zu verfolgen – das schafft Räume für die Flügel
Das Gegenargument: Sie halten immer noch keine Null
Kritiker verweisen auf Forests Defensivstatistik: 49 Gegentore in 33 Spielen – der viertschlechteste Wert der Liga. Sie argumentieren, dass kein Mittelfeld effektiv sein könne, wenn der Torwart so oft hinter sich greifen muss. Aber dieser Vorwurf verwechselt die Mittelfeldleistung mit individuellen Abwehrfehlern. Seit Februar kassierte Forest 15 Gegentore, aber nur drei resultierten aus Mittelfeld-Brüchen. Der Rest sind Standards (6) und individuelle Fehler der Abwehr (6). Nunos Mittelfeldstruktur funktioniert – die Abwehrkette nicht.
Prognose: Forest wird die Klasse halten – dank dieses Mittelfelds
Forest wird als 16. ins Ziel kommen, drei Punkte vor dem Abstieg. Mangala wird im Sommer an einen Europa-League-Klub verkauft, aber seine Rolle wird als der Dreh- und Angelpunkt in Erinnerung bleiben, der Nottingham Forest vor der Championship bewahrt hat. Wenn Nuno noch einen ballsicheren Innenverteidiger bekommt, könnte dieses Mittelfeld Forest in der nächsten Saison ins gesicherte Mittelfeld führen.
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