Arsenal hat die Formel vergessen, die sie fast zum Titel geführt hätte

Mikel Artetas Arsenal steht kurz davor, 43 Millionen Euro für Ayyoub Bouaddi von Lille auszugeben – einen Mittelfeldspieler, der nach allen statistischen Maßstäben nicht das ist, was dieser Kader braucht. Das ist kein Ehrgeiz, das ist Orientierungslosigkeit.

Der Geist von 2023: Was Arsenal gefährlich machte

Vor zwei Jahren fehlte Arsenal nur ein Hauch zur Meisterschaft in der Premier League, weil sie eine klare Identität hatten: kontrolliertes Chaos. Thomas Partey saß tief und bestimmte das Tempo, Martin Ødegaard zog in die Halbräume, Granit Xhaka brachte Härte. Es funktionierte, weil jedes Puzzleteil seinen Zweck erfüllte.

Diese Balance ist weg. Xhaka ging, Partey ist verletzt, Ødegaard überarbeitet. Das Mittelfeld ist zu einer Ansammlung talentierter Einzelspieler verkommen, die nicht zusammenpassen. Declan Rice sollte der Anker sein, wurde aber nach vorn geschoben. Kai Havertz ist ein Stürmer, der im Mittelfeld spielt. Jorginho ist der Rentenfonds.

Warum Bouaddi die falsche Priorität ist

Bouaddi ist ein vielversprechender 19-Jähriger mit elegantem Ballgefühl und einem Passspiel, das an einen jungen Santi Cazorla erinnert. Aber Arsenal braucht keinen weiteren Techniker, sondern einen Zerstörer. Sie brauchen jemanden, der Bälle erobert, Räume abdeckt und andere spielen lässt.

  • Arsenals Zweikampfquote im zentralen Mittelfeld ist seit Xhakas Abgang um 12 % gefallen. Bouaddi gewinnt in der Ligue 1 nur 3,1 Zweikämpfe pro 90 Minuten – unterdurchschnittlich für einen defensiven Mittelfeldspieler.
  • Bouaddis Tackling-Quote liegt bei 62 %, niedriger als die von Rice (74 %) und Jorginho (70 %). Seine Verpflichtung behebt nicht die defensive Anfälligkeit, die Arsenal in der Vorsaison den Titel gekostet hat.
  • Der Klub hat bereits Emile Smith Rowe und Fabio Vieira – kreative Mittelfeldspieler, die kaum Einsatzzeit bekommen. Einen weiteren Luxusspieler zu holen, während der Kader unausgewogen ist, grenzt an Fahrlässigkeit.

Das Gegenargument: langfristiges Denken oder kurzfristige Träumerei?

Rivalisierende Klubs werden sagen, Bouaddi sei ein Jahrhunderttalent, und 43 Millionen sähen in drei Jahren wie ein Schnäppchen aus. Sie werden auf Lilles Erfolgsbilanz bei der Entwicklung von Mittelfeldspielern verweisen – Eden Hazard, Yohan Cabaye, Boubakary Soumaré. Sie werden argumentieren, Arsenal müsse die Zeit nach Partey planen.

Das ist Wunschdenken im Gewand einer Strategie. Arsenal hat keine Zeit für ein Drei-Jahres-Projekt. Sie haben einen Top-Trainer, einen Weltklasse-Stürmer – sorry, Jesus – und einen Kader im besten Alter. Rice ist 25, Saka 22. Das Fenster für Titel ist jetzt. Einen Rohdiamanten zu verpflichten, wenn man einen fertigen Krieger braucht, ist das Verhalten eines Klubs, der verlernt hat, zuzupacken.

Fazit: Weitere 43 Millionen am Altar der Unentschlossenheit

Wenn Arsenal Bouaddi holt, werden sie nächste Saison Dritter. Nicht, weil Bouaddi schlecht ist, sondern weil das Mittelfeld unausgewogen bleibt. Rice wird weiter zwei Positionen abdecken, Ødegaard wird überarbeitet sein, und Arsenal wird immer nur eine Verletzung davon entfernt sein, Jorginho in einem Champions-League-Viertelfinale starten zu lassen. Dieser Klub hat seinen Erfolg auf Präzision aufgebaut. Jetzt spielen sie Roulette. Und Roulette gewinnt nie Titel.

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