VAR übersah Abseits von Enzo Fernandez beim Derby-Sieger von Manchester City, gesteht Howard Webb

Schiedsrichterchef Howard Webb hat zugegeben, dass der Video-Assistent das Abseits von Enzo Fernandez beim Siegtreffer von Manchester City im Manchester-Derby am Sonntag im Old Trafford nicht bewertet hat. VAR Matt Donohue und Assistent Blake Antrobus wurden bis nach der Länderspielpause freigestellt.

  • Wettbewerb: Premier League — Manchester-Derby im Old Trafford
  • Schlüsselszene: Der Treffer von Erling Haaland in der 60. Minute wurde auf dem Feld zunächst wegen Abseits aberkannt und nach VAR-Überprüfung, die ihn onside sah, gegeben
  • Übersehenes Vergehen: Fernandez beging ein Abseitsvergehen, indem er in zentraler Position zum Ball hechtete und Gegenspieler beeinflusste
  • Offizielle freigestellt: VAR Matt Donohue und Assistent Blake Antrobus werden erst nach der Länderspielpause wieder pfeifen
  • Webbs Urteil: „Dieses Tor hätte aberkannt werden müssen“ — er sei „wirklich enttäuscht“ vom Ausgang
  • Ebenfalls behandelt: Webb stützte die Rote Karte für Phil Foden wegen Nachtretens gegen Bruno Fernandes in der 23. Minute

Das wurde gesagt

„Ich war wirklich enttäuscht von diesem Ausgang. Das sind wir alle. Niemand mehr als die Offiziellen selbst. Sie sind sehr stolz auf ihre Arbeit und leiden jetzt offensichtlich darunter, in dieser Situation versagt zu haben.“

— Howard Webb, Chef-Schiedsrichterbeauftragter von Pro Ref, in ‚Match Officials Mic'd Up‘

„Sie werden erst nach der Länderspielpause wieder pfeifen.“

— Howard Webb über VAR Matt Donohue und Assistent Blake Antrobus

„Der VAR konzentriert sich extrem auf Haaland. Er stellt fest, dass er onside ist, und denkt, das ist ein gutes Tor. Er bewertet nicht wirklich die volle Auswirkung von Fernandez' Position. Er schaut, ob er den Ball berührt, weil das dann potenziell bedeutet, dass er ihn zu Haaland lenkt, der dann trifft. In diesem Moment bekommt er Tunnelblick. Es liegt an seinem Team, ihn aus diesem Tunnel herauszuholen, und leider ist das in diesem Fall nicht passiert.“

— Howard Webb erklärt den Fehler

„Was wie ein wirklich klares subjektives Abseits aussieht, weil Fernandez den Ball nicht berührt, aber dennoch klar [das Spiel] beeinflusst, wird nicht erkannt, und das ist wirklich enttäuschend. Dieses Tor hätte aberkannt werden müssen. Und leider wurde es nicht, und wir werden es überprüfen, reflektieren und versuchen, die Lehren daraus zu ziehen, um diese ungewöhnliche Art von Fehler künftig zu verhindern.“

— Howard Webb über das übersehene Abseits

„Ich stimme der Roten Karte für Phil Foden zu. Er tritt mit Kraft gegen den Oberkörper von Bruno Fernandes. Wenn man sich die Bilder anschaut, gibt es diesen kindischen Tritt von Bruno Fernandes in den Hintern von Foden. Er ist eher kindisch als gewalttätig. Für gewalttätiges Verhalten braucht es übermäßige Kraft oder Brutalität. Wenn man sich das anschaut, besonders in voller Geschwindigkeit, hat es diese Elemente nicht. Daher wäre das ein Gelb-Vergehen.“

— Howard Webb über die Rote Karte für Foden

Webbs Eingeständnis ist bemerkenswert, weil es bestätigt, dass der Fehler keine Grenzentscheidung war, sondern ein Versagen des Prozesses. Das VAR-Team, so der in der ersten Ausgabe von ‚Match Officials Mic'd Up‘ in dieser Saison veröffentlichte Audio, hat Fernandez' Position überhaupt nicht als Abseitsvergehen in Betracht gezogen. Stattdessen fixierten sie sich darauf, ob Haaland nach der Hereingabe von Josko Gvardiol onside war.

Die halbautomatische Abseitstechnologie teilte dem VAR mit, dass Haaland drei Zentimeter onside war. Von diesem Punkt an prüften die Video-Offiziellen nur, ob Fernandez den Ball berührt hatte, was eine neue Abseitsphase gegen Haaland ergeben hätte. Sie bewerteten nicht, ob Fernandez, der in zentraler Position zum Ball hechtete, Gegenspieler beeinflusste — darunter Manchester United-Verteidiger Lisandro Martinez und Torwart Sanne Lammens.

Die Zahlen

  • 3 cm: der Abstand, um den Erling Haaland nach der Hereingabe von Josko Gvardiol onside war, gemessen von der halbautomatischen Abseitstechnologie
  • 60. Minute: als Haaland dachte, er hätte das einzige Tor des Spiels erzielt
  • 23. Minute: als Phil Foden die Rote Karte für das Nachtreten gegen Bruno Fernandes sah
  • 2 Offizielle: Matt Donohue und Blake Antrobus bis nach der Länderspielpause freigestellt

Warum der VAR Tunnelblick bekam — und warum das wichtig ist

Das technische Versagen ist hier eindeutig, und Webbs eigene Worte erklären es am besten. Das halbautomatische Abseitssystem gab dem VAR-Team eine binäre Antwort zu Haaland — drei Zentimeter onside — und von diesem Moment an verengte sich die Überprüfung auf eine einzige Frage: Berührte Enzo Fernandez den Ball? Das ist eine Tatsachenprüfung. Was die Offiziellen ausließen, war die subjektive Bewertung darunter: Beeinflusste Fernandez, der zentral zum Ball hechtete, einen Gegenspieler? Lisandro Martinez war in unmittelbarer Nähe, und Torwart Sanne Lammens stand so, dass Fernandez den Ball spielen konnte. Im Mic'd-Up-Audio fand diese Bewertung einfach nie statt.

Das ist die strukturelle Schwäche des VAR in seiner aktuellen Form. Die halbautomatische Technologie beantwortet den objektiven Teil des Abseits schnell und genau, was die Offiziellen dazu verleitet, ihr zu vertrauen und weiterzugehen. Aber wenn ein zweiter Spieler in derselben Phase beteiligt ist — den Ball nicht berührend, aber das Spiel klar beeinflussend —, wird die menschliche Einschätzung entscheidend. Matt Donohue und Blake Antrobus fassten zwei getrennte Entscheidungen zu einer zusammen und erledigten nur die einfachere Hälfte.

Webb bestätigte zudem, dass er bereits Manchester United kontaktiert hat, um das VAR-Audio und -Video zu teilen. Das ist die richtige Reaktion, ändert aber nichts am Ergebnis. Das Tor zählte, und die verantwortlichen Offiziellen werden erst nach der Länderspielpause wieder arbeiten — ein klares Signal, dass Pro Ref dies als echten Fehler und nicht als Auslegungssache betrachtet.

Diskussionspunkte

  • Sollte ein übersehenes Abseits wie dieses nach dem Spiel korrigierbar sein, oder öffnet das eine Tür, die der Fußball nicht schließen kann?
  • Webb sagt, Fernandez „beeinflusst klar“ das Spiel — wenn es so klar war, warum haben es zwei ausgebildete Video-Offizielle beide übersehen?
  • Fodens Rote Karte wird gestützt, doch Bruno Fernandes kam für sein Nachtreten ohne Sanktion davon. Ist das Konsequenz oder eine Lücke?
  • Freigestellte Offizielle verpassen eine Runde von Spielen. Ist das eine Strafe, eine Abkühlphase oder einfach gute Praxis?

Wie es weitergeht

Donohue und Antrobus werden erst nach der Länderspielpause wieder pfeifen, danach wird ihre Rückkehr in den Premier-League-Kader erwartet. Webb sagte, Pro Ref werde den Vorfall überprüfen und „die Lehren daraus ziehen“, um das, was er eine „ungewöhnliche Art von Fehler“ nannte, künftig zu verhindern. Manchester United hat das VAR-Audio und -Video bereits direkt von Webb erhalten. Die weiterreichende Frage — ob das Mic'd-Up-Format ausgeweitet werden sollte, damit die Fans dieses Audio live hören — bleibt offen.

Häufig gestellte Fragen

Warum wurde Enzo Fernandez im Manchester-Derby nicht wegen Abseits bestraft?

Das VAR-Team konzentrierte sich darauf, ob Erling Haaland nach der Hereingabe von Josko Gvardiol onside war, und prüfte nur, ob Fernandez den Ball berührte. Sie bewerteten nie, ob Fernandez, der zentral zum Ball hechtete, durch die Beeinflussung von Gegenspielern ein Abseitsvergehen beging.

Wer ist der VAR, der das Abseits von Enzo Fernandez übersehen hat?

Matt Donohue war der Video-Assistent, Blake Antrobus sein Assistent. Webb bestätigte, dass keiner von beiden vor der Länderspielpause wieder pfeifen wird.

Warum wurde Phil Foden gegen Manchester United des Platzes verwiesen?

Foden sah in der 23. Minute die Rote Karte für einen kraftvollen Tritt gegen den Oberkörper von Bruno Fernandes. Webb sagte, er stimme der Entscheidung zu, und bezeichnete Fernandes' eigenen Tritt als „eher kindisch als gewalttätig“ und nur als Gelb-Vergehen.

Rubrik: Aktuelle Nachrichten | LA Premier League Startseite