Struijk-Rot: Verbandskommission hebt sie auf, KMI-Panel stützt den VAR mit 3:2

Pascal Struijks rote Karte beim 2:0-Sieg von Brighton & Hove Albion gegen Sunderland hat die Gemüter gespalten. Eine unabhängige Kontrollkommission hob den Platzverweis und die Ein-Spiel-Sperre auf, doch das Key Match Incidents (KMI)-Panel stimmte mit 3:2 dafür, dass VAR Neil Davies korrekt eingriff und eine Überprüfung am Monitor empfahl.

  • Spiel: Brighton & Hove Albion 2:0 Sunderland
  • Vorfall: Struijk fliegt vom Platz, weil er Wilson Isidor eine offensichtliche Torchance verwehrte
  • Schiedsrichter: Thomas Bramall (keine Entscheidung auf dem Platz; VAR Neil Davies griff ein)
  • Folge: Brighton legte Einspruch ein; eine unabhängige Kommission hob rote Karte und Ein-Spiel-Sperre auf
  • KMI-Panel: stimmte mit 3:2 dafür, dass der VAR-Eingriff korrekt war
  • Kontext: Rote Karten wegen Verhinderung einer offensichtlichen Torchance sind nach VAR-Überprüfungen selten

Das sagen die Experten

„Ich finde nicht, dass das ein Platzverweis ist, das ist sehr hart. Es gibt einen leichten Stoß, aber der Ball läuft durch zum Torwart. Isidor kommt nie an den Ball, also ist die Entscheidung auf dem Platz korrekt. Es ist nicht klar und offensichtlich falsch, warum sollte sich der VAR also einmischen? Es ist ein Freistoß, aber keine rote Karte. Das ist die falsche Entscheidung.“

— Mike Dean, ehemaliger Premier-League-Schiedsrichter

„Es ist ein Foul. Wenn der Schiedsrichter in diesem Moment pfeift, Gelb zieht, ist die Sache erledigt. Der VAR griff ein, weil er der Meinung war, der Spieler würde den Ball unter Kontrolle bringen. Mit dem Torwart dort frage ich mich, ob aus einer offensichtlichen eine mögliche Torchance wird. Wenn ja, ist es Gelb.“

— Dermot Gallagher, ehemaliger Premier-League-Schiedsrichter

„Ich war mir nicht sicher, ob Isidor an den Ball kommt. Ich wäre bei der Entscheidung auf dem Platz geblieben. Es ist nicht klar und offensichtlich, es ist subjektiv. Wenn auf dem Platz Rot gegeben worden wäre, hätte ich kein Problem damit.“

— Michael Dawson, Sky-Sports-Experte

„Ich denke, der Keeper kommt hin. Zumindest ist der Torwart im Rennen. Es ist nicht offensichtlich, dass Isidor hinkommt; ich finde nicht, dass es eine rote Karte sein sollte.“

— Jay Bothroyd, Sky-Sports-Experte

Dean und Gallagher betonen beide die Subjektivität bei der Bewertung einer verhinderten Torchance, während Dawson und Bothroyd der Ansicht sind, dass der VAR nicht hätte eingreifen dürfen. Ihre Einschätzungen spiegeln das 3:2-Votum des KMI-Panels und die Entscheidung der unabhängigen Kommission wider, die Sperre aufzuheben.

Die Zahlen

  • 2:0 — Endstand in Brightons Sieg gegen Sunderland
  • 3:2 — Abstimmung des KMI-Panels, ob der VAR-Eingriff korrekt war
  • 3 — rote Karten wegen Verhinderung einer offensichtlichen Torchance nach VAR-Überprüfung in der vergangenen Saison (Dominik Szoboszlai, Maxence Lacroix und ein weiterer)
  • 1 — Spiel Sperre, die zunächst gegen Struijk verhängt und später aufgehoben wurde

Warum die Gremien uneinig waren: Subjektivität und „klar und offensichtlich“

Der Knackpunkt ist die Frage, ob Wilson Isidor in Ballbesitz gekommen wäre. Zwei KMI-Panellisten hielten das für unwahrscheinlich, weil der Ball zum Torwart Bart Verbruggen durchlief; die Mehrheit bewertete es als „zynisches Foul, das die Fähigkeit des Angreifers, in Ballbesitz zu kommen, eindeutig beeinträchtigt“ und der Schiedsrichter Thomas Bramall hätte es ahnden müssen.

Dean und Gallagher argumentieren, die Entscheidung auf dem Platz (kein Foul) sei nicht klar falsch gewesen, weshalb der VAR nicht hätte eingreifen dürfen — zumal unter dem in dieser Saison geltenden Ansatz des „leichten Eingriffs“. Die unabhängige Kommission befand den Platzverweis jedoch für unrechtmäßig, was bedeutet, dass sie der Ansicht war, es hätte keine rote Karte geben dürfen. Die Premier League betont, die beiden Gremien seien „völlig getrennt“ und hätten unterschiedliche Zwecke.

Da rote Karten wegen Verhinderung einer Torchance nach VAR-Überprüfungen so selten sind (nur drei in der vergangenen Saison, darunter Szoboszlai und Lacroix, während Marcos Senesi nach der Ablehnung des VAR-Ratschlags durch Jarred Gillett davonkam), unterstreicht dieser Fall die feinen Grenzen, mit denen Schiedsrichter konfrontiert sind.

Diskussionspunkte

  • Sollte der VAR eingreifen, wenn die Entscheidung auf dem Platz subjektiv ist, selbst wenn eine rote Karte gerechtfertigt sein könnte? Das 3:2-Votum des KMI-Panels zeigt, dass selbst Experten gespalten sind.
  • Die unabhängige Kommission hob die Sperre auf, das KMI-Panel stützte den VAR — untergräbt das das Vertrauen in das Einspruchsverfahren?
  • Überschreitet der VAR mit dem „leichten Eingriff“ seine Kompetenzen, wenn er bei Grenzfällen von Torchancen rote Karten empfiehlt?
  • War Bramalls ursprüngliche Nicht-Entscheidung korrekt, oder hätte er Freistoß und Gelb geben müssen, um Kontroversen zu vermeiden?

Wie es weitergeht

Brighton hat erfolgreich Einspruch gegen die rote Karte eingelegt, sodass Struijk für die Auswahl zur Verfügung steht. Die Entscheidung des KMI-Panels ist beratend und hat keinen Einfluss auf das Ergebnis, doch die Debatte über die Rolle des VAR bei subjektiven Entscheidungen wird weitergehen. Als Nächstes steht für Brighton das nächste Premier-League-Spiel an, mit Struijk spielberechtigt, während Sunderland versuchen wird, sich von der Niederlage zu erholen.

Häufige Fragen

Warum wurde Pascal Struijk gegen Sunderland vom Platz gestellt?

Struijk wurde vom Platz gestellt, weil er Wilson Isidor eine offensichtliche Torchance verwehrte, nachdem der VAR eine Überprüfung am Monitor empfohlen hatte und Schiedsrichter Thomas Bramall seine Entscheidung änderte und Rot zeigte.

Hat Brighton Einspruch gegen die rote Karte eingelegt?

Ja, Brighton legte wegen unrechtmäßigen Platzverweises Einspruch ein, und eine unabhängige Kontrollkommission hob die rote Karte und die anschließende Ein-Spiel-Sperre auf.

Was entschied das KMI-Panel über den VAR-Eingriff?

Das KMI-Panel stimmte mit 3:2 dafür, dass der VAR-Eingriff korrekt war, wobei zwei Panellisten die Entscheidung auf dem Platz unterstützten und zwei den VAR-Eingriff für falsch hielten.

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