Manchester City wurde in allen Punkten der schweren Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig gesprochen
Eine unabhängige Kommission hat Manchester City in allen Anklagepunkten im Zusammenhang mit schweren Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League für schuldig befunden. City hat bestätigt, Einspruch einlegen zu wollen – die Frist dafür läuft bis Freitag, 2. Oktober. Eine separate Anhörung wird über die Sanktionen entscheiden, die Geldstrafen oder in dieser Saison angewendete Punktabzüge umfassen könnten.
- Urteil: In allen Punkten der schweren Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig
- Einspruchsfrist: Freitag, 2. Oktober
- Einspruchsinstanz: Eine neue dreiköpfige Kommission, zulässig nach Abschnitt W der Premier-League-Regeln
- Sanktionsanhörung: Separate Anhörung bei der unabhängigen Kommission; nicht öffentlich und vertraulich bis zur Freigabe der Veröffentlichung
- Mögliche Strafen: Geldstrafen, Punktabzüge und weitere sportliche Sanktionen – könnten in dieser Saison verhängt werden
- Was kommt als Nächstes: City kann nicht beim CAS Berufung einlegen, könnte aber vor den High Court ziehen
Was gesagt wurde
„Manchester City ist sowohl enttäuscht als auch überrascht von der Stellungnahme der Premier-League-Kommission, die heute veröffentlicht wurde.“
„Der Verein ist unschuldig an den von der Premier League erhobenen Vorwürfen, und es existiert ein umfassender Bestand unwiderlegbarer Beweise zur Stützung aller seiner Positionen in diesem Fall.“
„Der Verein wird daher unnachgiebig und, wo nötig, proaktiv in allen geeigneten regulatorischen und rechtlichen Foren vorgehen.“
„Das Verfahren der Premier League läuft weiter, wesentliche Elemente sind noch nicht abgeschlossen.“
„Manchester City wird nun die ihm offenstehenden Einspruchswege beschreiten, da die Stellungnahme klare materielle Fehler in Recht, Prinzip und Tatsachen enthält und nicht haltbar ist.“
„Der Verein hat acht Jahre lang sorgfältig die ordnungsgemäßen Verfahren respektiert, in der Annahme, dass der Vorstand und die Führungsebene der Premier League sich als unabhängiger, unparteiischer und fairer Regulierer verhalten würden, frei von parteiischem Einfluss.“
„Der Verein ist offensichtlich darin eingeschränkt, was er weiter sagen kann, bis alle künftigen Verfahren abgeschlossen sind.“
„Im Jahr 2014 sagte Citys Vorsitzender Khaldoon Al Mubarak, er würde lieber 30 Millionen Pfund für die 50 besten Anwälte der Welt ausgeben und die UEFA zehn Jahre lang verklagen, als einer Geldstrafe für angebliche Verstöße gegen das Financial Fair Play zuzustimmen.“
Die Antwort von City ist kompromisslos. Sie bestehen auf ihrer Unschuld, bezeichnen die Stellungnahme als mit materiellen Fehlern in Recht, Prinzip und Tatsachen behaftet und nennen sie nicht haltbar. Der Verein behauptet, ein umfassender Bestand unwiderlegbarer Beweise stütze seine Position.
Sie betonen zudem, acht Jahre lang die ordnungsgemäßen Verfahren respektiert zu haben, und werden nun jeden Einspruchsweg beschreiten. Die Bezugnahme auf die Premier-League-Kommission in ihrer Erklärung statt auf die unabhängige Kommission wurde von Sky Sports klargestellt. City ist darin eingeschränkt, was es sagen kann, bis alle künftigen Verfahren abgeschlossen sind.
Die Zahlen
- 30 Mio. £ — die Summe, die Khaldoon Al Mubarak 2014 lieber für die 50 besten Anwälte der Welt ausgeben wollte, als einer Geldstrafe für angebliche Verstöße gegen das Financial Fair Play zuzustimmen.
- 8 Jahre — der Zeitraum, über den City nach eigener Aussage die ordnungsgemäßen Verfahren sorgfältig respektiert hat.
- 3 — die Anzahl der Personen in der neuen Kommission, die einen etwaigen Einspruch anhören würde.
- Freitag, 2. Oktober — die Frist für City, Einspruch einzulegen.
Warum Citys Einspruch auf einen schwierigen Weg führt – und warum Sanktionen noch in dieser Saison fallen könnten
City hat bestätigt, Einspruch einzulegen, doch die Mechanismen dieses Einspruchs sind eng. Er wird von einer neuen dreiköpfigen Kommission nach Abschnitt W der Premier-League-Regeln angehört. City kann den Fall nicht vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) bringen. Ihr einziger externer Weg wäre der High Court mit dem Argument, das Verfahren sei nicht fair und unparteiisch gewesen. Das ist eine hohe Hürde und würde die Saga weiter verlängern.
Wichtiger noch: Der Einspruch friert das Sanktionsverfahren nicht ein. Eine separate Anhörung wird die Strafe festlegen, wobei die Premier League vorträgt, was ihrer Ansicht nach die Strafe sein sollte, und City seine Argumente darlegt. Die Kommission entscheidet dann. Sky Sports berichtet, dass die Premier League zwischen den Zeilen gelesen möchte, dass die Sache in dieser Saison abgeschlossen wird. Die Anhörung ist nicht öffentlich und vertraulich bis zur Freigabe der Veröffentlichung, sodass die genaue Strafe nicht unmittelbar bekannt sein wird.
Die Bandbreite möglicher Sanktionen ist groß: Geldstrafen, Punktabzüge und weitere sportliche Sanktionen, die in dieser Saison angewendet werden könnten. Es gibt keine festgelegten Sanktionen für Verstöße gegen Finanzregeln, weil die Vereine sich dagegen entschieden haben – aus Angst, Vereine würden die Regeln brechen und einfach eine bekannte Strafe akzeptieren. Im Februar 2025 sagte Premier-League-Chef Richard Masters, die Liga prüfe die Einführung eines Sanktionsrasters. Zum Vergleich: Everton wurden 2023/24 im Berufungsverfahren sechs Punkte abgezogen und danach zwei Punkte für Verstöße gegen die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln. Nottingham Forest wurden in derselben Saison vier Punkte abgezogen. Luton wurden 2008/09 30 Punkte abgezogen (10 für illegale Zahlungen an Berater, 20 für das Verlassen der Insolvenz ohne Company Voluntary Arrangement). Derby wurden 2021/22 21 Punkte abgezogen (12 für den Gang in die Insolvenz, neun für finanzielle Unregelmäßigkeiten).
Über die Kommission hinaus besteht die Aussicht auf weitere rechtliche Schritte. Vereine könnten gegen City wegen verpasster Titel und Champions-League-Qualifikation vorgehen. Das eröffnet eine zweite Front und erhöht den Einsatz für alle Beteiligten.
Streitpunkte
- Citys Behauptung, die Stellungnahme sei „nicht haltbar“, stellt die Begründung der Kommission direkt infrage, doch ohne CAS müssen sie eine neue dreiköpfige Kammer oder den High Court überzeugen – eine deutlich härtere Aufgabe.
- Der Wunsch der Premier League, die Saison abzuschließen, bedeutet, dass ein Punktabzug noch in der laufenden Spielzeit fallen könnte und möglicherweise das Titelrennen oder die Europapokal-Qualifikation auf dem Platz neu ordnet.
- Citys achtjährige Beteuerung, die ordnungsgemäßen Verfahren respektiert zu haben, wird durch den Einspruch auf die Probe gestellt; verliert der Verein, steigen der Reputations- und Wettbewerbsschaden stark.
- Das Fehlen eines Sanktionsrasters macht die Strafe unvorhersehbar – genau deshalb haben die Vereine feste Strafen vermieden, und genau deshalb ist diese Anhörung so bedeutsam.
Was als Nächstes passiert
Manchester City hat bis Freitag, 2. Oktober, Zeit, formell Einspruch einzulegen. Eine neue dreiköpfige Kommission wird diesen Einspruch dann anhören. Parallel wird eine separate nicht öffentliche Sanktionsanhörung die Strafe festlegen, wobei Geldstrafen, Punktabzüge und weitere sportliche Sanktionen in dieser Saison alle möglich sind. City kann nicht zum CAS gehen, könnte sich aber an den High Court wenden, und andere Vereine könnten noch eigene rechtliche Schritte wegen verlorener Titel und Champions-League-Qualifikation einleiten. Die Premier League will die Angelegenheit in dieser Saison abschließen.
Häufig gestellte Fragen
Wessen wurde Manchester City für schuldig befunden?
Eine unabhängige Kommission befand Manchester City in allen Anklagepunkten im Zusammenhang mit schweren Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League für schuldig.
Wann ist die Einspruchsfrist von Manchester City?
Manchester City hat bestätigt, Einspruch einzulegen, und hat dafür bis Freitag, 2. Oktober, Zeit.
Kann Manchester City beim Internationalen Sportgerichtshof Berufung einlegen?
Nein. City kann nicht beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung einlegen, könnte aber vor den High Court ziehen und argumentieren, das Verfahren sei nicht fair und unparteiisch gewesen.
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