Man City in allen schwerwiegenden Punkten schuldig gesprochen

Manchester City wurde laut einem vernichtenden 40-seitigen Bericht einer unabhängigen Kommission in allen schwerwiegenden Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden. Der Klub blähte seine Sponsoreneinnahmen um 830,69 Millionen Euro auf und nutzte „Scheingeschäfte“. City wird Einspruch einlegen.

  • Urteil: Schuldig in allen schwerwiegenden Finanzanklagen, ein Punkt der Nichtkooperation nicht bewiesen
  • Aufgeblähte Sponsoreneinnahmen: 830,69 Mio. € überhöht zwischen 2009/10 und 2017/18
  • „Scheingeschäfte“: Kommission erklärte kommerzielle Vereinbarungen zu Scheingeschäften, einschließlich „The Fordham Arrangement“
  • Zeugen: 27 über 42 Tage angehört; einige gaben wissentlich falsche Aussagen und waren unehrlich
  • Einspruchsfrist: Manchester City hat bis Freitag, 2. Oktober, Zeit für Einspruch

Die Zahlen

  • 830,69 Mio. € – überhöhte Sponsoreneinnahmen
  • 24,5 Mio. € – überhöhte Einnahmen durch Fordham Arrangement
  • 49,414 Mio. € – untertriebene Ausgaben durch Fordham Arrangement
  • 27 – von der Kommission angehörte Zeugen
  • 42 – Tage Beweisaufnahme im letzten Quartal 2024
  • 40 – Seiten im Dokument der Kommission
  • 2009/10 bis 2017/18 – untersuchte Spielzeiten

„Verschleiertes Finanzierungssystem“ und „Scheingeschäfte“

Die unabhängige Kommission kam wiederholt zu dem Schluss, dass mehrere kommerzielle Vereinbarungen von City „Scheingeschäfte“ waren. City nutzte ein „verschleiertes Finanzierungssystem“, bei dem die Abu Dhabi United Group (ADUG) Sponsorengebühren teilweise finanzierte. Dies ermöglichte es dem Klub, den Rekord für den höchsten Verlust einer einzelnen Saison in der Geschichte der Premier League zu vermeiden.

Der Klub reichte Bilanzen ein, die nach Ansicht der Kommission die wahre Natur seiner Finanzen vor Wirtschaftsprüfern und Fußballregulierern verbargen. City übertrieb seine Sponsoreneinnahmen um 830,69 Mio. € mit Vereinbarungen, die „weit über“ dem fairen Marktwert lagen.

Die Kommission stellte fest, dass die Finanzberichte von City für die Spielzeiten zwischen 2009/10 und 2017/18 „kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild“ der finanziellen Lage des Klubs vermittelten. Zudem wurden drei separate Vergütungsvereinbarungen festgestellt, die aus den Büchern von City weggelassen und von ADUG gezahlt wurden.

„The Fordham Arrangement“

City nutzte einen Dritten, Fordham, als Instrument, um Einnahmen um 24,5 Mio. € zu überhöhen und Ausgaben um 49,414 Mio. € zu untertreiben. Die Kommission bezeichnete „The Fordham Arrangement“ als „kaum mehr als eine Fassade für ADUG“.

Das Fordham Arrangement war laut Kommission „ein weiteres Instrument, mit dem ADUG-Gelder in den Klub eingezahlt werden konnten, wobei ihre wahre Herkunft verschleiert wurde“ und das es dem Klub ermöglichte, „Betriebsausgaben aus seinen Finanzberichten zu entfernen“.

Das Fordham Arrangement war Teil eines Systems namens „Project Longbow“, das „ein vielsträngiges Projekt war, dessen Zweck es war, zu untersuchen, wie der Klub seine Einnahmen steigern und seine Betriebsverluste verringern könnte“. Doch während „viele der Stränge von Project Longbow echte, legitime Versuche waren, diese Ziele zu erreichen, war einer es nicht. Das war das Fordham Arrangement“.

„Unehrliche Zeugen“ und Behinderung

Die unabhängige Kommission hörte über 42 Tage im letzten Quartal 2024 Faktenbeweise von 27 Zeugen, wobei ein Kernbündel wichtiger Dokumente „viele Zehntausende Seiten“ umfasste.

Die Kommission erklärte, der Klub habe konzertierte Anstrengungen unternommen, die Untersuchung zu stoppen und zu behindern. Zudem stellte sie fest, dass einige Zeugen im Namen des Klubs falsche Aussagen machten, während andere Zeugen von City nach Ansicht der Kommission wissentlich unwahre Aussagen machten und somit unehrlich waren.

City „beabsichtigte, die PL-Regeln zu umgehen“

Die Kommission stellte fest, dass City gegen die Finanzregeln der UEFA und der Premier League verstoßen hatte, und urteilte zudem, dass „der Klub durch sein Verhalten eindeutig beabsichtigte, die PL-Regeln zu umgehen“.

Die Premier League erklärte, sie betrachte das Verhalten von City als „extrem schwerwiegende, bedeutende, anhaltende und vorsätzliche oder rücksichtslose Verstöße gegen Regeln, die für den ordnungsgemäßen und fairen Betrieb des Ligawettbewerbs der Premier League von entscheidender Bedeutung sind“.

Was gesagt wurde

„kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild“

— Unabhängige Kommission, zu den Finanzberichten von City 2009/10 bis 2017/18

„kaum mehr als eine Fassade für ADUG“

— Unabhängige Kommission, zum Fordham Arrangement

„ein weiteres Instrument, mit dem ADUG-Gelder in den Klub eingezahlt werden konnten, wobei ihre wahre Herkunft verschleiert wurde“

— Unabhängige Kommission, zum Fordham Arrangement

„Betriebsausgaben aus seinen Finanzberichten zu entfernen“

— Unabhängige Kommission, zur Wirkung des Fordham Arrangements

„ein vielsträngiges Projekt war, dessen Zweck es war, zu untersuchen, wie der Klub seine Einnahmen steigern und seine Betriebsverluste verringern könnte“

— Unabhängige Kommission, zu Project Longbow

„viele der Stränge von Project Longbow echte, legitime Versuche waren, diese Ziele zu erreichen. Einer war es nicht. Das war das Fordham Arrangement“

— Unabhängige Kommission

„durch sein Verhalten eindeutig beabsichtigte, die PL-Regeln zu umgehen“

— Unabhängige Kommission

„extrem schwerwiegende, bedeutende, anhaltende und vorsätzliche oder rücksichtslose Verstöße gegen Regeln, die für den ordnungsgemäßen und fairen Betrieb des Ligawettbewerbs der Premier League von entscheidender Bedeutung sind“

— Premier League

Warum das Fordham Arrangement der entscheidende Beweis war

Die Wortwahl der Kommission lässt wenig Raum für Interpretationen. „Kaum mehr als eine Fassade für ADUG“ ist keine technische Buchhaltungskritik; es ist der Vorwurf der vorsätzlichen Verschleierung. Die Überhöhung der Einnahmen um 24,5 Mio. € und die Untertreibung der Ausgaben um 49,414 Mio. € waren keine Rundungsfehler – sie waren nach Ansicht der Kommission der Mechanismus, mit dem City Kosten aus den Büchern entfernte und die Verluste unter der Rekordschwelle der Premier League hielt.

Die größere Aufblähung der Sponsoreneinnahmen um 830,69 Mio. € ist ebenso bedeutsam. Durch die Überhöhung der Einnahmen aus Geschäften mit nahestehenden Parteien präsentierte City ein Bild kommerzieller Gesundheit, das laut Regulierern falsch war. Die Kommission stellte fest, dass die Berichte kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelten, was jede finanzielle Einreichung über neun Spielzeiten untergräbt.

Die Feststellung, dass Zeugen wissentlich unwahre Aussagen machten, geht über eine finanzielle Angelegenheit hinaus. Sie berührt die Glaubwürdigkeit der Verteidigung des Klubs und könnte stark ins Gewicht fallen, wenn das Berufungsgremium die Begründung der Kommission überprüft. Die Absicht von City, Einspruch einzulegen, ist bestätigt, und sie haben bis Freitag, 2. Oktober, Zeit, diesen einzulegen.

Diskussionspunkte

  • Wenn 830,69 Mio. € Sponsoreneinnahmen überhöht waren, tragen dann die nationalen und europäischen Titel von City aus dieser Ära ein Sternchen, oder geht das zu weit?
  • Die Kommission stellte fest, dass Zeugen unehrlich waren. Sollte dies ein separates Disziplinarverfahren für Einzelpersonen auslösen, nicht nur für den Klub?
  • Ein Einspruch bis Freitag, 2. Oktober, ist bestätigt, aber welche Strafe ist angemessen? Punktabzug, Geldstrafe oder beides – und für welche Spielzeiten?
  • Kann die Premier League Sponsoring nahestehender Parteien glaubwürdig kontrollieren, wenn ein Klub ADUG-Finanzierung fast ein Jahrzehnt lang verschleiern kann?

Was als Nächstes passiert

Manchester City hat bestätigt, dass es gegen das Urteil Einspruch einlegen wird, und hat bis Freitag, 2. Oktober, Zeit dafür. Der Einspruch wird entscheiden, ob die Feststellungen der Kommission Bestand haben und welche Sanktionen folgen. Die regulatorische Glaubwürdigkeit der Premier League steht auf dem Spiel, und die sportliche Zukunft von City – einschließlich möglicher Punktabzüge – hängt vom Ausgang ab.

Häufig gestellte Fragen

Was hat Man City falsch gemacht?

Sie wurden schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden, darunter die Überhöhung der Sponsoreneinnahmen um 830,69 Mio. € und die Nutzung von „Scheingeschäften“ wie dem Fordham Arrangement.

Wann ist die Einspruchsfrist von Man City?

Manchester City hat bestätigt, dass es Einspruch einlegen wird, und hat bis Freitag, 2. Oktober, Zeit dafür.

Was ist das Fordham Arrangement?

Die Kommission bezeichnete es als „kaum mehr als eine Fassade für ADUG“, die genutzt wurde, um Einnahmen um 24,5 Mio. € zu überhöhen und Ausgaben um 49,414 Mio. € zu untertreiben, als Teil von ‚Project Longbow‘.

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