Tottenham Vorletzter und Manchester United 13. – die Ära der „Big Six“ zerfällt

Tottenham Hotspur steht nach sechs sieglosen Spielen mit drei Punkten auf dem vorletzten Platz, Manchester United liegt auf Rang 13, Liverpool nur Neunter. Die traditionellen „Big Six“ der Premier League dominieren nicht mehr – stattdessen besetzen Brighton, Brentford und Everton aktuell die Top-sechs-Plätze. Der Wandel wirft die Frage auf, ob diese Ära endgültig vorbei ist.

  • Wettbewerb: Premier League 2026/27
  • Kernfakt: Tottenham Vorletzter mit drei Punkten nach sechs sieglosen Spielen
  • Kernfakt: Manchester United 13., Liverpool Neunter
  • Kernfakt: Brighton, Brentford und Everton in den Top sechs
  • Es steht auf dem Spiel: Die sportliche Dominanz der Big Six scheint vorbei

Was gesagt wurde

„Unsere Transferstrategie und unsere Philosophie sind etwas, das wir über einen langen Zeitraum aufgebaut haben. Der Datenaspekt bekommt viel Aufmerksamkeit, weil er vor einigen Jahren im Vergleich zu anderen Vereinen noch recht neuartig war. Eigentlich ist er nur eine Komponente eines größeren Prozesses. Es ist eine wichtige Komponente, sie hilft uns, Talente auf der ganzen Welt auf recht effiziente Weise zu identifizieren, was uns erlaubt, in einem wirklich hart umkämpften Transfermarkt schnell zu handeln.“

— Mike Cave, Sportdirektor von Brighton, im Podcast Football Daily von BBC Radio 5 Live

Caves Aussagen zeigen, wie Brightons datengetriebener Ansatz dem Klub hilft, mit finanzkräftigeren Vereinen zu konkurrieren. Die Seagulls verpflichten konsequent vielversprechende Spieler für niedrige Ablösen und verkaufen sie mit hohem Gewinn weiter, was Reinvestitionen ermöglicht. Diese Strategie erlaubt es ihnen trotz kleineren Budgets, die Big Six herauszufordern – ein Beleg dafür, dass kluge Kaderplanung die finanzielle Lücke schließen kann.

Die Zahlen

  • Zwischen 2010/11 und 2018/19 landeten die Big Six fünfmal in den Top sechs, zweimal in den Top sieben und einmal in den Top acht.
  • In nur einer der sechs Spielzeiten seit 2018/19 beendeten alle sechs Klubs die Saison in den Top sechs.
  • Der kleinste Rückstand zwischen Platz sieben und Platz sechs betrug von 2016/17 bis 2018/19 acht Punkte.
  • Fünf der sechs Topplätze gingen in den vergangenen drei Jahren an Klubs außerhalb der Big Six – genauso viele wie in den acht Jahren davor zusammen.
  • Tottenham beendete jede der beiden vergangenen Spielzeiten auf Platz 17.

Warum die Dominanz der Big Six verblasst ist

Der sportliche Abstieg der Big Six hat mehrere Ursachen. Manchester United kämpft seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson 2013 und hat seit Beginn der Saison 2020/21 vier feste Trainer verschlissen. Chelsea hatte im selben Zeitraum sieben feste Trainer, Tottenham sechs. Diese fehlende Kontinuität hat die Entwicklung gebremst, während sich die Geduld von Arsenal mit Mikel Arteta – seit 2019 im Amt – mit dem Premier-League-Titel der vergangenen Saison auszahlte.

Zugleich haben andere Klubs die finanzielle Lücke geschlossen. Newcastles Übernahme für 305 Millionen Pfund im Jahr 2021 verwandelte den Klub vom Elften der Saison 2021/22 in einen Vierten und dann Fünften. Brightons datengetriebene Kaderplanung brachte riesige Gewinne: Moises Caicedo kam für 4 Millionen Pfund und ging für 115 Millionen Pfund zu Chelsea, Marc Cucurella wurde für 15 Millionen Pfund gekauft und für 62 Millionen Pfund verkauft, Alexis Mac Allister für 7 Millionen Pfund geholt und für 55 Millionen Pfund an Liverpool abgegeben. Diese Deals finanzierten weitere Investitionen und ermöglichten den Wettbewerb.

Die Big Six verfügen weiterhin über finanzielle Macht – Manchester City, Arsenal, Manchester United, Liverpool, Tottenham und Chelsea gehören alle zu den zehn umsatzstärksten Klubs der Welt. Doch sportlicher Erfolg korreliert nicht mehr direkt mit Reichtum, da taktische Innovation und kluge Kaderplanung das Spielfeld ausgeglichen haben. Die aktuelle Tabelle mit Brighton, Brentford und Everton in den Top sechs unterstreicht diesen Wandel. Ob dies eine dauerhafte Veränderung oder nur eine Momentaufnahme ist, bleibt abzuwarten – doch der Trend deutet darauf hin, dass die Ära der garantierten Big-Six-Dominanz vorbei ist.

Diskussionspunkte

  • Ist das Konzept der Big Six inzwischen überholt, oder werden sie ihre Dominanz zurückgewinnen, sobald sich ihr Umsatzvorteil durchsetzt?
  • Tottenhams aufeinanderfolgende 17. Plätze belegen, dass Stadioneinnahmen allein keinen Erfolg garantieren.
  • Brightons Modell ist die Blaupause: billig kaufen, teuer verkaufen, reinvestieren. Aber können sie das ohne Champions-League-Fußball durchhalten?
  • Das Urteil zu Manchester Citys Finanzverstößen sorgt für Unsicherheit – könnte es den Niedergang der Big Six beschleunigen?

Wie es weitergeht

Die Premier League setzt an diesem Wochenende ihren Spielbetrieb fort. Tottenham ist verzweifelt auf einen Befreiungsschlag angewiesen, Manchester United will in der Tabelle klettern. Die kommenden Partien werden zeigen, ob die aktuellen Top-six-Klubs ihre Herausforderung aufrechterhalten können oder ob die Big Six zur Aufholjagd ansetzen.

Häufig gestellte Fragen

Wo steht Tottenham in der Premier-League-Tabelle?

Tottenham ist Vorletzter mit drei Punkten, nachdem der Klub keines seiner ersten sechs Spiele gewinnen konnte.

Welche Klubs außerhalb der Big Six stehen in den Top sechs?

Brighton, Brentford und Everton belegen aktuell Plätze in den Top sechs.

Wie viele Trainer hatte Chelsea seit 2020/21?

Chelsea hatte seit Beginn der Saison 2020/21 sieben verschiedene feste Trainer.

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