Pro Ref gibt Fehler bei Haalands umstrittenem Derby-Treffer zu
Erling Haalands Siegtreffer im Manchester-Derby am Sonntag wurde fälschlicherweise anerkannt – das hat die Professional Game Referees (Pro Ref) bestätigt. Das Tor des Stürmers war zunächst wegen Abseits aberkannt worden, ehe der VAR die Entscheidung umdrehte. Ein Fehler, der die Schiedsrichter nun mit ernsten Fragen zu ihrem Verfahren konfrontiert.
- Wettbewerb: Premier League — Manchester-Derby
- Tor: Erling Haaland traf in der 59. Minute und 24. Sekunde
- VAR: Matt Donohue
- Schiedsrichter auf dem Feld: Michael Oliver
- Urteil: Pro Ref hat einen Beurteilungsfehler eingeräumt — das Tor hätte wegen Abseits von Enzo Fernandez aberkannt bleiben müssen
- Im Fokus: Das Verfahren des VAR und warum Pro Refs Eingeständnis nur teilweise vollständig ist
Was gesagt wurde
„Nachdem eingeräumt wurde, dass das Tor wegen Abseits von Fernandez hätte aberkannt bleiben müssen, erklärte die Stellungnahme: ‚In diesem Fall erkannte der VAR die wahrscheinliche Auswirkung seiner Position nicht.'"
Dieser eine Satz von Pro Ref räumt ein, dass das Ergebnis falsch war, lässt aber die zentrale Frage unbeantwortet. Wenn ein Spieler sechs Meter vor dem Tor einen Hechtkopfball für einen Ball zwischen zwei Gegenspielern macht, warum sollte ein VAR das nicht als spielbeeinflussend bewerten — oder als potenziell spielbeeinflussend? Die Stellungnahme bestätigt den Fehler, ohne die Begründung dahinter zu erklären.
Die Zahlen
- Torzeitpunkt: 59 Minuten und 24 Sekunden
- Spiel fortgesetzt um: 63 Minuten und 15 Sekunden
- Nachspielzeit: Nur fünf Minuten, trotz der langen Überprüfung und zahlreicher weiterer Verzögerungen
- VAR Matt Donohues Premier-League-Schiedsrichtererfahrung: Vier Spiele
- Donohues VAR-Erfahrung 2025/26: 24 Premier-League-Spiele als VAR, sechs als Assistant VAR
Der Entscheidungsprozess: Wo der VAR falsch lag
Die logischste Erklärung für den Fehler ist, dass sich das VAR-Team darauf konzentrierte, ob Fernandez den Ball tatsächlich berührte. Das Match Centre schrieb während des Spiels auf X, der VAR sei der Ansicht gewesen, Fernandez habe „den Ball nicht gespielt" — doch die Abseitsregel schreibt klar vor, dass ein Spieler im Abseits stehen kann, unabhängig davon, ob er den Ball berührt. Der VAR scheint sich auf eine technische Feinheit fixiert zu haben, die keine Rolle spielte, und übersah dabei die wichtigere Frage der Beeinflussung.
Laut Pro Ref wurde die ursprüngliche Abseitsentscheidung gegen Haaland getroffen. Er stand nicht im Abseits. Die Überprüfung verlagerte sich dann auf Fernandez, der vom VAR-Team korrekt als im Abseits stehend bewertet wurde. Der Fehler kam danach: Sie konzentrierten sich offenbar vollständig darauf, ob Fernandez den Ball berührte. Was der VAR nicht tun konnte, war zu bestätigen, dass das Tor aus dem falschen Grund zu Recht aberkannt wurde — das vermeintliche Abseits von Haaland. Deshalb sagt Pro Ref, der VAR hätte einen On-Field-Review anfordern müssen, damit Michael Oliver eine subjektive Entscheidung darüber treffen konnte, ob Fernandez das Spiel beeinflusste.
Wiederholungen zeigen zudem, dass Manchester Uniteds Torwart Lammens auf Fernandez reagierte, die Arme in Erwartung eines Kopfballs hob und dadurch aus dem Gleichgewicht geriet, als Haaland den Ball traf. Da Martinez jedoch bereits durch Fernandez' Position beeinflusst war, hätte das Tor unabhängig davon, ob Lammens abgelenkt war, aberkannt werden müssen. Die Entscheidung auf dem Feld war gleichzeitig falsch und richtig: falsch, weil das Abseits gegen einen nicht im Abseits stehenden Spieler gegeben wurde, richtig, weil das Tor wegen Abseits hätte aberkannt werden müssen.
Diskussionspunkte
- Sollte VAR Matt Donohue Konsequenzen für einen Fehler tragen, der das Ergebnis eines Manchester-Derbys direkt verändert hat, oder ist dies ein systemisches Problem bei der Durchführung von Abseitsüberprüfungen?
- Der Einsatz halbautomatischer Abseitstechnologie bedeutet, dass für TV-Zuschauer keine Linien gezogen werden — erschwert dieser Mangel an Transparenz es den Fans, Entscheidungen zu verstehen?
- Fünf Minuten Nachspielzeit trotz einer Überprüfung, die das Spiel fast vier Minuten stoppte, plus weitere Verzögerungen, werfen Fragen auf, wie Unterbrechungen berechnet werden.
- Pro Refs teilweise Erklärung lässt die größte Frage unbeantwortet: Warum erkannte der VAR nicht, dass ein Spieler sechs Meter vor dem Tor bei einem Hechtkopfball das Spiel beeinflussen kann?
Wie es weitergeht
Pro Ref hat den Fehler eingeräumt, doch das Verfahren hinter dem Fehler bleibt unter Beobachtung. Da halbautomatische Abseitstechnologie zum Einsatz kommt und kein On-Field-Review angefordert wurde, wird der Vorfall weiterhin Debatten über das VAR-Protokoll auslösen. In der nächsten Runde der Premier-League-Spiele wird jede Abseitsentscheidung intensiv geprüft werden, insbesondere jene, bei denen Spieler in Abseitsposition den Ball nicht berühren.
Häufig gestellte Fragen
Warum wurde Erling Haalands Tor im Manchester-Derby anerkannt?
Der VAR war der Ansicht, dass Enzo Fernandez, obwohl in Abseitsposition, den Ball nicht spielte und dass Haaland von Manchester-United-Verteidiger Patrick Dorgu aufgespielt wurde. Pro Ref hat seitdem eingeräumt, dass das Tor hätte aberkannt bleiben müssen.
Wer war der VAR im Manchester-Derby?
Matt Donohue war der VAR. Er hat vier Premier-League-Spiele geleitet, verfügt aber über umfangreiche VAR-Erfahrung, darunter 24 Spiele der höchsten Spielklasse als VAR in der Saison 2025/26.
Hätte das Tor wegen Abseits aberkannt werden müssen?
Ja. Pro Ref bestätigte, dass das Tor hätte aberkannt bleiben müssen, weil Enzo Fernandez in Abseitsposition stand und das Spiel beeinflusste. Der VAR hätte Schiedsrichter Michael Oliver bitten müssen, einen On-Field-Review durchzuführen.
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