Thierno Barry ist der Stürmer, über den niemand spricht – und genau das gefällt Everton
Während die Boulevardblätter von Newcastles Torwartpatzern und Jack Grealishs Disziplinlosigkeiten besessen sind, ist Thierno Barry still und leise zu Evertons zuverlässigster Torquelle geworden. Acht Treffer in 12 Spielen – bereits so viele wie in der gesamten Vorsaison –, doch in der nationalen Diskussion findet er kaum Beachtung. Diese Stille ist ein Fehler.
Vom Albtraum-Debüt zur unverzichtbaren Stammkraft
Barrys erste Saison im Goodison Park war ein langsames Aufflammen. Ein Albtraum-Debüt, Anpassungsprobleme und die üblichen Fragen, ob er mit der physischen Härte der Premier League zurechtkommt. Doch die Zahlen dieser Spielzeit erzählen eine andere Geschichte: acht Tore in 12 Einsätzen, darunter der Siegtreffer bei Newcastle, der Everton auf den siebten Platz hievte. Das ist kein kurzfristiger Höhenflug, sondern ein Muster.
Vergleichen wir ihn mit anderen Stürmern, die mit deutlich mehr Tamtam gekommen sind. Darwin Núñez kostete 85 Mio. Pfund und hat nie in dieser Quote getroffen. Rasmus Højlund brauchte für 72 Mio. Pfund Monate, um Tritt zu fassen. Barry, für einen Bruchteil dieser Ablösen verpflichtet, übertrifft beide in reiner Torausbeute. Die Bewegungen des 22-Jährigen im Strafraum erinnern an einen jungen Jermain Defoe – scharf, instinktiv, stets die halbe Chance witternd.
Warum Barry Evertons wertvollster Spieler ist
Evertons Wiedererstarken unter David Moyes basiert auf defensiver Stabilität und Torgefahr nach Standards, doch erst Barrys Tore verwandeln Unentschieden in Siege. Ohne seine Treffer stünde Everton bestenfalls im Mittelfeld. Deshalb ist er unverzichtbar:
- Klinische Chancenverwertung: Barry hat in dieser Saison 28 % seiner Schüsse verwandelt – ein Wert unter den Top fünf der Liga bei Spielern mit mindestens 20 Versuchen. Er braucht keine Menge an Chancen, sondern nur eine.
- Mentalität in großen Spielen: Sein Siegtreffer bei Newcastle war kein Zufall. Er erzielte auch den Ausgleich gegen Arsenal im Dezember und die Führung bei Aston Villa im November. Diese Punkte haben direkt zu Evertons Platzierung in der oberen Tabellenhälfte beigetragen.
- Defensiver Beitrag: Barry kommt auf durchschnittlich 1,2 Tackles pro Spiel und gewinnt 2,1 Kopfballduelle im defensiven Drittel. Er ist die erste Linie von Moyes‘ Pressing, kein Luxuspassagier.
Für eine Mannschaft, die oft den Ballbesitz abgibt, ist ein Stürmer, der den Ball halten und Druck entlasten kann, von entscheidender Bedeutung. Barrys Zusammenspiel mit Abdoulaye Doucouré und Dwight McNeil ist zentral für Evertons Angriffsübergänge. Er ist nicht nur ein Torjäger, sondern ein Fixpunkt.
Aber er ist doch nur ein Abstauber, oder?
Das Gegenargument ist vorhersehbar: Barrys Tore sind schmutzig, abhängig von Torwartfehlern oder defensiven Aussetzern. Der Siegtreffer bei Newcastle resultierte schließlich aus einem Patzer von Hornicek. Doch das ignoriert die Intelligenz seines Stellenspiels. Barry antizipierte den Fehler, bevor er passierte, und spekulierte auf den Aussetzer. Das ist kein Glück, das ist Instinkt. Zudem war sein Ausgleich gegen Arsenal ein wunderschön platzierter Kopfball nach einer Ecke, und sein Treffer gegen Villa war ein Volley aus der zweiten Reihe. Die Vielfalt seiner Abschlüsse deutet auf einen kompletten Stürmer hin, nicht auf ein One-Trick-Pony.
Prognose: Barry wird 15 Ligatore erzielen und Everton landet in den Top acht
Bis zum Saisonende wird Thierno Barry mindestens 15 Tore in der Premier League erzielt haben, und Everton wird sich einen Platz unter den ersten acht sichern. Sollte eines davon nicht eintreten, gebe ich zu, mich geirrt zu haben. Doch die Beweislage ist eindeutig: ein Stürmer, der in seine beste Phase kommt, in einem System, das auf ihn zugeschnitten ist, mit einem Trainer, der ihm vertraut. Die Mainstream-Medien können ihn weiter ignorieren. Die Everton-Fans werden es nicht tun.
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