Manchester Citys jüngstes 1:1-Unentschieden bei Everton hat die Debatte über Rodris Einfluss auf Pep Guardiolas Team neu entfacht. Der spanische Mittelfeldspieler fehlte verletzungsbedingt, und viele führten die Punkteverluste schnell auf seine Abwesenheit zurück. Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt jedoch ein differenzierteres Bild.

Citys Leistung ohne Rodri

Trotz Ballbesitzdominanz (72%) und mehr Torchancen (15 Schüsse zu Evertons 8) gelang es City nicht, die Dominanz in einen Sieg umzumünzen. John Stones' frühes Tor wurde durch einen gut herausgespielten Ausgleich von Everton aufgehoben. Die zugrundeliegenden Metriken deuten jedoch darauf hin, dass Citys Probleme tiefer gingen als Rodris Abwesenheit. Defensive Umschaltbewegungen sind die ganze Saison über ein Problem gewesen, und selbst mit Rodri hatte City vor diesem Spiel Gegentore aus Kontern kassiert.

Statistisch gesehen lag Citys Passgenauigkeit (89%) leicht über dem Saisondurchschnitt, und ihre erwarteten Tore (xG) von 1,8 im Vergleich zu Evertons 1,2 deuten darauf hin, dass sie immer noch die bessere Mannschaft waren. Der Mangel an Durchschlagskraft und ein seltener defensiver Aussetzer kosteten sie zwei Punkte, nicht ein systemisches Versagen aufgrund eines einzelnen fehlenden Spielers.

Ist Rodri überbewertet?

Rodri ist zweifellos entscheidend für Citys Spielaufbau als tiefliegender Spielmacher, der das Tempo vorgibt. Die Erzählung, dass City ohne ihn hilflos sei, könnte jedoch übertrieben sein. In der Saison 2023/24 gewann City 76% der Spiele mit Rodri in der Startelf im Vergleich zu 67% ohne ihn, aber die Stichprobengröße ohne ihn ist klein. Zudem liegt Citys Siegquote in der laufenden Saison ohne Rodri in der Liga bei 60%, was für ein Team ihres Kalibers immer noch respektabel ist.

Interessanterweise erzielt City durchschnittlich 2,1 Tore pro Spiel mit Rodri gegenüber 1,8 ohne ihn. Defensiv kassieren sie 0,4 Gegentore mehr pro Spiel ohne ihn. Diese Unterschiede sind bemerkenswert, aber nicht katastrophal. Das eigentliche Problem könnte die allgemeine Mittelfeldbalance und die Fitness von Schlüsselspielern wie Kevin De Bruyne sein, der ebenfalls immer wieder ausfällt.

Was das für den Titelkampf bedeutet

City liegt derzeit auf Platz drei der Premier League, vier Punkte hinter Spitzenreiter Arsenal bei einem Spiel weniger. Jeder Punktverlust wird in einem so engen Rennen vergrößert. Die alleinige Schuldzuweisung an Rodris Abwesenheit übersieht jedoch taktische Anpassungen, die Guardiola vornehmen könnte. Mit dem bevorstehenden Januar-Transferfenster könnte City über eine Verstärkung der Mittelfeldtiefe nachdenken, um eine übermäßige Abhängigkeit von einem einzelnen Spieler zu vermeiden.

Letztlich ist die Bedeutung von Rodri zwar klar, aber die Behauptung, City sei eine Ein-Mann-Mannschaft, ist übertrieben. Das Unentschieden in Everton war eher auf eine kollektive Schwächeleistung zurückzuführen und weniger auf ein fehlendes Glied.