Andy Burnham: Premier League – Regierungschef will Alkohol-Verbot in Stadien kippen

Der britische Regierungschef Andy Burnham hat die Debatte um Alkohol in Fußball-Stadien neu entfacht. Das seit 1985 geltende Verbot sei ungerecht und müsse überprüft werden, sagte der bekennende Everton-Fan. Von seiner langjährigen Haltung werde er nicht abrücken – sehr zum Missfallen der Polizei, die dringend Gespräche sucht.

  • Wer: Regierungschef Andy Burnham, ein Everton-Anhänger
  • Was: Will Bier zurück in die Fußball-Stadien bringen und nennt das Verbot diskriminierend
  • Wann: Äußerungen während einer Reise zu den Vereinten Nationen in New York
  • Wo: Premier-League- und EFL-Stadien in England und Wales
  • Warum: Hält das Gesetz von 1985 für überholt und ungerecht gegenüber Fußballfans
  • Gegenwind: Die UK Football Policing Unit will den Regierungschef wegen Sicherheits- und Polizeisorgen treffen

Das Gesetz, das das Trinken auf den Rängen bei Fußballspielen verbietet, wurde 1985 vor dem Hintergrund der Hooligan-Problematik eingeführt. Burnham, der sich schon früher gegen die Regelung ausgesprochen hatte, nennt die Benachteiligung von Fußballfans falsch und sieht Spielraum für eine Abschaffung.

Das wurde gesagt

„Ich halte es nicht für fair, dass Fußballfans auf diese Weise herausgegriffen werden, und diesen Punkt habe ich deutlich gemacht.“

— Andy Burnham, Regierungschef

„Diese Gesetzgebung stammt aus einer Zeit, in der der Fußball ganz anders war, und ich glaube tatsächlich, dass es Argumente gibt, diese Diskriminierung zu beseitigen.“

— Andy Burnham, Regierungschef

„Es gibt verschiedene Wege, das umzusetzen – es könnte zunächst versuchsweise geschehen.“

— Andy Burnham, Regierungschef

„Aber ich werde von meiner seit Langem vertretenen Auffassung nicht abrücken.“

— Andy Burnham, Regierungschef

„Ich sehe nicht, wie es fair sein kann, dass Anhänger einer Sportart anders behandelt werden.“

— Andy Burnham, Regierungschef

Burnhams Aussagen sind eine direkte Herausforderung des Status quo und bringen ihn in Konflikt mit den Sicherheitsbehörden. Sein Vorschlag einer Testphase deutet Kompromissbereitschaft an, doch seine Wortwahl lässt kaum Zweifel an seinem eigentlichen Ziel.

Das Argument des Regierungschefs stützt sich auf Fairness: Warum sollten Fußballfans ein Privileg verwehrt bleiben, das in anderen Sportarten selbstverständlich ist? Kritiker halten dagegen, dass die besondere Kultur des Fußballs und seine Geschichte von Ausschreitungen eine Sonderbehandlung rechtfertigen.

Warum Burnham eine Änderung will

Andy Burnham setzt sich seit Langem für Fußballanhänger ein, und seine Everton-Verehrung gibt ihm eine persönliche Betroffenheit. Das Gesetz von 1985 entstand in einer dunklen Phase des englischen Fußballs, als Hooliganismus grassierte. Burnham argumentiert, das Spiel habe sich gewandelt: Moderne Stadien und Polizeimethoden machten das Verbot überflüssig.

Sein Ruf nach einer Testphase wirkt pragmatisch. Statt einer pauschalen Aufhebung schwebt ihm ein kontrolliertes Experiment vor, das vor einer dauerhaften Änderung ausgewertet werden könnte. So könnten Beweise gesammelt und Bedenken von Polizei und Sicherheitsgruppen ausgeräumt werden.

Doch die Haltung des Regierungschefs birgt auch politisches Risiko. Die schnelle Reaktion der UK Football Policing Unit zeigt, wie sensibel das Thema ist. Mit dem Wunsch nach einem Treffen wollen die Beamten die operative Realität von Alkohol auf den Rängen darlegen. Ignoriert Burnham ihre Sorgen, könnte ihm vorgeworfen werden, Populismus über Sicherheit zu stellen.

Die Zahlen

  • 1985: In diesem Jahr wurde das Verbot eingeführt, auf den Rängen bei Fußballspielen zu trinken.
  • 1 Sportart: Fußball ist die einzige große Sportart in England und Wales, in der das Trinken auf den Rängen verboten ist.
  • 0 Testprojekte wurden bislang angekündigt, doch Burnham brachte sie als möglichen Weg ins Spiel.

Widerstand der Polizei

Die UK Football Policing Unit reagierte umgehend und erklärte, sie wolle den Regierungschef treffen, um „seine Ansichten zu erörtern und die Herausforderungen zu erklären, die diese vorgeschlagenen Änderungen für die Polizeiarbeit und die Sicherheit von Mitarbeitern und Fans bei Fußballspielen mit sich bringen würden“.

„Andere Sportarten erleben einfach nicht die Gewalt und das kriminelle Verhalten ihrer Anhänger, die es im Fußball gibt – wenn auch nur bei einer Minderheit –, wobei Alkohol oft eine erhebliche Rolle bei gewalttätigem und ordnungswidrigem Verhalten spielt.“

— UK Football Policing Unit

„Es wäre unverantwortlich, dies durch einen höheren Alkoholkonsum während der Spiele noch zu befeuern.“

— UK Football Policing Unit

Die Haltung der Polizei ist eindeutig: Alkohol trägt maßgeblich zu Ausschreitungen bei Fußballspielen bei. Eine Aufhebung des Verbots würde bestehende Probleme verschärfen und Fans wie Mitarbeiter gefährden, argumentieren die Beamten.

Damit zeichnet sich ein möglicher Zusammenstoß zwischen dem Regierungschef und den Sicherheitsbehörden ab. Burnham hat auf die Erklärung der Polizei noch nicht reagiert, doch seine bisherigen Aussagen lassen vermuten, dass er seinen Standpunkt energisch verteidigen wird.

Wie es weitergeht

Der nächste Schritt dürfte ein Treffen zwischen dem Regierungschef und der UK Football Policing Unit sein. Dort wird sich entscheiden, ob Burnham seine Haltung abschwächt oder seine Vorschläge für einen Versuch vorantreibt. Jeder Versuch würde eine Gesetzesänderung erfordern, also parlamentarische Zeit und Abstimmung mit Klubs, Fanverbänden und Polizei. Es steht viel auf dem Spiel: Ein erfolgreicher Versuch könnte zu einer dauerhaften Änderung führen, ein Scheitern das Verbot für eine weitere Generation zementieren.

Diskussionspunkte

  • Sollte man Fußballfans zutrauen, auf den Rängen verantwortungsvoll zu trinken, oder macht die Hooligan-Geschichte des Sports das Verbot notwendig?
  • Wäre eine Testphase ein sinnvoller Kompromiss oder nur ein Zwischenschritt zur vollständigen Aufhebung, die die Polizei nicht bewältigen kann?
  • Ist es fair, dass Rugby- und Cricketfans mit Blick auf das Spielfeld trinken dürfen, Fußballfans aber nicht?
  • Könnte Alkohol auf den Rängen die Atmosphäre sogar verbessern und das Komasaufen vor dem Spiel reduzieren?

Häufige Fragen

Ist das Trinken auf den Rängen bei Fußballspielen derzeit verboten?

Ja, in England und Wales ist es gesetzlich untersagt, auf den Rängen bei Fußballspielen zu trinken. Das Verbot wurde 1985 wegen der Sorge vor Hooliganismus eingeführt.

Was hat Andy Burnham zum Alkohol-Verbot gesagt?

Burnham sagte, er halte es nicht für fair, dass Fußballfans herausgegriffen werden, und glaube, dass es Argumente gibt, die Diskriminierung zu beseitigen – möglicherweise versuchsweise.

Was hält die UK Football Policing Unit davon?

Die UK Football Policing Unit will den Regierungschef treffen, um die Herausforderungen zu erklären. Sie warnt, ein höherer Alkoholkonsum wäre angesichts der Rolle von Alkohol bei Ausschreitungen unverantwortlich.

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