PSR-Wahnsinn: Premier League führt Krieg gegen die Armen

Nottingham Forest wurden vier Punkte wegen Verstoßes gegen die PSR abgezogen. Everton verlor acht Punkte in zwei Verfahren. Unterdessen gab Chelsea in einem einzigen Transferfenster eine Milliarde Pfund aus. Die Regeln sind nicht dazu da, den Wettbewerb zu schützen – sie sollen die bestehende Ordnung zementieren.

Wie es dazu kam: Eine Geschichte des Financial Fair Play

Das Financial Fair Play wurde 2009 von der UEFA eingeführt, angeblich um zu verhindern, dass Vereine über ihre Verhältnisse wirtschaften. Doch von Anfang an war es eine Lösung für ein Problem, das für die Elite nicht existierte. Real Madrid, Barcelona und Manchester United hatten über Jahrzehnte globale Marken aufgebaut. Neues Geld – von Roman Abramowitsch bis Scheich Mansour – bedrohte diese Hierarchie. FFP war die Antwort des Establishments.

Die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln (PSR) der Premier League sind noch restriktiver. Vereine dürfen in drei Jahren nur 105 Millionen Pfund Verlust machen. Doch diese Zahl ist statisch, während die Einnahmen an der Spitze explodiert sind. 2010 betrug der Umsatz von Manchester United 286 Millionen Pfund. 2023 waren es 648 Millionen. Die 105-Millionen-Grenze wurde nicht angepasst. Sie ist eine Obergrenze für Ambitionen, die kleinere Vereine mit geringerer kommerzieller Basis unverhältnismäßig stark trifft.

Das Argument: PSR ist eine Kartell-Charta

Die Beweise sind erdrückend. Punktabzüge sind inzwischen ein fester Bestandteil der Premier-League-Saison, doch sie treffen scheinbar immer nur Vereine außerhalb der traditionellen Top Sechs.

  • Everton wurden zehn Punkte abgezogen (später auf sechs reduziert) für eine Überschreitung von 19,5 Millionen Pfund – ein Bruchteil der Milliarde, die Chelsea unter Clearlake Capital ausgegeben hat.
  • Nottingham Forest erhielt einen Abzug von vier Punkten, weil sie die PSR um 34,5 Millionen Pfund überschritten hatten, obwohl ihr Besitzer Evangelos Marinakis Geld investierte, um den Verein wettbewerbsfähig zu halten.
  • Manchester City sieht sich 115 Anklagen gegenüber, aber es gab keinen Punktabzug – nur einen Rechtsprozess, der sich hinzieht, während sie weiter Titel gewinnen.

Die Botschaft ist klar: Bist du ein historischer Gigant, ist finanzielles Missmanagement eine Sache für Anwälte. Bist du ein Aufsteiger, der ums Überleben kämpft, ist es eine Sache für die Punktetabelle.

Man betrachte Leicester City. Sie gewannen 2016 die Premier League mit einem Winzbudget. 2023 stiegen sie ab, weil sie aufgrund der PSR-Beschränkungen nicht investieren konnten, um die Klasse zu halten. Die Regeln bestrafen Vereine dafür, dass sie versuchen, in die Elite einzubrechen, und bestrafen sie erneut, wenn sie wieder absteigen. Es ist eine Falle.

Das Gegenargument: Ohne Regeln herrscht Chaos

Die Verteidigung der PSR lautet, dass ohne sie rücksichtslose Eigentümer Vereine in den Bankrott treiben würden. Portsmouth, Bury und Derby County sind warnende Beispiele. Aber PSR hat Bury nicht gerettet. Es hat Derby nicht gerettet. Diese Vereine brachen aufgrund von Missmanagement zusammen, nicht wegen übermäßiger Transferausgaben. PSR verhindert nicht, dass Eigentümer Dividenden abziehen oder Vereine mit Schulden belasten – wie es die Glazers bei Manchester United getan haben, die über eine Milliarde Pfund aus dem Verein zogen, während er stagnierte.

Wenn die Premier League wirklich an Nachhaltigkeit interessiert wäre, würde sie eine Gehaltsobergrenze einführen, die an den Umsatz gekoppelt ist, wie es die NBA tut. Stattdessen erlaubt sie Vereinen wie Manchester City, 115 Anklagen über sich schweben zu haben, während sie Erling Haaland und Josko Gvardiol für Ablösen verpflichten, die die Jahresbudgets ihrer Konkurrenten in den Schatten stellen.

Fazit: Das System wird bis 2026 zusammenbrechen

Das derzeitige PSR-Regime ist nicht nachhaltig. Vereine prüfen bereits rechtliche Schritte. Everton, Nottingham Forest und Leicester haben die Legitimität einer unabhängigen Kommission infrage gestellt, die Punktabzüge ohne klares Berufungsverfahren verhängen kann. Bis zum Ende der Saison 2025/26 wird mindestens ein Verein eine Klage einreichen, die die Premier League zwingt, entweder die PSR zu reformieren oder eine Abspaltung hinzunehmen. Meine Prognose: Newcastle United, unterstützt von saudi-arabischen Eigentümern, wird bis Juni 2026 die Regeln für Transaktionen mit verbundenen Parteien vor Gericht anfechten. Wenn sie gewinnen, bricht das gesamte Finanzgebäude zusammen. Wenn sie verlieren, hat sich die Premier League als geschlossene Gesellschaft erwiesen – und der Krieg gegen die Armen geht weiter.

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