Man United: 219,7 Mio. für die Abwehr – und doch dieselbe Viererkette?

Manchester United hat seit dem Sommer 2022 erstaunliche 219,7 Millionen Pfund für acht Verteidiger ausgegeben – und doch könnte die Startelf-Viererkette zum Auftakt der Saison 2025/26 exakt so aussehen wie am ersten Spieltag der Spielzeit 2022/23. Diese kuriose Situation wirft ernste Fragen zur Transferstrategie des Klubs auf und ob die Investitionen die Defensive von Erik ten Hag wirklich verbessert haben.

Kontext: Der Einkaufsrausch seit 2022

Seit Juli 2022 hat United acht Verteidiger verpflichtet, die Gesamtablösesumme beläuft sich auf 219,7 Millionen Pfund. Diese Summe stellt eine erhebliche Ausgabe dar und rangiert unter den höchsten Defensivausgaben im Weltfußball in diesem Zeitraum. Die Verpflichtungen umfassen Spieler für die Außen- und Innenverteidigung, mit dem Ziel, Tiefe und Konkurrenz für die etablierte Stamm-Viererkette zu schaffen.

Trotz dieses Talentzuflusses deuten Berichte darauf hin, dass Ten Hag möglicherweise auf dieselbe Viererkette setzt, die zum Auftakt der Saison 2022/23 startete. Diese Einheit, mit David de Gea im Tor und einer Abwehrkette aus Diogo Dalot, Raphaël Varane, Lisandro Martínez und Luke Shaw, ist – von Verletzungen oder Abgängen abgesehen – weitgehend intakt. Die Kontinuität könnte als Vertrauensbeweis gewertet werden, unterstreicht aber auch die Schwierigkeit neuer Zugänge, die etablierten Stammkräfte zu verdrängen.

Bemerkenswert ist, dass die Ausgaben nicht gleichmäßig verteilt waren. Einige Neuzugänge wurden als Backup geholt, andere sollten um Startplätze kämpfen. Doch die Tatsache, dass dieselben vier Spieler wieder beginnen könnten, deutet darauf hin, dass der Trainerstab das Verständnis und die Ausgewogenheit der bestehenden Partnerschaft höher bewertet als das Potenzial der Neuen.

Auswirkungen und Analyse: Was bedeutet das?

Die mögliche Wiederholung der Viererkette hat mehrere Implikationen. Erstens zeigt sie die Herausforderungen, denen sich neue Spieler bei der Anpassung an die Intensität der Premier League und die taktischen Anforderungen von Ten Hag gegenübersehen. Der Trainer hat Loyalität zu Spielern bewiesen, die sein System umsetzen, selbst wenn sie Kritik ausgesetzt sind. Zweitens wirft es Fragen zum Rekrutierungsprozess auf: Identifizieren Scouting- und Datenabteilungen Spieler, die ins Profil passen, oder gibt es Diskrepanzen bei Stil und Temperament?

Aus statistischer Sicht: Seit Beginn der letzten Saison hat United in der Liga 13 Zu-Null-Spiele gehalten, davon neun in der Spielzeit 2023/24. Die Defensivbilanz war solide, aber nicht spektakulär, mit gelegentlichen Aussetzern gegen hoch pressende Teams. Eine konstante Startelf könnte Kommunikation und Organisation verbessern, birgt aber auch das Risiko der Berechenbarkeit.

Für Fantasy-Premier-League-Manager ist die Unsicherheit über die Startelf ein Problem. Investitionen in neue Defensivspieler könnten auf der Bank landen, während die etablierten Kräfte – Dalot, Shaw, Varane und Martínez – zuverlässige Optionen bleiben, auch wenn ihre Offensivausbeute variiert. Dalot steuerte in der letzten Saison drei Vorlagen bei, Shaw zwei Tore und zwei Vorlagen.

Taktisch bevorzugt Ten Hag eine hohe Linie und aggressives Pressing, was Verteidiger erfordert, die in Eins-gegen-Eins-Situationen und mit dem Ball am Fuß sicher sind. Die aktuellen Stammspieler haben sich darin bewährt, doch die Tiefe des Kaders wurde durch Verletzungen auf die Probe gestellt. Die kommende Saison wird Rotation verlangen, besonders mit der Champions League im Hintergrund.

Historisches Beispiel: In der Saison 2020/21 wurde die konstante Innenverteidigung von Liverpool mit Virgil van Dijk und Joe Gomez durch Verletzungen zerrüttet, was zu einer Krise in der Saisonmitte führte. Uniteds Ansatz der Kontinuität könnte als Versuch gesehen werden, ein solches Szenario zu vermeiden, bedeutet aber auch, dass teure Kaderspieler unter mangelnden Einsatzzeiten leiden könnten.

Was kommt als Nächstes: Die Saison vor Augen

Vor dem neuen Saisonstart ruhen alle Blicke auf der Aufstellung von Ten Hag für das Auftaktspiel. Sollte dieselbe Viererkette benannt werden, wäre das ein Signal für Stabilität statt Neuheit. Doch angesichts der Anforderungen eines vollen Terminkalenders ist Rotation unvermeidlich. Die Neuzugänge werden Gelegenheiten bekommen, ihre Ansprüche anzumelden, müssen aber geduldig sein und bereit, ihre Chancen zu nutzen, wenn sie sich bieten.

Die Vereinsführung wird genau beobachten, wissend, dass weitere Investitionen nötig sein könnten, falls die bestehende Einheit keine konstanten Ergebnisse liefert. Vorerst ist die Loyalität des Trainers zu seinen vertrauten Verteidigern eine klare Botschaft: Erfahrung und Verständnis schlagen Reputation und Kosten. Die kommende Saison wird zeigen, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt ist.

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