Manchester Citys Jugendpolitik ist eine Lüge
Bei allem Gerede von einer goldenen Generation in der City Football Academy: Die Produktionslinie ist verstopft. Die Ausgaben in Höhe von 458 Millionen Pfund im letzten Sommer waren keine Investition in die Zukunft – sie waren ein Eingeständnis, dass man der eigenen Jugend nicht traut. Und der jüngste Ndiaye-Deal über 65 Millionen? Ein Pflaster auf einer selbst zugefügten Wunde.
Die Akademie-Fata Morgana: Ein Jahrzehnt falscher Versprechen
Seit 2011 hat City über 200 Millionen Pfund in die Akademie-Infrastruktur gesteckt, doch nur eine Handvoll Absolventen – Phil Foden, Rico Lewis und vielleicht Cole Palmer – haben den Sprung in die Startelf geschafft. Der Rest? Für bescheidene Ablösen verkauft oder freigestellt. Verglichen mit Barcelonas La Masia oder sogar Manchester Uniteds Class of '92 ist der Unterschied eklatant. Citys Akademie ist kein Durchgangsweg, sondern ein Profitcenter, das gelegentlich einen Rohdiamanten hervorbringt.
Daten der Premier League zeigen, dass nur 10 % der City-Akademieabsolventen zwischen 2015 und 2023 zehn oder mehr Pflichtspiele für den Klub absolvierten. Unterdessen haben Brighton und Brentford – mit einem Bruchteil von Citys Budget – höhere Quoten. Das Problem ist nicht das Talent, sondern die Gelegenheit. Der endlose Kreislauf des Einkaufens gestandener Stars versperrt den Weg.
Trophäen kaufen, Seelen verkaufen
Die Strategie ist einfach: alle ausstechen, die besten Spieler horten, gewinnen. Doch die Nebenwirkungen sind korrosiv. Mit 120 Millionen für Grealish, 100 Millionen für Grealishs Backup und 65 Millionen für Ndiaye sehen junge Hoffnungsträger keine Perspektive. Die Botschaft ist klar: Eure Entwicklung ist zweitrangig gegenüber dem sofortigen Erfolg. Also gehen sie. Cole Palmer erzielte 22 Tore für Chelsea in der letzten Saison; Romeo Lavia und Jadon Sancho blühen anderswo auf.
- Seit 2017 hat City 23 Akademieabsolventen für insgesamt 150 Millionen Pfund verkauft, doch nur sechs haben irgendeinen Einfluss auf die erste Mannschaft gehabt.
- Das Durchschnittsalter der Debütanten von City in der letzten Saison betrug 22,4 Jahre – höher als bei jedem anderen Klub der Top Sechs.
- Nur 4,5 % der Einsatzminuten in der Liga gingen in der letzten Saison an Spieler unter 21 Jahren – der niedrigste Wert der gesamten Liga.
Das ist kein Ausrutscher. Es ist eine philosophische Entscheidung. City kauft lieber einen bewährten 24-Jährigen, als einem vielversprechenden 18-Jährigen eine Chance zu geben. Das Ergebnis? Ein Kader voller Söldner ohne emotionale Bindung zum Klub. Wo ist der nächste Foden, wenn man ihn braucht? Er wäre längst an den AC Mailand verliehen und verkauft worden.
Das Gegenargument: Gewinnen ist alles
Kritiker werden sagen: „City gewinnt Titel, und das wollen die Fans. Jugendentwicklung ist ein Luxus für Klubs, die sich keine Transfers leisten können.“ Und was die Titel angeht, haben sie recht – sechs Meisterschaften in sieben Jahren sind außergewöhnlich. Aber hier ist der Haken: Citys Dominanz ist nicht nachhaltig. Die Finanzregeln werden strenger, die Kaderkosten explodieren, und das alternde Rückgrat – De Bruyne, Walker, Gündogan – bricht langsam auseinander. Wenn das Kaufrausch endet, hat City keinen selbst ausgebildeten Kern, auf den es sich stützen kann. Sie werden dort sein, wo United nach Ferguson war: ein Klub mit Geld und ohne Identität.
Die Geschichte ist voller Beispiele. Chelseas Akademie brachte John Terry hervor, aber sie gaben sie auf, um die Spielzeuge von Roman zu kaufen; jetzt kratzen sie in Cobham wieder Talente zusammen. Sogar Real Madrid, die ultimativen Galáctico-Käufer, halten einen Kern aus Carvajals und Nachos. City hat keinen solchen Anker. Der Ndiaye-Deal ist nicht clever, sondern verzweifelt. 65 Millionen für einen Spieler, der nicht gut genug für die Abstiegsmannschaft von Sheffield United war? Sie hätten einfach den jungen Michael Adeyemi aus der U23 hochziehen können – kostenlos.
Fazit: Eine hohle Dynastie, die zerbröckeln wird
City wird auch diese Saison wieder die Meisterschaft gewinnen – und vielleicht die Champions League. Aber die Risse werden sichtbar. 2027, wenn De Bruyne und Rodri ihren Zenit überschritten haben, wird City eine Generation von Spielern brauchen, die in der Premier League Erfahrung gesammelt haben. Die werden sie nicht haben. Stattdessen werden sie zu überhöhten Preisen Panikkäufe tätigen. Meine Prognose: Bis 2028 wird Manchester City einmal außerhalb der Top Vier landen, und die Ursache wird nicht Peps Abschied sein – sondern das Versagen ihrer Jugendarbeit, in einem Jahrzehnt keinen einzigen Weltklassespieler hervorzubringen.
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