Manchester City über neun Spielzeiten der Finanzverstöße schuldig gesprochen – Einspruch steht bevor

Eine unabhängige Kommission hat Manchester City der schweren Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden. Schein-Geschäftsverträge, fehlerhafte Berichterstattung und mehrere Versäumnisse bei der Kooperation haben die Einnahmen künstlich aufgebläht und die gemeldeten Kosten um mehr als 900 Millionen Pfund gesenkt. Der Verein bestreitet die Feststellungen und legt Einspruch ein; eine Strafe wurde noch nicht bestätigt.

  • Verein: Manchester City
  • Verstöße: Neun Spielzeiten, 2009/10 bis 2017/18
  • Zentrale Feststellung: Schein-Geschäftsvereinbarungen haben die Einnahmen künstlich erhöht und die gemeldeten Kosten um über 900 Mio. Pfund gesenkt
  • Weitere Feststellungen: Fehlerhafte Finanzberichterstattung, Verstöße gegen Ausgabengrenzen, mehrere Versäumnisse bei der Kooperation
  • Status: City weist die Feststellungen zurück und legt Einspruch ein; keine Sanktionen bestätigt
  • Mögliche Sanktionen: Geldstrafe, Punktabzug, künftige Punktestrafe, abstiegsverursachender Abzug, Spielsperre, Ausschluss, Entschädigung, verstärkte Überwachung oder eine Kombination

Die historischen Skandale im Vergleich

Der Fall City gehört zu einer seltenen Kategorie von Premier-League-Skandalen, die sich über Jahre erstreckten und Fragen zur Integrität ganzer Spielzeiten aufwarfen. Um zu beurteilen, ob es der größte ist, vergleicht der Quellartikel ihn mit fünf anderen.

European Super League (2021)

Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City, Manchester United und Tottenham kündigten Pläne an, an einem abtrünnigen Wettbewerb teilzunehmen. Vor den Stadien brachen Proteste aus, ehemalige Spieler verurteilten die Pläne und politische Führungspersönlichkeiten drohten mit Interventionen. Alle sechs englischen Klubs zogen sich innerhalb von etwa 48 Stunden zurück. Später vereinbarten sie eine gemeinsame Zahlung von 22 Millionen Pfund als Goodwill und akzeptierten einen drohenden Abzug von 30 Punkten sowie eine zusätzliche Strafe von 25 Millionen Pfund für jeden künftigen Abspaltungsversuch.

Das Projekt brach zusammen, bevor ein Spiel ausgetragen wurde, sodass die wettbewerblichen Konsequenzen im Vergleich zu den über abgeschlossene Spielzeiten angesammelten Vorteilen begrenzt waren.

West Ham, Carlos Tevez und Drittparteien-Eigentum (2006)

West Ham verpflichtete die argentinischen Nationalspieler Carlos Tevez und Javier Mascherano über Vereinbarungen, an denen Drittparteien-Eigentum beteiligt war. Die Premier League stellte fest, dass der Verein wichtige vertragliche Informationen nicht offengelegt hatte und dass Teile der Vereinbarungen gegen Ligaregeln verstießen. West Ham wurde mit 5,5 Millionen Pfund bestraft, entging aber einem Punktabzug. Tevez erzielte entscheidende Tore, darunter den Siegtreffer bei Manchester United am letzten Spieltag, als West Ham in der Liga blieb und Sheffield United abstieg. Ein Rechtsstreit endete mit einer außergerichtlichen Entschädigungsvereinbarung, die Berichten zufolge rund 20 Millionen Pfund wert war.

Luis Suárez und Patrice Evra (2011)

Liverpool-Stürmer Luis Suárez wurde beschuldigt, Manchester-United-Verteidiger Patrice Evra an der Anfield Road rassistisch beleidigt zu haben. Eine unabhängige FA-Kommission befand ihn für schuldig und verhängte eine Sperre von acht Spielen sowie eine Geldstrafe von 40.000 Pfund. Die Reaktion des FC Liverpool zog weitverbreitete Kritik auf sich, als Spieler Trikots zur Unterstützung von Suárez trugen, und die Situation verschärfte sich, als Suárez zunächst den Handschlag mit Evra vor einem späteren Treffen zu verweigern schien.

John Terry und Anton Ferdinand (2011)

Nach einem Spiel zwischen Chelsea und den Queens Park Rangers wurde Chelsea-Kapitän John Terry beschuldigt, gegenüber Anton Ferdinand rassistische Sprache verwendet zu haben. Terry wurde vor dem Strafgericht freigesprochen, aber von einer unabhängigen FA-Kommission nach einem anderen Beweismaßstab für schuldig befunden. Er erhielt eine Sperre von vier Spielen und eine Geldstrafe von 220.000 Pfund, wurde als englischer Kapitän entfernt und die Kontroverse trug zum Rücktritt von Fabio Capello als Nationaltrainer bei.

Eric Cantons Angriff auf einen Fan

Eric Cantons Kung-Fu-Tritt im Selhurst Park bleibt eines der schockierendsten Einzelereignisse in der Geschichte der Premier League. Nach einem Platzverweis im Trikot von Manchester United stürzte er sich auf einen Fan in der Menge. Der Vorfall brachte eine lange Sperre und eine strafrechtliche Verurteilung mit sich, obwohl die Darstellung des Quellartikels abgeschnitten ist.

Warum sich der Fall City unterscheidet

Die Super League war eine organisierte Herausforderung der Struktur des europäischen Fußballs, brach aber zusammen, bevor ein Ball gekickt wurde. Die Tevez-Affäre wirkte sich direkt auf den Abstieg aus, betraf aber nur eine Handvoll Verträge und eine einzige Saison. Die Rassismusfälle um Suárez und Terry verursachten tiefgreifenden kulturellen Schaden, ließen sich aber nicht in Punkten oder Pokalen messen.

Der Fall City betrifft die Finanzinformationen, mit denen die Regelkonformität über fast ein Jahrzehnt nachgewiesen werden sollte. Sollten die zentralen Feststellungen im Einspruchsverfahren Bestand haben, werden Umfang, Dauer und mögliche Konsequenzen einen Vergleich mit jedem früheren Premier-League-Skandal extrem schwierig machen. Mögliche Sanktionen umfassen eine Geldstrafe, einen erheblichen Punktabzug, eine Punktestrafe für eine künftige Saison, einen Abzug, der groß genug ist, um einen Abstieg zu verursachen, eine Sperre für Premier-League-Spiele, einen Ausschluss aus der Liga, Entschädigung für betroffene Klubs, verstärkte Finanzüberwachung, jede Kombination dieser Strafen sowie die umstrittene Möglichkeit, historische Titel abzuerkennen.

Diskussionspunkte

  • Die Super League endete in 48 Stunden; Citys angebliche Verstöße erstrecken sich über neun Spielzeiten. Allein die Dauer macht dies zum schwerwiegendsten Fall, den die Premier League je behandelt hat.
  • West Ham behielt seinen Premier-League-Status trotz einer Geldstrafe von 5,5 Millionen Pfund. Sollte City einem Abstieg entgehen, wird der Tevez-Präzedenzfall noch jahrelang zitiert werden.
  • Die Rassismus-Skandale beschädigten Ruf und Ansehen unwiederbringlich. Der Fall City bedroht die Legitimität von Trophäen – eine andere Art von Schaden, aber möglicherweise tiefergehend.
  • Ein Ausschluss aus der Premier League steht auf der Liste. Noch nie hat ein Erstligaklub wegen Finanzverstößen damit konfrontiert werden müssen, und der Einspruch wird entscheiden, ob es dabei bleibt.

Was als Nächstes passiert

Manchester Citys Einspruch gegen die Feststellungen der Kommission wird entscheiden, welche Sanktionen, falls überhaupt, angewendet werden. Eine Strafe wurde noch nicht bestätigt. Sollten die zentralen Feststellungen Bestand haben, muss die Premier League entscheiden, ob sie eine Geldstrafe, einen Punktabzug, eine Strafe für eine künftige Saison, einen abstiegsverursachenden Abzug, eine Spielsperre, einen Ausschluss, Entschädigung, verstärkte Überwachung oder eine Kombination verhängt. Das endgültige Urteil über den Platz des Skandals in der Geschichte hängt vollständig von diesem Ausgang ab.

Häufig gestellte Fragen

Welche Strafen könnten auf Manchester City zukommen?

Mögliche Sanktionen umfassen eine erhebliche Geldstrafe, einen großen Punktabzug, eine Punktestrafe für eine künftige Saison, einen Abzug, der groß genug ist, um einen Abstieg zu verursachen, eine Sperre für Premier-League-Spiele, einen Ausschluss aus der Premier League, Entschädigung für betroffene Klubs, verstärkte Finanzüberwachung oder eine Kombination mehrerer Strafen. Auch die umstrittene Möglichkeit, historische Titel abzuerkennen, wurde genannt.

Legt Manchester City gegen die Premier-League-Anschuldigungen Einspruch ein?

Ja. Manchester City weist die Feststellungen der Kommission zurück und legt Einspruch ein, mit der Begründung, dass die Entscheidung materielle Rechtsfehler, Fehler in Grundsätzen und Tatsachenfeststellungen enthalte. Eine endgültige Strafe wurde noch nicht bestätigt.

Wie vergleicht sich der Fall Manchester City mit dem Super-League-Skandal?

Die Super League brach zusammen, bevor ein Spiel ausgetragen wurde, sodass die wettbewerblichen Konsequenzen begrenzt waren. Der Fall City betrifft angebliche finanzielle Vorteile, die über mehrere abgeschlossene Spielzeiten angesammelt wurden, was einen Vergleich mit jedem früheren Premier-League-Skandal noch schwieriger macht, sollten die Feststellungen im Einspruchsverfahren Bestand haben.

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