Der neue FFP-Wahnsinn der Premier League ist ein Krieg gegen den Ehrgeiz

Der geplante „Squad-Cost“-Cap der Premier League ist keine Frage der Fairness – er ist ein Kartell zur Sicherung der bestehenden Verhältnisse. Indem die Ausgaben an die Einnahmen gekoppelt werden, bleibt garantiert: Die Reichen bleiben reich, die Ehrgeizigen bleiben still.

Historischer Kontext: Wie es dazu kam

Financial Fair Play (FFP) wurde 2011 eingeführt, angeblich um zu verhindern, dass Klubs über ihre Verhältnisse wirtschaften. Tatsächlich aber hat es die Hierarchie eingefroren. Manchester City, gestützt auf Abu-Dhabi-Geld, war gerade in die Top Vier vorgestoßen; FFP sollte den nächsten City verhindern. Seitdem haben Punktabzüge für Everton (10 Punkte, reduziert auf 6) und Nottingham Forest (4 Punkte) gezeigt, dass die Regeln Zähne haben – aber nur für jene außerhalb der Elite.

Unterdessen hat Chelsea seit der Übernahme durch Todd Boehly über 1 Mrd. Pfund ausgegeben und Verträge über acht Jahre gestreckt, um die Regeln zu umgehen. Die Schulden von Manchester United belaufen sich auf 650 Mio. Pfund, dennoch wird weiter investiert. Die Botschaft ist klar: Bist du groß genug, beugen sich die Regeln. Bist du klein, brechen sie dich.

Das Argument: Ein Cap unter anderem Namen

Die neue „Squad-Cost“-Regel, die die aktuellen Profit and Sustainability Rules (PSR) ersetzen soll, begrenzt Ausgaben für Gehälter, Transfers und Beraterhonorare auf ein Vielfaches der zentralen Einnahmen des ärmsten Klubs. In der Praxis bedeutet das eine harte Obergrenze, die Klubs wie Manchester City mit Einnahmen von 712 Mio. Pfund kaum spüren werden, während Newcastle, Aston Villa und Brighton auf einen Bruchteil dessen beschränkt werden.

Es ist ein Salary Cap unter anderem Namen – und anders als im US-Sport, wo Caps mit Einnahmenverteilung und Drafts einhergehen, gibt es hier keinen Mechanismus zur Umverteilung des Reichtums. Die großen Klubs behalten ihr Champions-League-Geld, ihre globalen Fanbasen, ihre 60.000-Plätze-Stadien. Der Rest bekommt gesagt, wo sein Platz ist.

  • Everton-Punktabzug wegen eines Verstoßes von 19,5 Mio. Pfund hätte den Verein fast in die zweite Liga befördert, während Manchester Citys 115 Anklagen wegen mutmaßlicher Verstöße in Höhe von Hunderten Millionen nach Jahren noch ungeklärt sind.
  • Newcastles Übernahme durch Saudi PIF wurde als Wendepunkt gefeiert, doch PSR hat verhindert, dass sie ihr Vermögen ausgeben können, und sie im Mittelfeld der Tabelle gefangen.
  • Aston Villas Aufstieg unter Unai Emery basiert auf kluger Kaderplanung, doch um ihn zu halten, müssen sie investieren – und sind bereits nahe am PSR-Limit.

Gegenargument: Finanzielle Stabilität zählt

Verteidiger von FFP argumentieren, ohne es würden Klubs rücksichtslos ausgeben und pleitegehen, wie Portsmouth und Bury. Sie verweisen auf Barcelonas Finanzkollaps und sagen, die Regeln seien notwendig. Doch die Premier League ist nicht La Liga; ihre Klubs sind die reichsten der Welt, mit kombinierten Einnahmen von über 6 Mrd. Pfund. Das Insolvenzrisiko wird übertrieben – und außerdem verhindert PSR keine schlechte, sondern ehrgeizige Eigentümerschaft.

Wenn das Ziel Nachhaltigkeit ist, warum nicht ein hartes Salary Cap einführen, gekoppelt an einen Prozentsatz der ligaweiten Einnahmen, mit einem robusten Umverteilungsmodell? Weil die großen Klubs dem nie zustimmen würden. Das aktuelle System ist darauf ausgelegt, sie zu schützen, nicht den Sport.

Fazit: Eine Liga der zwei Klassen

Innerhalb von drei Jahren wird die Premier League eine Zwei-Klassen-Liga sein: die „Big Six“ und der Rest. Die Kluft wird unüberbrückbar. Klubs wie Newcastle und Aston Villa werden gezwungen sein, ihre besten Spieler an die Elite zu verkaufen, was den Kreislauf perpetuiert. Der einzige Ausweg ist ein hartes Salary Cap mit Einnahmenverteilung – aber das wird nicht passieren, solange die großen Klubs die Fäden in der Hand halten.

Prognose: Bis zur Saison 2027/28 werden mindestens zwei der aktuellen „Big Six“ jedes Jahr ein Jahrzehnt lang die Liga gewonnen haben, und der Punkteabstand zwischen Platz vier und fünf wird 15 Punkte übersteigen. Die Premier League wird zur Scottish Premiership mit besserer TV-Grafik.

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