Evertons späte Deadline-Day-Offerte für Tammy Abraham

Everton hat laut BBC-Reporter Sami Mokbel am letzten Tag der Transferperiode versucht, Mittelstürmer Tammy Abraham von Aston Villa zu verpflichten. Die „Toffees“ wollten ihre Offensive offenbar noch kurzfristig verstärken.

Die Verpflichtung eines Mittelstürmers stand bei Everton während des gesamten Fensters auf der Agenda, doch die primären Transferziele verpasste der Klub. Abraham, der in Villa Park nur wenig Spielzeit erhält, wurde zur späten Option – ein Deal kam jedoch vor Ablauf der Frist nicht mehr zustande.

Hintergrund: Evertons Suche nach einem Stürmer

Evertons Interesse an Abraham unterstreicht den dringenden Bedarf an Torgefahr. In 24 Premier-League-Spielen erzielte der Klub nur 24 Tore – der drittschlechteste Wert der Liga. Nur Southampton (20) und Ipswich Town (19) sind schlechter, wobei Everton sich auf eine Abwehr verlassen kann, die 25 Gegentore kassierte – ein Durchschnittswert im Mittelfeld.

Dominic Calvert-Lewin führt die Reihe mit sechs Ligatoren an, doch Verletzungen haben seine Saison gestört. Beto, der 2023 von Udinese verpflichtete Portugiese, steuerte drei Tore bei, konnte sich aber keinen Stammplatz sichern. Mit nur zwei gelernten Stürmern im Kader ist Evertons Interesse an einer dritten Option verständlich.

Abraham (27) war in dieser Saison bei Aston Villa nur Randfigur. Er kam auf 14 Liga-Einsätze, aber nur vier Startelfnominierungen und erzielte zwei Tore. Das einstige Eigengewächs des FC Chelsea verbrachte die letzte Saison leihweise bei der Roma, wo er unter José Mourinho zu alter Form fand, ehe er im Sommer zu den Villans zurückkehrte.

Transfermarkt: Ablöse von 15 Millionen Pfund

Die kolportierte Ablöse für Abraham liegt bei 15 Millionen Pfund – eine überschaubare Summe im Kontext des Premier-League-Marktes. Villa zahlte 2021 noch 34 Millionen an Chelsea, doch sein Marktwert ist durch unregelmäßige Einsätze und einen Kreuzbandriss 2023 gesunken.

Für Everton wäre eine Investition von 15 Millionen im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten gelegen, insbesondere nachdem der Klub die Profit-and-Sustainability-Regeln der vergangenen Saison erfüllte. Allerdings ist Evertons Spielraum für feste Transfers begrenzt; in den letzten Fenstern verließ man sich stark auf Leihgeschäfte, darunter die Verpflichtungen von Jack Harrison von Leeds United und Arnaut Danjuma von Villarreal.

Einfluss-Analyse: Was hätte Abraham eingebracht?

  • Taktische Passung: Evertons Trainer Sean Dyche bevorzugt ein direktes 4-4-1-1. Abrahams körperliches Halte- und Laufsiegel würde Calvert-Lewin ergänzen oder eine Alternative bieten, wenn der englische Nationalstürmer ausfällt.
  • Wunschdenken Premier-League-Impact: Ein Stürmer mit 49 Premier-League-Toren – 16 davon für Chelsea in der Saison 2019/20 – würde Evertons Offensive sofort verstärken. Allerdings ist seine aktuelle Form besorgniserregend: In den letzten neun Liga-Spielen traf er nicht.
  • FPL-Warnung: Für Fantasy-Premier-League-Manager ist Abraham mit 5,9 Millionen gepreist und wird von 1,2 % der Spieler gehalten. Wäre er zu Everton gewechselt, hätte er ein freundliches Restprogramm gehabt (Crystal Palace, Leicester, West Ham), doch seine Einsatzzeiten wären ungewiss gewesen.

Dass Abraham sich bei Aston Villa nicht durchsetzen konnte, ist bezeichnend. Trainer Unai Emery bevorzugt eine schnelle, bewegliche Offensive, mit der Abrahams Spielstil nicht konform geht. Ein Wechsel zu Everton, wo Dyches System pragmatischer ist, hätte seiner Karriere neuen Schub verleihen können.

Wie geht es weiter: Sommer-Wechsel möglich?

Obwohl die Deadline-Day-Bemühungen scheiterten, signalisiert das Interesse, dass Everton im Sommer erneut anklopfen könnte. Abrahams Vertrag läuft bis 2027, doch Villa könnte bereit sein, einen Spieler abzugeben, der nicht im Zentrum der Planungen steht – vor allem, wenn man eine Ablöse von rund 15 Millionen erzielen kann.

Für Everton bleibt der Bedarf an Verstärkung dringend. Der Klub steht auf Rang 16, nur fünf Punkte über der Abstiegszone. Angesichts von Calvert-Lewins Verletzungsanfälligkeit und Betos Inkonsistenz ist ein weiterer Stürmer Priorität. Sollten die Toffees den Klassenerhalt schaffen, ist ein Sommer-Offerte für Abraham eine realistische Option.

Abraham steht derweil der Rest der Saison bei Villa Park nur als Bankoption im Rampenlicht. Er müsste Ollie Watkins oder Jhon Durán verdrängen, um Startelf-Einsätze zu bekommen. Da Villa in der Champions League spielt, könnten seine Chancen begrenzt bleiben. Seine Zukunft beim Klub ist ungewiss, und ein endgültiger Abschied im kommenden Sommer wird immer wahrscheinlicher.

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