James Garner ist der unterschätzteste Spieler der Premier League – und die Zahlen beweisen es

Vergesst die Galácticos. Vergesst die 100-Millionen-Euro-Flops. Das unverzichtbarste Rad im Überlebenskampf der Premier League trägt die Nummer 37 bei Everton, und sein Name ist James Garner. Bei Sky Sports hört man das nicht. In den Zeitungen liest man es nicht. Aber die Daten sind ohrenbetäubend.

Der unsichtbare Taktgeber von Goodison

Seit seiner Rückkehr nach einer Rückenverletzung im November hat Garner 18 Ligaspiele von Beginn an bestritten. Evertons Punkteschnitt mit ihm: 1,44 – das würde für Platz 12 reichen. Ohne ihn? 0,78 Punkte pro Spiel – Abstiegsform. Er ist kein Glamourboy, er macht keine Highlight-Reels. Er tut das Eine, was Sean Dyches Team konkurrenzfähig hält: Er spielt den Ball nach vorne.

Garner kommt auf 5,2 progressive Pässe pro 90 Minuten – dritter unter Evertons Mittelfeldspielern, aber entscheidend: Seine Passquote von 86 Prozent ist die höchste im Kader bei Spielern mit mehr als zehn Einsätzen. Er zirkuliert nicht nur den Ball; er verwandelt Abwehr in Angriff in zwei Berührungen. Das ist der Unterschied zwischen einer Saison des Überlebens und einer Saison der Peinlichkeit.

Warum Dyches System auf ihn angewiesen ist

Dyches Fußball wird oft als primitives Langholz-Chaos karikiert. Aber im Kern braucht es einen Mittelfeldspieler, der die erste Pressinglinie durchbricht, um die Abwehr zu entlasten. Ohne das werden die Innenverteidiger eingeschnürt, die Außenverteidiger überladen, und das Team bricht zusammen. Garner ist das Ventil.

  • Garner gehört zu den besten 15 Prozent der Premier-League-Mittelfeldspieler bei Pässen unter Druck (78 Prozent Erfolgsquote).
  • Er erobert 6,9 Bälle pro Spiel – mehr als jeder andere Everton-Mittelfeldspieler außer Idrissa Gueye. Und er ist 23.
  • Sein Expected Threat (xT) durch Pässe liegt bei 0,24 pro 90 Minuten – doppelt so hoch wie bei Abdoulaye Doucouré. Er kreiert, ohne dass der Ball an seinen Füßen klebt.

Das ist keine Rolle, die Schlagzeilen produziert. Es ist die Rolle, die Zu-Null-Spiele produziert. Everton hat in den letzten elf Partien fünfmal die Null gehalten – drei dieser weißen Westen kamen mit Garner als primärem Ballvorantreiber. Die einzige Niederlage in dieser Serie war das 2:0 bei Manchester City, als Garner mit einer Blessur fehlte.

Aber ist er nicht nur ein sicherer Passgeber?

Das Gegenargument liegt auf der Hand: Garner sei konservativ. Er assistiert nicht, er trifft nicht, er treibt nicht mit dem Ball. Und genau das ist der Punkt. Everton hat andere Spieler für das Chaos – Dwight McNeil, Jack Harrison, selbst Abdoulaye Doucouré in seinen gelegentlichen Lichblicken. Was ihnen fehlt, ist jemand, der das Chaos reduziert. Garner macht das so gut, dass Gegner gezwungen sind, tiefer zu verteidigen, was wiederum den Außenverteidigern erlaubt, aufzurücken.

Schaut auf die Daten: Wenn Garner spielt, steht Evertons Abwehrlinie im Schnitt vier Yards höher. Diese winzige Verschiebung verwandelt ihre Form von einem letzten Bollwerk in einen organisierten Mittelblock. Das Ergebnis: Sie kassieren 1,1 Gegentore pro Spiel mit ihm, 2,0 ohne ihn. Das ist der Unterschied zwischen einem Punkt und einer Niederlage. Im Abstiegskampf ist das alles.

Das Fazit: Ein 15-Millionen-Schnäppchen, das in 18 Monaten für 40 Millionen weggeht

James Garner wird nächste Saison nicht mehr für Everton spielen. Nicht, weil er gehen will, sondern weil die Geier kreisen. Vereine wie Crystal Palace und Fulham haben ihn in diesem Kalenderjahr bereits fünfmal beobachtet. Chelsea sucht unter dem neuen Alonso-Regime einen einheimischen, risikoarmen Mittelfeldanker – Garner passt perfekt ins Profil. Merkt euch meine Worte: Bis Ende des Sommer-Transferfensters wird Garner zu einem Verein gewechselt sein, der in der oberen Tabellenhälfte landet, und Everton wird erklären müssen, warum sie den Spieler verkauft haben, der sie in der Liga gehalten hat.

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