Manchester Citys Akademie-Pipeline ist eine Drehtür – und das ist hausgemacht
Manchester City ist der größte Talent-Sammler des Fußballs, doch die Akademie ist ein Sieb. Die 60 Millionen Euro teure Verpflichtung von Iliman Ndiaye – ein Spieler, den sie einst aussortierten – ist das jüngste Exponat eines selbstschädigenden Kreislaufs, der einen kleineren Klub in Verlegenheit bringen würde. Aber es geht nicht um Geld; es geht um ein philosophisches Versagen, die eigenen Juwelen zu erkennen.
Die Geister von Citys Vergangenheit: Von Sancho bis Lavia
Jadon Sancho wechselte 2017 für 8 Millionen Euro zu Borussia Dortmund, heute ist er das Zehnfache wert. Romeo Lavia folgte 2021, wurde für 10,5 Millionen an Southampton verkauft und zwei Jahre später für 58 Millionen zu Chelsea weitergereicht. Cole Palmer – ein Spieler, den City für 42,5 Millionen ziehen ließ – wurde gerade zum PFA-Jungprofi des Jahres gewählt und hat sie im Community Shield abgefackelt. Jeder Abgang war damals logisch; jeder ist heute ein Armutszeugnis.
Ndiaye, der fünf Jahre in Citys Akademie verbrachte, bevor er 2016 freigestellt wurde, kehrt nun für eine Ablöse zurück, die undenkbar gewesen wäre, hätte man ihn behalten. Marseille, Sheffield United, dann ein 60-Millionen-Mann – City zahlt für das fertige Produkt mehr, als es gekostet hätte, das Rohmaterial zu behalten.
Die Zahlen lügen nicht: Citys Akademie-Absolventen in der ersten Mannschaft sind eine Seltenheit
Seit der Übernahme durch Abu Dhabi 2008 haben nur drei Akademie-Absolventen den Sprung in die Stammelf geschafft: Micah Richards, Phil Foden und – angeblich – Pablo Maffeo, obwohl der nicht blieb. In derselben Zeit hat Arsenals Hale End Bukayo Saka, Emile Smith-Rowe und Reiss Nelson hervorgebracht. Das Problem ist nicht die Rekrutierung, sondern der Weg nach oben.
- Phil Foden ist die Ausnahme, aber selbst er wäre 2022 beinahe verkauft worden, um Erling Haalands Ankunft zu finanzieren.
- James McAtee, 22, wurde dreimal verliehen, während City einen weiteren Mittelfeldspieler kauft.
- Liam Delap, für einen Pappenstiel an Ipswich verkauft, trifft jetzt in der Premier League nach Belieben.
Citys Antwort ist zu kaufen – 70 Millionen für Josko Gvardiol, 100 Millionen für Jack Grealish, nun 60 Millionen für Ndiaye. Doch das sind keine Akademie-Produkte, sondern kommerzielle Vermögenswerte. Währenddessen gewinnen die U21-Trophäen in Isolation, abgekoppelt von den Erfolgen der ersten Mannschaft.
„Aber City gewinnt alles“ – und genau das ist das Problem
Das Gegenargument ist öde vorhersehbar: Citys Triple-Gewinner-Kader rechtfertigt jeden Transfer. Doch dieser Erfolg basiert auf astronomischen Ausgaben – über 1,4 Milliarden Euro seit 2008 – und die eigenen Untersuchungen des Klubs zeigen, dass Eigengewächse weniger kosten und loyaler sind. Wenn Pep Guardiola geht und die Sanktionen endlich zuschlagen, wird City die Akademie brauchen – aber sie haben sie verkauft.
Das jüngste 2:2 gegen Everton offenbarte denselben Kurzatmigkeit. Während Ndiaye von der Bank zusah, mühten sich Citys 100-Millionen-Bankdrücker gegen einen abstiegsbedrohten Gegner. Evertons Ainsley Maitland-Niles – ein weiterer Abfall eines großen Klubs – glich in der Nachspielzeit aus. Das ist kein Pech, sondern ein struktureller Fehler.
Das Urteil: City wird diese Dekade bereuen
Bis 2030 wird Man City über zwei Milliarden Euro für Transfers ausgegeben haben und dennoch „Eigengewächs“ für einen Kader beanspruchen, der keine Stammkräfte aus der Akademie enthält. Wenn Pep Guardiola nicht persönlich einen McAtee oder Borges fördert, wird die Drehtür weiter rotieren. Prognose: Bis 2028 wird City einen Rekordversuch unternehmen, einen Spieler zurückzuholen, den sie in den nächsten zwei Jahren gehen lassen – Ndiaye wird dann 28 sein und vielleicht nicht der Erste sein.
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