Arsenal und Manchester City führen das Zwei-Team-Titelrennen nach vier Spielen an
Arsenal und Manchester City sind die einzigen Premier-League-Teams mit 12 Punkten aus vier Spielen und haben damit vier Zähler Vorsprung auf den drittplatzierten Hull City sowie fünf Punkte auf das Verfolgerfeld. Da Chelsea, Liverpool, Manchester United und Tottenham allesamt schlecht gestartet sind, sieht der Titelkampf bereits wie ein Duell zweier Pferde aus.
- Wettbewerb: Premier League 2026-27
- Absolvierte Spiele: Vier
- Top zwei: Arsenal und Manchester City, beide mit 12 Punkten
- Abstand: Vier Punkte auf den Dritten Hull City, fünf auf den Rest
- Einsatz: Ob ein Verfolger zu den frühen Spitzenreitern aufschließen kann
Wie gut waren Arsenal und Manchester City?
Arsenal und Manchester City sind die einzigen beiden Teams mit einer perfekten Bilanz. Sie liegen vier Punkte vor dem drittplatzierten Hull City, dessen starke Frühform sie wohl kaum ins Titelgespräch bringen dürfte, und fünf vor dem Rest.
Arsenal ist amtierender Meister und Titelfavorit der Vorsaison. Unter Trainer Mikel Arteta beendeten sie in der vergangenen Saison eine 22-jährige Durststrecke mit einer oft als kräftezehrend wahrgenommenen Spielweise. In diese Saison starteten sie mit einem äußerst beeindruckenden 3:0-Erfolg über Manchester City im Community Shield.
Es folgten Siege gegen Coventry, Aston Villa, Chelsea und Sunderland sowie gegen Napoli in der Champions League. Einschließlich der letzten Saison sind sie nun auf einer Serie von neun Ligasiegen in Folge und verloren letztmals in einem Pflichtspiel über 90 Minuten gegen City am 19. April.
Anders als Arsenal hat City in dieser Saison keine Kontinuität, denn Chefcoach Pep Guardiola verließ den Klub nach sechs Meisterschaften, darunter ein Triple, in zehn Jahren. Enzo Maresca, einst sein Assistent, hat übernommen und die Mannschaft nach der Niederlage in Cardiff gegen die Gunners zu vier Siegen aus vier Ligaspielen geführt.
Sie besiegten Bournemouth, Crystal Palace und Coventry sowie Porto in der Champions League, ehe am Sonntag der umstrittene 1:0-Erfolg bei Manchester United folgte. Erling Haaland erzielte das einzige Tor, wobei die Schiedsrichterabteilung der Premier League später einen Fehler einräumte, da das Tor wegen Abseits hätte aberkannt werden müssen.
Trotz ihrer 100-Prozent-Starts deuten die zugrunde liegenden Zahlen hinter den Serien von Arsenal und City nicht auf totale Dominanz hin. Brighton (13) und Chelsea (10) haben mehr Tore erzielt als die acht, die die beiden Spitzenreiter jeweils netzten. Bei den Schüssen rangieren Arsenal und City auf den Plätzen 10 und 11, bei Ballkontakten im gegnerischen Strafraum auf sechs bzw. fünf. Arsenal kassierte nur ein Gegentor, City zwei – zwei der besten Werte der Liga.
Und der Rest?
Die nächsten drei Titelfavoriten bei den meisten Buchmachern waren der Reihenfolge nach Chelsea, Liverpool und Manchester United, mit Tottenham etwas weiter zurück. Chelsea und Liverpool trennten sich beide von ihren Trainern und holten im Sommer Xabi Alonso bzw. Andoni Iraola. United und Spurs wechselten bereits früher im Jahr 2026 den Trainer, wobei Michael Carrick und Roberto de Zerbi ihre ersten Vorbereitungen absolvierten.
In der letzten Saison beendete Chelsea die Spielzeit auf Platz 10, Liverpool als Titelverteidiger auf Platz fünf und Spurs auf Platz 17 – während United nach einer Wende unter Carrick Dritter wurde. Für alle vier waren die Hoffnungen also groß, dass dies eine bessere Saison werden würde.
Chelsea ist Fünfter, mit nur einer Niederlage bisher, und hat 10 Tore erzielt, aber neun kassiert – der viertschlechteste Wert der Liga. Sie haben in jedem ihrer ersten vier Spiele einer Premier-League-Saison zwei oder mehr Gegentore hinnehmen müssen, erstmals seit 2015-16.
Liverpool steht auf Platz sieben, unbesiegt nach vier Spielen, aber drei davon sind Unentschieden. Es ist erst das dritte Mal in den letzten 63 Spielzeiten, dass sie keines ihrer ersten beiden Heimligaspiele gewinnen konnten.
United ist 13. mit vier Punkten – gleichbedeutend mit ihrem schlechtesten Start in eine Premier-League-Saison seit 1992-93, auf Augenhöhe mit der letzten Saison. Sie haben mehr Schüsse als jedes andere Team der Liga abgegeben – 84 – und die zweitwenigsten Schüsse zugelassen (41). Trotzdem haben sie ebenso viele Tore kassiert wie erzielt – sieben.
Spurs hätten sich nach zwei 17. Plätzen nicht im Titelrennen gesehen, aber auf einen besseren Start gehofft, stehen sie doch aktuell auf Platz 17. Schlimmer noch: Es war das erste Mal in der Vereinsgeschichte, dass sie in ihren ersten vier Ligaspielen ohne Tor blieben.
Die Zahlen
- Arsenal und Manchester City: jeweils 12 Punkte aus vier Spielen
- Abstand zum Dritten Hull City: vier Punkte
- Abstand zum Rest: fünf Punkte
- Erzielte Tore: Arsenal 8, Manchester City 8, Brighton 13, Chelsea 10
- Schussrang: Arsenal 10., Manchester City 11.
- Ballkontakte im gegnerischen Strafraum: Arsenal 6., Manchester City 5.
- Gegentore: Arsenal 1, Manchester City 2
- Manchester United Schüsse: 84 (Ligabestwert); zugelassene Schüsse: 41 (zweitwenigste)
- Manchester United erzielte/kassierte Tore: 7/7
- Chelsea erzielte/kassierte Tore: 10/9
- Premier-League-Saisons mit zwei oder mehr Teams, die die ersten vier gewinnen: sechs, einschließlich dieser
- Teams, die die ersten vier Spiele der englischen Topliga gewannen: 80; davon wurden 24 Meister
- Premier-League-Ära: neun von 28 Mannschaften, die zu Saisonbeginn vier Siege in Folge feierten, holten den Titel
- Klubs, die die Premier League gewannen, nachdem sie nach vier Spielen fünf oder mehr Punkte zurücklagen: zwei – Manchester United (fünfmal unter Sir Alex Ferguson) und Manchester City (2020-21)
Was sagt uns die Geschichte?
Vor dieser Saison haben 80 Teams in der englischen Topliga ihre ersten vier Ligaspiele gewonnen. Davon wurden nur 24 Meister, was belegt, dass frühe Dominanz nicht zwangsläufig bedeutet, dass eine Mannschaft das Tempo halten kann. In der Premier-League-Ära wurden neun der 28 Mannschaften, die zu Saisonbeginn vier Siege in Folge feierten, später Meister, zuletzt Manchester City 2023-24.
Es gab nur sechs frühere Premier-League-Saisons, in denen zwei oder mehr Teams jede ihrer ersten vier Partien gewannen. Und die schlechte Nachricht für das Verfolgerfeld: Nur zwei Klubs haben die Premier League gewonnen, nachdem sie nach vier Spielen fünf oder mehr Punkte zurücklagen. Manchester United schaffte dies fünfmal unter Sir Alex Ferguson (1992-93, 1996-97, 1998-99, 2007-08 und 2008-09), während Pep Guardiolas Manchester City das Kunststück 2020-21 vollbrachte.
Warum dieses Zwei-Team-Rennen kein Selbstläufer sein muss
Arsenal und Manchester City haben die maximale Punktzahl, doch die zugrunde liegenden Zahlen deuten nicht darauf hin, dass sie ihre Gegner überrollen. Beide haben nur acht Tore erzielt, weniger als Brighton und Chelsea. Ihre Schussränge – 10. und 11. – liegen im Mittelfeld. Das bedeutet, dass ihre perfekten Bilanzen auf defensiver Stabilität und klinischen Momenten statt auf anhaltender Dominanz beruhen – genau das Profil, das einbrechen kann, sobald der Spielplan härter wird.
City stellt sich zudem auf das Leben nach Pep Guardiola ein, wobei Enzo Maresca seine eigenen Ideen umsetzt. Der 1:0-Sieg bei Manchester United ging mit einer Schiedsrichterentschuldigung einher, nachdem Erling Haalands Tor wegen Abseits hätte aberkannt werden müssen. Schon jetzt entscheiden feine Margen die Ergebnisse an der Spitze.
Für das Verfolgerfeld sind die Warnsignale deutlich. Chelsea trifft reichlich, kassiert aber neun Gegentore; Liverpool spielt Unentschieden statt zu gewinnen; United hat die meisten Schüsse der Liga, aber eine negative Tordifferenz; Spurs trifft überhaupt nicht. Wenn nicht eine dieser Mannschaften schnell einen eklatanten Mangel behebt, könnte die Lücke zu den Top zwei zu einer Kluft werden.
Gesprächsthemen
- Arsenal und City gewinnen, ohne die Schussstatistik zu dominieren – ist das nachhaltig oder geht das Glück gegen bessere Gegner aus?
- Chelsea hat 10 Tore erzielt, aber neun kassiert. Kann Xabi Alonso eine Abwehr reparieren, die in jedem Ligaspiel zwei oder mehr Gegentore zugelassen hat?
- Manchester Uniteds 84 Schüsse und 41 zugelassene Schüsse deuten auf Kontrolle hin, doch sie stehen auf Platz 13. Ist die Chancenverwertung, nicht die Kreation, ihr eigentliches Problem?
- Spurs haben in vier Ligaspielen erstmals in ihrer Geschichte nicht getroffen. Ist Abstiegsform schon eine echte Sorge?
Wie geht es weiter
Arsenal und Manchester City kehren am Wochenende in den Premier-League-Spielbetrieb zurück, beide wollen ihre 100-Prozent-Bilanz ausbauen. Chelsea, Liverpool, Manchester United und Tottenham stehen vor entscheidenden Partien, um eine Lücke zu schließen, die laut Geschichte bereits schwer aufzuholen ist. Nur zwei Klubs haben die Premier League gewonnen, nachdem sie nach vier Spielen fünf oder mehr Punkte zurücklagen, und keiner der Verfolger kann sich einen weiteren Ausrutscher leisten.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Premier-League-Titelrennen bereits ein Duell zweier Pferde?
Arsenal und Manchester City sind die einzigen Teams mit 12 Punkten aus vier Spielen, vier Punkte vor dem drittplatzierten Hull City und fünf vor dem Rest. Keine andere Mannschaft hat eine perfekte Bilanz.
Wie viele Teams haben die Premier League gewonnen, nachdem sie nach vier Spielen fünf oder mehr Punkte zurücklagen?
Nur zwei Klubs: Manchester United, dem dies fünfmal unter Sir Alex Ferguson gelang, und Pep Guardiolas Manchester City 2020-21.
Was ist Tottenhams schlechtester Start in eine Ligasaison?
Spurs haben in ihren ersten vier Ligaspielen erstmals in der Vereinsgeschichte nicht getroffen und stehen aktuell auf Platz 17 der Tabelle.
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