Citys Jugendsystem ist Opfer des eigenen Erfolgs

Manchester City hat die teuerste, am besten ausgestattete Akademie im Weltfußball. Doch die erste Mannschaft leidet unter chronischer Abhängigkeit von importierten Fertigstars, während Eigengewächse in der Leihstation verkümmern oder für Profit verkauft werden. Das ist kein Bug – es ist die Strategie.

Das Pep-Paradoxon: Kurzfristiger Ruhm, langfristiger Schaden

Pep Guardiola hat in fünf Jahren vier Premier-League-Titel gewonnen. Aber seit 2016 hat er nur einer Handvoll Akademiespielern das Liga-Debüt geschenkt. Phil Foden ist die Ausnahme, nicht die Regel. Derweil haben Jadon Sancho, Romeo Lavia und Cole Palmer den Verein verlassen, um anderswo zu Stars zu werden – weil City ihnen keine Perspektive bot. Allein für Verteidiger gab der Klub seit 2019 netto über 400 Millionen Pfund aus, während James McAtee, ein Mittelfeldmann mit echtem Potenzial, in zwei Spielzeiten nur neun Ligaeinsätze verbuchte. Das ist keine Entwicklung, sondern Hamstern.

Die Beweise: Ein Friedhof der Talente

Man betrachte die Liste der Akademieabsolventen, die verkauft oder verliehen wurden und heute in Citys Startelf stehen würden:

  • Cole Palmer – 20 Tore und 10 Vorlagen für Chelsea 2023/24, während City einen zweiten kreativen Mittelfeldspieler sucht.
  • Romeo Lavia – dirigiert das Mittelfeld bei Liverpool, nachdem City eine unnötige Rückkaufklausel über 53 Mio. Pfund zog.
  • Jadon Sancho – Dortmunds Trumpf vor dem 73-Millionen-Wechsel zu United, der durch Citys Verweigerung von Spielminuten erzwungen wurde.

Das sind keine Fehler der Talentidentifikation. Es sind Fehler der Integration. Guardiolas System verlangt sofortigen Gehorsam und technische Perfektion, die junge Spieler selten bieten. Also werden sie mit Rückkaufklauseln verkauft – eine Absicherung, die junge Menschen als Vermögenswerte behandelt, nicht als Seelen.

Das Gegenargument: Titel rechtfertigen den Ansatz

Kritiker werden sagen: City hat in den letzten zehn Jahren mehr gewonnen als jeder andere englische Klub. Warum ändern? Die Antwort liegt in der strukturellen Verletzlichkeit des Klubs. 2023/24, als Kevin De Bruyne und Erling Haaland verletzt ausfielen, hatte City keinen Akademiespieler, der einspringen konnte. Sie verpflichteten Matheus Nunes und Jeremy Doku für zusammen 100 Millionen Pfund – Spieler, die noch nicht gesetzt sind. Im Gegensatz dazu kamen Arsenals Bukayo Saka und Emile Smith Rowe aus Hale End, um Verletzungen zu kompensieren und den Titelkampf zu beflügeln. Citys Modell funktioniert nur bei unbegrenzten Geldmitteln. Doch mit verschärften Finanzregeln und 115 Anklagepunkten der Premier League könnte diese Ära enden.

Fazit: Die Akademie wird City teurer kommen als sie spart

Innerhalb von zwei Jahren wird Manchester City einen weiteren Akademieabsolventen – wahrscheinlich Rico Lewis oder Oscar Bobb – gegen eine hohe Ablöse verkaufen, während Guardiolas Nachfolger einen Kader alternder Stars ohne Tiefe erbt. Die Weigerung des Klubs, der eigenen Produktion zu vertrauen, ist keine Stärke; es ist eine strategische Sackgasse, die einen schmerzhaften Umbau erzwingt, wenn der Scheckbuch-Deckel endlich zufällt.

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