Arsenal und Manchester City – Titelkampf pur: Nur ein Tor könnte entscheiden

Manchester Citys 2:0-Erfolg gegen Arsenal am Sonntag hat den Premier-League-Titelkampf auf die Spitze getrieben. Es ist gut möglich, dass die Meisterschaft am Ende durch die Tordifferenz oder sogar ein einziges Tor entschieden wird.

So steht der Titelkampf

Neun Spieltage vor Schluss führt Arsenal die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung vor Manchester City an, aber die Citizens haben ein Spiel weniger absolviert. Gewinnen City diese Partie, würden sie aufgrund der besseren Tordifferenz die Tabellenführung übernehmen. Aktuell steht City bei +43, Arsenal bei +41.

Beide Teams sind in der Liga insgesamt 13 Mal in Folge ungeschlagen und haben seit Mitte Januar nur zwei Punkte abgegeben. Arsenal hat die letzten acht Spiele gewonnen, City die letzten sechs.

Das Ergebnis am Samstag im Etihad war wegweisend. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit schlugen City innerhalb von drei Minuten kurz vor der Stunde doppelt zu und entlarvte dabei Arsenals hoch stehende Abwehrkette. Die Gunners hatten Chancen, vergaben sie aber – und sind nun auf Ergebnisse anderer angewiesen.

Seit dem 2:2-Unentschieden beim FC Liverpool im Dezember waren beide Teams nahezu perfekt. Arsenal blieb in sechs der letzten sieben Ligaspiele ohne Gegentor, City kassierte in den letzten sechs Partien nur drei Treffer. Beide Abwehrreihen zählen zu den besten Europas.

Tordifferenz als Zünglein an der Waage

Sollten beide Teams am Ende punktgleich sein, entscheidet die Tordifferenz über den Titel. In der Premier League war das zuletzt 2012 der Fall, als City Manchester United am letzten Spieltag noch abfing.

Arsenals +41 ist der beste Wert des Vereins in einer Erstliga-Saison, aber Citys +43 ist beeindruckend. Ein Torverhältnis von sechs Treffern müssten die Gunners aufholen, doch in den verbleibenden Spielen warten auch Abstiegskandidaten, die Chancen auf Schützenhilfe bieten.

Citys Nachholspiel ist gegen West Ham zu Hause – eine Partie, die historisch gesehen viele Tore verspricht. Gewinnt City mit 3:0, stände die Tordifferenz bei +46, und Arsenal müsste fünf Treffer aufholen.

Umgekehrt empfängt Arsenal noch Chelsea, Tottenham und Wolves – alles Teams, die Gegentreffer in Serie kassieren können. Zudem müssen die Gunners am letzten Spieltag nach Old Trafford reisen, eine Partie, die den Titel entscheiden könnte.

Taktik-Kniffe im Spitzenspiel

Das Duell im Etihad zeigte, wie knapp die Karten gemischt sind. Arsenals Plan – Druck absorbieren und kontern – ging 55 Minuten lang auf, doch ein kurzer Aussetzer ermöglichte Kevin De Bruyne, den Ball hinter die Abwehrkette zu spielen – das 1:0.

Citys zweiter Treffer offenbarte Arsenals Schwäche bei schnellen Gegenstößen. Nach einem Fehlpass im Mittelfeld stürmten drei City-Angreifer nach vorne und überrannten die Arsenal-Defensive.

Mikel Artetas Team agierte in dieser Saison direkter und erzielte im Schnitt 6,5 Kontertore, aber City neutralisierte diese Gefahr durch hohes Pressing und lange Bälle. Die Niederlage war Arsenals erste in der Liga seit Dezember, aber sie legte eine strukturelle Schwäche offen, die andere Topteams ausnutzen könnten.

Pep Guardiolas Flexibilität zeigte sich: Er startete ohne echten Stürmer und setzte Phil Foden als falsche Neun ein, was Gabriel Magalhães aus der Position zog. Diese taktische Umstellung könnte im Rückspiel im Emirates im April entscheidend sein.

Folgen für den Titelkampf

Wenn beide Teams ihre restlichen Spiele gewinnen – ein plausibles Szenario – entscheidet die Tordifferenz. Das bedeutet, dass jedes Tor zählt, nicht nur in direkten Duellen, sondern auch gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte.

Die psychologische Last eines einzigen Tores ist nicht zu unterschätzen. In der Saison 2011/12 kassierte Manchester United in der Nachspielzeit zu Hause gegen Everton den Ausgleich, verwandelte so einen Ein-Tor-Vorsprung in ein Tiebreaker, das sie schließlich verloren.

Arsenal hat seit 2004 nicht mehr die Meisterschaft gewonnen, und die Fans sind sich der Geschichte bewusst. City, das den vierten Titel in Folge anstrebt, hat Erfahrung mit Drucksituationen, aber die Abhängigkeit von der Tordifferenz sorgt für Unberechenbarkeit.

Am 20. April treffen beide im Emirates erneut aufeinander – ein Spiel, das den Titel direkt entscheiden könnte. Ein Sieg für Arsenal würde die Gunners vier Punkte vor fünf Spielen in Führung bringen; ein Sieg für City würde sie mit einem Spiel Nachholbedarf an die Spitze bringen. Ein Unentschieden ließe alles offen.

Ausblick: Was nun für Arsenal und City zählt

Für Arsenal gilt es zunächst, gegen schwächere Gegner nicht nachzulassen. Die nächsten drei Spiele sind gegen Teams aus der unteren Hälfte: Crystal Palace, Brighton und Southampton. Maximale Punkte und eine gute Tordifferenz sind Pflicht.

City hat West Ham im Nachholspiel, danach geht es nach Tottenham und zu Hause gegen Leicester. Die Tordifferenz könnte in diesen Partien aufgepolstert werden, besonders gegen West Ham, das in den letzten zwei Auswärtsspielen sieben Gegentore kassierte.

Das Duell am 20. April wird das Saisonhighlight sein. Ein einziges Tor könnte den Unterschied zwischen Titel und Vizemeisterschaft ausmachen. Für neutrale Fans ist es der spannendste Titelkampf seit 2012; für die Anhänger ein Nervenspiel.

Jede Ballberührung, jeder Pass, jeder Schuss zählt. Die Premier-League-Meisterschaft könnte am Ende durch eine Tordifferenz von einem Tor entschieden werden.

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