Nach 0:0 gegen Everton: Tottenhams Torlos-Serie steht bei 407 Minuten
Die Torflaute von Tottenham Hotspur in der Premier League hält weiter an. Beim 0:0 im heimischen Tottenham Hotspur Stadium gegen Everton fiel erneut kein Treffer für die Spurs. Damit bleibt Tottenham nun schon im vierten Ligaspiel in Folge ohne Tor – insgesamt sind es mittlerweile 407 Minuten ohne Premier-League-Treffer.
- Wettbewerb: Premier League
- Stadion: Tottenham Hotspur Stadium
- Ergebnis: Tottenham Hotspur 0:0 Everton
- Top-Statistik: 407 Minuten ohne Tor in der Premier League
- Bemerkenswert: Erstes torloses Unentschieden im 140. Spiel im Tottenham Hotspur Stadium
- Trainer: Roberto De Zerbi entschuldigt sich nach dem nächsten Nullnummer-Spiel bei den Fans
Spielbericht: Nächste Nullnummer – Everton hält dicht
Tottenham wartet weiter auf das erste Premier-League-Tor der Saison. Beim frustrierenden 0:0 gegen Everton hatten die Spurs zwar deutlich mehr Ballbesitz, brachten Evertons Torwart Jordan Pickford aber kaum in Bedrängnis. Die Stimmung auf den Rängen wurde mit zunehmender Spieldauer immer gereizter.
Ein Banner vor dem Anpfiff mit der Aufschrift „Please Score A Goal“ („Bitte schießt ein Tor“) brachte die Stimmung der Anhänger auf den Punkt. Nach einer weiteren torlosen ersten Halbzeit hätte man den Spruch problemlos in „Please Have A Shot“ („Bitte schießt wenigstens mal aufs Tor“) ändern können, denn De Zerbis teuer zusammengestellte Mannschaft fand kein Mittel gegen die kompakte Everton-Defensive.
Die Gäste hatten die beiden besten Chancen der zweiten Halbzeit durch Kiernan Dewsbury-Hall und Brennan Johnson, ließen aber ebenfalls die letzte Konsequenz vermissen. Tottenhams erster Torschuss kam erst in der 46. Minute durch den 85-Millionen-Euro-Sommerneuzugang Mateus Fernandes – und wurde von den eigenen Fans mit ironischem Applaus bedacht.
Sieben Minuten vor Schluss schoben sich die Spurs den Ball noch immer in der eigenen Abwehr hin und her. Der Schlusspfiff wurde mit Pfiffen quittiert. Damit bleibt De Zerbis Mannschaft erstmals seit September 2006 in vier aufeinanderfolgenden Premier-League-Spielen ohne Torerfolg.
Das wurde gesagt
„Es tut mir leid für die Fans. Wir entschuldigen uns bei den Fans. Sie waren fantastisch, besonders in der ersten Phase des Spiels, weil sie gesehen haben, dass die Mannschaft gut spielt und nach Lösungen sucht – da waren sie mit meinen Spielern auf dem Platz. Dass die Fans dann reagieren, ist normal. Wir müssen ihnen immer wieder danken.“
„Ich finde, in den ersten 30 Minuten waren wir sehr gut, aber wir haben kein Tor gemacht. In diesem Moment leiden wir zu sehr am fehlenden Selbstvertrauen, und das ist derzeit ein weiterer wichtiger Punkt für uns. In der zweiten Halbzeit habe ich bei vielen Spielern gesehen, dass das Selbstvertrauen etwas geringer war – und das gefällt mir nicht. Sie müssen zufrieden sein und verstehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
„Die Spieler sind Menschen, sie haben Emotionen und denken mit dem Kopf. Meine Aufgabe ist es, ihnen zu helfen und den Fokus auf die Verbesserungen zu richten, die wir brauchen. Wenn wir 90 Minuten so spielen wie in den ersten 30 Minuten, werden wir viele Spiele gewinnen.“
De Zerbis Entschuldigung spiegelt die wachsende Unruhe bei Tottenham wider. Trotz Ausgaben von mehr als 300 Millionen Pfund im Sommer wirkt der Angriff der Spurs harmlos, und der Trainer gab zu, dass seine Spieler unter fehlendem Selbstvertrauen leiden. Seine Aussagen deuten auf eine fragile Überzeugung hin – die kommenden Spiele werden zeigen, ob er die Mannschaft wieder aufrichten kann.
Die Zahlen
- 407 – Minuten ohne Premier-League-Tor für Tottenham
- 0,066 – xG pro Schuss ohne Elfmeter bei den Spurs in dieser Saison
- 6,6 % – erwartete Verwertungsquote dieser Schüsse
- 4 – Ligaspiele ohne Tor, erstmals seit September 2006
- 140 – Spiele im Tottenham Hotspur Stadium bis zum ersten torlosen Unentschieden
- 85 Mio. £ – Ablöse für Mateus Fernandes, der den ersten Torschuss der Spurs hatte
Analyse: Warum Tottenham unter De Zerbi nicht trifft
Tottenhams Angriffsprobleme sind tief verwurzelt. Trotz dominierendem Ballbesitz fehlt die Durchschlagskraft im letzten Drittel. Die Expected-Goals-Daten (xG) legen nahe, dass die Spurs in dieser Saison eigentlich drei oder vier Tore hätten erzielen müssen. Doch der Wert von nur 0,066 xG pro Schuss ohne Elfmeter zeigt, dass kaum hochwertige Torchancen entstehen. Einfach gesagt: Man begnügt sich mit schwachen Distanzschüssen statt mit herausgespielten Möglichkeiten.
De Zerbi versuchte, das Spiel mit den Neuzugängen von Manchester City, Omar Marmoush und Savio, zu beleben, während Dominic Solanke seinen ersten Liga-Einsatz von Beginn an in dieser Saison erhielt. Mit fortschreitender Spielzeit kamen auch Mohammed Kudus und James Maddison, doch es war Lucas Bergvall, der mit einem späten Distanzschuss beinahe den Sieg geholt hätte – Jordan Pickford parierte, nachdem er dem Schweden zuvor den Ball geschenkt hatte. Ein eiskalter Vollstrecker fehlt offensichtlich, und da Richarlison mit dem Verein im Streit liegt und nicht im Kader stand, sind die Optionen begrenzt.
Evertons Abwehr, glänzend organisiert von Jarrad Branthwaite, verdient Anerkennung. Seine Leistung dürfte seine Ansprüche auf einen Platz im nächsten England-Kader von Thomas Tuchel untermauern. Für die Spurs wächst der Druck auf De Zerbi, eine Lösung zu finden, bevor die Saison zu entgleiten droht.
Diskussionspunkte
- Sollte De Zerbi seinen ballbesitzorientierten Ansatz aufgeben und direkter spielen lassen, um die Torflaute zu beenden?
- Ist Solanke die Antwort im Sturm, oder müssen die Spurs im Januar einen bewiesenen Torjäger verpflichten?
- Richarlisons Ausschluss: Riskieren seine Vertragsstreitigkeiten die Stimmung in der Kabine?
- Kann sich Branthwaite mit seiner Leistung bei den Spurs in den England-Kader spielen?
Wie es weitergeht
Tottenham reist zum nächsten Premier-League-Gegner und will die Torflaute beenden. Der Spielplan bietet kaum Entspannung, und De Zerbi muss seine Mannschaft schnell wieder aufrichten. Mit zunehmend unruhigen Fans und 300 Millionen Pfund Investitionen, die noch kein Ligator gebracht haben, werden die kommenden Wochen die Saison der Spurs prägen. Everton hingegen kann aus einem soliden Auswärtspunkt und Branthwaites überzeugendem Auftritt Selbstvertrauen ziehen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Minuten ist Tottenham nun schon ohne Premier-League-Tor?
Die Spurs sind jetzt 407 Minuten ohne Premier-League-Tor, gerechnet seit der vergangenen Saison.
Hatte Tottenham gegen Everton überhaupt einen Torschuss?
Ja, Mateus Fernandes hatte in der 46. Minute den ersten Torschuss der Spurs, der von den eigenen Fans mit ironischem Applaus bedacht wurde.
Warum stand Richarlison nicht im Kader von Tottenham?
Richarlison wurde nicht berücksichtigt, nachdem ein geplanter Wechsel zurück zu seinem Ex-Klub Everton am Deadline Day geplatzt war. Er liegt weiterhin mit dem Verein wegen der restlichen neun Monate seines Vertrags im Streit.
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