Tottenham-Kapitän Romero wechselt für 34,2 Mio. Euro zu Atletico Madrid

Cristian Romero hat seinen Wechsel für 34,2 Mio. Euro von Tottenham Hotspur zu Atletico Madrid abgeschlossen. Damit endet eine vierjährige Zeit im Norden Londons, in der der argentinische Innenverteidiger als Mannschaftskapitän fungierte. Der Transfer wurde am Mittwoch bestätigt. Der 27-Jährige unterschrieb einen Fünfjahresvertrag im Metropolitano.

Romero, der 2021 von Atalanta zu Spurs wechselte, bestritt 146 Pflichtspiele für den Klub. Zu seinen Highlights zählten der Einzug ins EFL-Pokalfinale 2023 und die Rückkehr in den Europapokal in der vergangenen Saison, doch Titel blieben ihm in London verwehrt.

Die Ablösesumme von 34,2 Mio. Euro liegt deutlich unter den 42,5 Mio. Euro, die Tottenham ursprünglich für einen festen Transfer zahlte. Atletico sichert sich einen Spieler, der beim Copa-América-Sieg 2021 und im WM-Kader 2022 eine Schlüsselrolle spielte.

Hintergrund: Romeros Vermächtnis bei Tottenham

Romero kam als aggressiver, ballsicherer Verteidiger zu Spurs, der unter Gian Piero Gasperini bei Atalanta geprägt wurde. Schnell etablierte er sich als Stammspieler und bildete zunächst mit Eric Dier, später mit Micky van de Ven ein Innenverteidiger-Duo. Sein aggressives Verteidigen und seine progressiven Pässe machten ihn zum Publikumsliebling, auch wenn Disziplinlosigkeiten immer wieder für Frust sorgten.

In der Saison 2023/24 kam Romero auf 1,9 Tackles pro Spiel und eine Passquote von 89 Prozent – damit gehörte er zu den besten Innenverteidigern der Premier League. Verletzungen limitierten ihn jedoch auf 27 Liga-Einsätze, in denen Tottenham als Vierter die Champions-League-Qualifikation schaffte.

Auch in der Nationalmannschaft ist Romero unter Lionel Scaloni gesetzt, er stand im WM-Finale gegen Frankreich sowie im Copa-América-Finale im vergangenen Sommer in der Startelf. Sein Abgang hinterlässt bei Tottenham eine große Lücke in der Defensive und der Führung.

Analyse: Bedeutung für alle Beteiligten

Für Atletico Madrid ist die Verpflichtung Romeros ein Gewinn für die Abwehr von Diego Simeone. Simeone, bekannt für taktische Disziplin und kompromissloses Auftreten, dürfte Romero neben José Giménez in der Innenverteidigung einplanen. Romeros Fähigkeit, das Spiel von hinten aufzubauen, passt zum ambitionierten Stil von Atletico, der zunehmend auf Spielaufbau aus der Defensive setzt.

  • Romeros Ankunft könnte Stefan Savic verdrängen, der in dieser Saison mit Form und Fitness zu kämpfen hat. So entsteht ein langfristiges Duo mit Giménez.
  • Seine Champions-League-Erfahrung (31 Einsätze) stärkt die Kadertiefe von Atletico, das in den letzten fünf Jahren viermal das Viertelfinale erreichte.
  • Für Fantasy-Premier-League-Manager ist Romeros Abgang bitter – 2,1 Prozent hatten ihn im Team. Atletico-Verteidiger sind zwar gut für Clean Sheets, aber in FPL nicht verfügbar. Bei Tottenham könnten durch einen Neuzugang andere Verteidiger interessant werden, doch die kommenden Aufgaben sind anspruchsvoll.

Für Tottenham ist die sofortige Suche nach einem Ersatz oberste Priorität. Der Klub wird mit mehreren Innenverteidigern in Verbindung gebracht; die Ablöse von 34,2 Mio. Euro bietet finanziellen Spielraum. Trainer Ange Postecoglou braucht einen ballsicheren Verteidiger für die hohe Abwehrlinie – Gerüchten zufolge werden Spieler aus der EFL und dem europäischen Markt geprüft.

Der Transfer hat auch Auswirkungen auf das Rennen um die Meisterschaft. Tottenhams Kader wird zu einem kritischen Zeitpunkt geschwächt – der Klub steht auf Platz vier und ist noch im FA-Cup. Ein Kapitäns-Abgang mitten in der Saison kann die Moral beeinträchtigen, doch die Einnahmen könnten vor Ablauf der Frist für Verstärkungen genutzt werden.

Ausblick: Romeros Debüt und Tottenhams Suche

Romero soll sein Atletico-Debüt im nächsten La-Liga-Spiel gegen Girona geben. Simeone wird ihn voraussichtlich sofort in die Startelf beordern. Romeros Erfahrung mit Drucksituationen spricht dafür, dass er sich schnell an den spanischen Fußball gewöhnt.

Bei Tottenham richtet sich der Fokus nun auf den Transfermarkt. Das Fenster schließt in etwas mehr als einer Woche – der Klub muss schnell handeln. Namen wie Lloyd Kelly und Trevoh Chalobah wurden genannt, doch die konkreteste Spur führt zu einem Innenverteidiger von Bournemouth, für den Spurs voraussichtlich bald ein offizielles Angebot abgeben werden.

Postecoglou steht vor einem taktischen Rätsel: Wie ersetzt man Romeros einzigartiges Profil? Seine Fähigkeit, ins Mittelfeld vorzurücken und Linien zu durchbrechen, war zentral für Tottenhams Spielaufbau. Der Neuzugang muss das replizieren – oder der Australier muss sein System umstellen, etwa durch einen defensiver agierenden Mittelfeldspieler als Kompensation.

Das Transferfenster schließt am 3. Februar. Ob Tottenham die Mittel gewinnbringend reinvestiert, wird darüber entscheiden, ob sie ihren Anspruch auf einen Top-Vier-Platz und den ersten Titel seit 2008 wahren können.

Rubrik: Transfer-News | LA Premier League Startseite