Wolves' Aufschwung liegt nicht an Sá oder Neves – sondern an der leisen Transformation eines Außenverteidigers zum Hilfs-Innenverteidiger.

Vergessen Sie die Paraden von José Sá oder die Spielmacher-Qualitäten von Rúben Neves. Wolverhampton Wanderers' neu gewonnene Stabilität im Februar und März verdankt sich vor allem einem Spieler, den viele immer noch als Übergangslösung betrachten: Romain Saïss. Der marokkanische Nationalspieler hat sich vom anfälligen Linksverteidiger zum dritten Innenverteidiger gewandelt, der die Defensivordnung der Wolves von der Außenbahn aus micromanagt.

Warum ein 30-jähriger umgewandelter Außenverteidiger der Schlüssel zu Nuno-System ist

Wenn die Wolves im Ballbesitz auf eine Fünferkette umstellen, rückt Saïss nach innen und bildet mit Conor Coady und Willy Boly eine Dreierabwehr. Das ist nicht neu – viele Linksverteidiger ziehen rein. Was Saïss auszeichnet, ist seine Fähigkeit, sowohl den ersten Pass des Gegners zu lesen als auch die Überlappungsbewegungen der Schienenspieler zu unterbinden. Gegen Arsenal im Februar fing er vier Bälle ab, die für Bukayo Sakas Füße bestimmt waren, bevor der Engländer sich drehen konnte – so erstickte er Konter, die oft das enge Mittelfeld der Wolves offenlegen.

Daten von Understat bestätigen seine defensive Intelligenz: Saïss gehört zu den Top drei Linksverteidigern in Blocks pro 90 Minuten (1,8) und Klärungen unter Druck (6,2). Entscheidend: Er begeht nur 0,3 Fouls pro Spiel – eine Disziplin, die Freistöße aus den Halbfeldern verhindert, wo Wolves in der Luft bekanntermaßen schwach sind.

Das Argument: Saïss ist der übersehene Motor von Wolves' Defensivkompaktheit

Die Mannschaft von Nuno Espírito Santo lässt weniger Chancen zu, wenn Saïss 15 Meter nach innen rückt, verglichen mit der Variante, in der er außen bleibt. Die Begründung ist mathematisch: Indem er das Spielfeld verengt, reduziert Wolves die Passwege durch die Zentren. So zwingt man den Gegner nach außen, wo Saïss und die Innenverteidiger doppeln können. Die Beweise liegen in den Zahlen:

  • Der xG-Wert der Wolves gegen sie sinkt von 1,31 auf 0,94 pro Spiel, wenn Saïss eine enge Startposition einnimmt (Quelle: Infogol).
  • Er kommt auf durchschnittlich 2,3 besitzadjustierte Abfangbälle – der zweithöchste Wert unter Premier-League-Außenverteidigern hinter João Cancelo.
  • Seine Passquote unter Druck liegt bei 87 %, vor allem weil er sichere, innen gerichtete Pässe spielt – keine riskanten Diagonalbälle, die zu Ballverlusten führen könnten.

Das Gegenargument: Saïss ist nur eine Übergangslösung – Wolves brauchen einen jüngeren, schnelleren Linksverteidiger

Kritiker argumentieren, dass Saïss' fehlendes Tempo ihn gegen schnelle Flügelspieler anfällig macht. Ja, als die Wolves die Abwehrkette gegen Liverpool vorrückten, nutzte Mo Salah den Raum hinter ihm zweimal aus. Doch das taktische Gegenargument lautet: Nuno tiefe Blockade macht Tempo überflüssig. Die Wolves stehen 40 Meter vor dem Tor und laden den Gegner ein; Saïss' Aufgabe ist es, zu verzögern, nicht aufzuholen. Seine Stellung, nicht seine Geschwindigkeit, ist die Variable. Gegen Mannschaften, die hoch pressen – wie Manchester United – ist Saïss' Kurzpassspiel unter Druck dem seines Vertreters Rayan Aït-Nouri überlegen, der alle zehn Pässe den Ball in gefährlichen Zonen verliert.

Fazit / Prognose

Die Wolves werden die Saison mit einer Top-Acht-Defensivbilanz (unter 40 Gegentore) abschließen, und Romain Saïss wird der einzige Spieler im Kader sein, der jedes verbleibende Ligaspiel von Beginn an bestreitet. Seine Rolle wird zu einem hybriden Ausputzer wachsen – eine Art Nemanja Vidić, der die Box nie verlässt. Er wird Wolves' Spieler der Saison, wenn die Mannschaft ihre aktuelle Form hält.

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