Das Punkteabzug-Regime der Premier League ist eine Waffe der Klassenzerstörung
FFP ging es nie um Fairness. Es ging darum, die Tore zu schließen, nachdem die großen Klubs die Burg bereits gestürmt hatten. Punkteabzüge sind der Durchsetzungsmechanismus, und sie zielen direkt auf die Armen.
Die alte Seilschaft, die Financial Fair Play erfand
Im Jahr 2008 wurde Manchester City durch Abu-Dhabi-Reichtum gerettet. 2011 führte die UEFA Financial Fair Play ein. Der Zeitpunkt war kein Zufall. Michel Platini gab später zu, dass FFP dazu gedacht war, Klubs davon abzuhalten, über ihre Verhältnisse zu leben. Aber die Verhältnisse wurden von denen definiert, die bereits an der Spitze standen.
Everton wurden im November 2023 zehn Punkte abgezogen, weil sie gegen die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln verstoßen hatten. Nottingham Forest verlor im März 2024 vier Punkte. Beide Klubs hatten zu viel ausgegeben, um konkurrenzfähig zu sein. Manchester City hingegen sieht sich 115 Anklagen gegenüber, gewinnt aber weiterhin Titel. Das Verfahren bewegt sich im Schneckentempo. Die Botschaft ist klar: Wenn du reich genug bist, beugen sich die Regeln.
Unter PSR dürfen Klubs in drei Jahren nur 105 Millionen Pfund Verlust machen. Doch diese Zahl ist fix, nicht an den Umsatz gekoppelt. Ein Klub mit 600 Millionen Pfund Umsatz kann einen jährlichen Verlust von 30 Millionen Pfund leicht verkraften. Ein Klub mit 150 Millionen Pfund Umsatz kann das nicht. Die Regeln der Premier League zementieren den Vorteil der Elite.
Die Beweise liegen offen zutage
Der 4:1-Sieg von Leeds United über Newcastle am Montagabend war eine fußballerische Geschichte, aber sie hatte auch einen finanziellen Unterton. Leeds, ein Aufsteiger, steht auf Platz drei. Newcastle, unterstützt vom saudischen Staatsfonds, liegt im Mittelfeld. Geld ist keine Garantie für Erfolg, aber die Regeln sorgen dafür, dass nur wenige es versuchen dürfen.
- Evertons Zehn-Punkte-Abzug wurde in der Berufung auf sechs reduziert. Die ursprüngliche Strafe war unverhältnismäßig und politisch motiviert.
- Nottingham Forest wurden vier Punkte abgezogen für eine Überschreitung von nur 34,5 Millionen Pfund. Sie wurden bestraft, weil sie versuchten, in der Liga zu bleiben.
- Manchester Citys 115 Anklagen werden seit 2018 untersucht. Kein Urteil. Kein Abzug. Ihr Anwaltsteam ist besser finanziert als das der Premier League.
Die unabhängigen Kommissionen der Premier League sind nicht unabhängig. Sie werden von der Liga ernannt, von der Liga finanziert, und ihre Mitglieder stammen aus denselben juristischen und finanziellen Kreisen wie die Klubs, die sie beurteilen. Das System ist manipuliert.
Das Gegenargument ist ein Märchen
Die Verteidigung von PSR besagt, dass es Klubs vor dem Bankrott bewahrt. Aber kein Premier-League-Klub ist seit Portsmouth im Jahr 2010 pleitegegangen. Die Regeln drehen sich nicht um Nachhaltigkeit. Sie drehen sich um den Schutz der Marke. Eine wettbewerbsfähige Liga ist eine Bedrohung für die bestehende Ordnung. Die großen Sechs wollen garantierte Champions-League-Einnahmen. PSR liefert das.
Andere argumentieren, dass Punkteabzüge abschreckend wirken. Aber sie schrecken nur die Armen ab. Die Anwälte von Manchester City haben ihren Fall seit sechs Jahren verzögert. Wenn ein Urteil kommt, sind die relevanten Bilanzen längst Geschichte. Die reichen Klubs können es sich leisten zu warten. Die armen Klubs nicht.
Die Lösung ist nicht, PSR abzuschaffen, sondern es durch eine harte Gehaltsobergrenze und ein Einnahmenteilungsmodell wie in der NFL zu ersetzen. Das würde Klubs zwingen, sich allein durch Leistung zu messen, nicht durch die Größe des Staatsfonds ihres Besitzers. Die Premier League wird das nie tun. Die großen Klubs würden ihr Veto einlegen.
Eine Prognose, die das Establishment verärgern wird
Bis zum Ende der Saison 2025/26 wird mindestens ein weiterer Klub einen Punkteabzug wegen Verstoßes gegen PSR erhalten. Es wird nicht Manchester City, Chelsea oder Newcastle sein. Es wird ein Klub wie Brentford, Crystal Palace oder Wolves sein. Das Muster ist zu deutlich, um es zu ignorieren. Die Premier League ist keine Meritokratie. Sie ist ein Kartell mit einem Regelbuch. Und der Punkteabzug ist seine Lieblingswaffe.
Ähnliche Artikel
Rubrik: Meinung | LA Premier League Startseite