Pierre Sage kämpft nach 5:0-Klatsche bei Brighton um seinen Job bei Crystal Palace

Crystal-Palace-Trainer Pierre Sage steht nach der 0:5-Pleite bei Brighton mächtig unter Beobachtung – nur zwei Siege aus sieben Premier-League-Spielen stehen für den 47-jährigen Franzosen zu Buche. Auf Sage wartet nun eine entscheidende Woche: Die Spiele gegen Besiktas und Newcastle dürften darüber entscheiden, ob Miteigentümer und Chairman Steve Parish die Reißleine zieht.

  • Es geht um: Sages Job als Trainer von Crystal Palace
  • Letztes Ergebnis: 0:5-Niederlage bei Brighton am Sonntag
  • Bilanz: Zwei Siege aus sieben Premier-League-Spielen; 17 Gegentore – Ligahöchstwert
  • Nächste Spiele: Europa-League-Reise zu Besiktas, danach Heimspiel gegen Newcastle
  • Entscheider: Miteigentümer und Chairman Steve Parish
  • Nachfolger: Keine Verpflichtung in Sicht; Palace verpasste Wunschkandidat Andoni Iraola nach dem Abschied von Oliver Glasner

Die Zahlen hinter Sages Fehlstart

  • 7 Premier-League-Spiele unter seiner Leitung
  • 2 Siege
  • 17 Gegentore – der Höchstwert der Premier League
  • 2,5 Gegentore pro Spiel im Schnitt
  • 92 Gegentore hochgerechnet auf die gesamte Saison
  • 104 Gegentore kassierte Sheffield United beim letzten Platz 2024 – der letzte Klub mit noch mehr Gegentoren

Defensive Schwächen bereiten Sorgen

Sage kann als Erklärung für seinen schwierigen Start den Umbruch des Kaders anführen, der Palace zu den ersten großen Titeln der Vereinsgeschichte geführt hatte – den FA Cup 2025 und den Triumph in der Europa Conference League in der vergangenen Saison. Eberechi Eze, Michael Olise, Maxence Lacroix, Daniel Munoz und Marc Guehi haben Selhurst Park seit dem Sommer 2024 allesamt verlassen.

Auch der Abgang des einflussreichen Sportdirektors Dougie Freedman im Jahr 2025 schmerzt enorm. Neben Sage steht auch die Position von Freedmans Nachfolger Matt Hobbs im Fokus.

Doch 17 Gegentore in sieben Premier-League-Spielen deuten zumindest teilweise auf ein Problem hin, das Sage selbst zu verantworten hat. Die jüngste DNA der Mannschaft wurzelt in defensiver Stabilität; seine Vorgänger Glasner und Roy Hodgson formten gut organisierte Teams mit einem soliden Fundament für die Offensivspieler. Knapp 2,5 Gegentore pro Spiel sind weit entfernt von dem, worauf die jüngsten Erfolge aufbauten – und haben bei den Entscheidern des Klubs große Besorgnis ausgelöst.

Zur Anfälligkeit in der Defensive trägt auch das Personal bei. Der Verlust von Guehi, Lacroix und Munoz innerhalb von sechs Monaten bedeutet empfindliche Abgänge. Von den drei Innenverteidigern, die beim 0:5 am Sonntag in Brighton starteten, ist Jaydee Canvot 20 Jahre alt und Honest Ahanor gerade einmal 18.

Dennoch ist aus dem Inneren des Vereins deutlich zu hören, dass Sages System und Herangehensweise ein wesentlicher Faktor für die Probleme in der Defensive sind. Teile der Fanszene sind der Ansicht, dass die defensiven Sommer-Transfers dem Klub nicht geholfen haben. Takehiro Tomiyasu, Ben Chilwell und Oscar Mingueza kamen ablösefrei, Axel Disasi und Ahanor per Leihe.

Mildernd kommt hinzu, dass Palace offenbar erhebliche Schwierigkeiten hat, die Finanzregeln der Uefa einzuhalten, was den Verein auf dem Transfermarkt einschränkt. Der Versuch, innerhalb der Uefa-Richtlinien zu bleiben, war auch ein Grund dafür, dass der Klub Munoz für 22 Millionen Pfund an Nottingham Forest verkaufte. Doch diese finanziellen Schwierigkeiten machen Sages Lage nicht weniger kritisch.

Warum Sages System unter Beobachtung steht

Pierre Sage übernahm einen Palace-Kader, dem der Kern genommen wurde, der die Titel eingefahren hatte. Die Abgänge von Eze, Olise, Lacroix, Munoz und Guehi hinterließen eine Defensive, die auf Teenager angewiesen ist. Jaydee Canvot (20) und Honest Ahanor (18) starteten gegen Brighton neben einem weiteren Innenverteidiger – und die Unerfahrenheit wurde sichtbar.

Doch die Zahlen deuten auf tieferliegende Probleme hin. Ein Team, das einst stolz darauf war, schwer zu schlagen zu sein, kassiert nun 2,5 Gegentore pro Spiel – eine Quote, die über die Saison 92 Gegentore bedeuten würde. Die Entscheider des Klubs glauben, dass System und Herangehensweise ebenso viel Schuld tragen wie das Personal, zumal die Sommerzugänge Tomiyasu, Chilwell, Mingueza, Disasi und Ahanor alle günstig oder per Leihe kamen.

Financial-Fairplay-Restriktionen haben die Kaderplanung erschwert, doch der Druck auf Sage ist real. Die anstehenden Spiele gegen Besiktas und Newcastle bieten die Chance, die Stimmung zu drehen – zwei Niederlagen könnten Parish zum Handeln zwingen.

Diskussionspunkte

  • Wird Sage für einen Kaderumbruch zum Sündenbock gemacht, der ihn mit Teenagern in der Innenverteidigung zurückließ – oder sind seine Taktik und Herangehensweise wirklich schuld an den 17 Gegentoren?
  • Steve Parish gilt als geduldig – aber kann er es sich leisten zu warten, wenn Palace gegen Besiktas und Newcastle weitere Gegentore kassiert?
  • Hätte der Klub mehr tun müssen, um Guehi, Lacroix und Munoz zu ersetzen – oder ließen die Uefa-Finanzregeln keine andere Wahl?
  • Wer käme realistisch als Nachfolger infrage, wenn Palace Sage entlässt – zumal Andoni Iraola nicht verfügbar ist?

Wie es weitergeht

Crystal Palace reist in der Europa League zu Besiktas, ehe das Heimspiel gegen Newcastle in der Premier League folgt. Zwei positive Ergebnisse würden den Druck auf Sage lindern und ihm ermöglichen, Schwung aufzubauen. Zwei Niederlagen dagegen könnten das Palace-Präsidium zu der Überzeugung bringen, dass es genug ist. Parish handelt eigentlich nicht impulsiv – er widerstand der Versuchung, als Glasner das Board dafür kritisierte, das Team nach Guehis Verkauf an Manchester City im Januar „im Stich gelassen“ zu haben – doch die kommende Woche könnte ihn zum Handeln zwingen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Spiele hat Pierre Sage als Trainer von Crystal Palace gewonnen?

Pierre Sage hat zwei seiner ersten sieben Premier-League-Spiele als Trainer von Crystal Palace gewonnen.

Wie viele Gegentore hat Crystal Palace unter Pierre Sage kassiert?

Crystal Palace hat unter Sage 17 Gegentore in sieben Premier-League-Spielen kassiert – Ligahöchstwert.

Wer ist der nächste Gegner von Crystal Palace?

Crystal Palace reist in der Europa League zu Besiktas und empfängt anschließend Newcastle in der Premier League.

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