Hull City muss um die Zukunft von Verteidiger Cody Drameh bangen. Wie mehrere englische Medien berichten, zeigen die Championship-Rivalen Millwall, Stoke City und Preston North End Interesse an einer Verpflichtung des 24-Jährigen. Der ehemalige Leeds-United-Profi hat sich seit seinem Wechsel an die MKM Arena prächtig entwickelt – doch das Transferfenster ist noch geöffnet, und die Tigers müssen womöglich ihre besten Kräfte gegen Avancen aus der zweiten Liga verteidigen.

Dramehs Aufstieg bei Hull City

Cody Drameh wechselte im Sommer 2025 fest zu Hull City, nachdem er zuvor auf Leihbasis von Leeds United überzeugt hatte. Der Rechtsverteidiger avancierte schnell zum Publikumsliebling: Er bringt Energie, Zweikampfstärke und Offensivdrang auf die Flanke. In der vergangenen Saison war er einer der wenigen Lichtblicke einer durchwachsenen Spielzeit, die die Tigers unter Tim Walter im Tabellenmittelfeld beendeten. Dramehs Vorstöße und präzise Flanken sind ein wichtiger Baustein im Aufbauspiel, und auch defensiv hat er sich deutlich gesteigert – das bleibt Konkurrenz-Scouts nicht verborgen.

Das Interesse von Millwall, Stoke und Preston kommt nicht überraschend. Alle drei Klubs wollen ihre Defensive für die anstrengende Championship-Saison verstärken. Millwall unter Neil Harris setzt traditionell auf eine stabile Abwehr – Dramehs Athletik und taktische Disziplin passen perfekt in dieses Konzept. Stoke City, unter neuer Führung, will in die Play-offs und sieht in Drameh eine Verstärkung für die rechte Abwehrseite. Preston ist für kluge Transfers bekannt und könnte Drameh als langfristigen Ersatz für den alternden Sepp van den Berg planen, der mit einem Wechsel in Verbindung gebracht wird.

Hulls Transferdilemma

Für Hull City und Eigentümer Acun Ilıcalı ist die Lage klar: Drameh hat Vertrag bis 2028, was dem Klub eine starke Verhandlungsposition gibt. Doch da die Tigers noch nicht bereit für den Aufstieg sind, könnte ein hohes Angebot die Standhaftigkeit auf die Probe stellen. Ilıcalıs Strategie ist es, junge Talente zu fördern und gewinnbringend weiterzuverkaufen – Drameh passt in dieses Muster. Doch ein Abgang jetzt würde eine schmerzhafte Lücke in einer ohnehin dünnen Defensive hinterlassen.

Die Fans an der MKM Arena hoffen, dass der Klub den Kronjuwel zumindest bis Januar halten kann. Die Partnerschaft mit Linksverteidiger Matty Jacob war einer der wenigen Pluspunkte der letzten Saison; eine Trennung würde die Offensivstärke beeinträchtigen. Zudem zeigt die Verpflichtung von Ryan Giles von Luton Town, dass die Tigers unter Walter ein System mit intensivem Pressing aufbauen. Ein Verlust Dramehs wäre ein herber Rückschlag.

Was Drameh seinen Bewunderern bieten würde

Sollte einer der interessierten Klubs zuschlagen, bekäme er einen Spieler mit Premier-League-Erfahrung – Drameh absolvierte zwölf Einsätze für Leeds in der höchsten Spielklasse – und enormem Ehrgeiz, sich auf Top-Niveau zu beweisen. Seine Vielseitigkeit ist ein weiterer Pluspunkt: Er ist primär Rechtsverteidiger, kann aber auch als Schienenspieler oder auf der linken Seite agieren. Das macht ihn attraktiv für Trainer, die gerne die Formation wechseln. Für Millwall, Stoke oder Preston wäre Drameh eine sofortige Verstärkung und eine langfristige Lösung auf einer Position, die notorisch schwer zu besetzen ist.

Kritiker verweisen auf gelegentliche Konzentrationsschwächen, doch mit 24 Jahren geht Drameh in seine besten Jahre. Seine Entwicklung unter Walter ist stetig vorangeschritten, und ein Wechsel zu einem ambitionierteren Klub könnte sein Wachstum beschleunigen. Doch das Gras ist nicht immer grüner: In Hull hat er Stammplatzgarantie und die volle Unterstützung des Trainerteams.

Historischer Kontext und die kommenden Wochen

Hull City hat schon oft wichtige Spieler an Rivalen verloren – man denke an Jarrod Bowen zu West Ham oder Andy Robertson zu Liverpool. Doch die Tigers haben auch gezeigt, dass sie die Einnahmen klug reinvestieren können. Seit 2017 wartet Hull auf die Rückkehr in die Premier League – Ilıcalıs ambitioniertes Projekt soll das ändern. Ein Verkauf Dramehs wäre ein kurzfristiger Gewinn, könnte aber die langfristige Vision untergraben, falls das Geld nicht sinnvoll eingesetzt wird.

In den letzten Wochen des Transferfensters wird sich zeigen, wie standhaft Hull City bleibt. Die Klubführung muss finanzielle Vorteile gegen sportliche Risiken abwägen. Da die Saison bereits läuft, wäre ein Abgang jetzt besonders disruptiv. Die Tigers sind gut gestartet, und Walter möchte seinen Kern zusammenhalten.

Vorerst bleibt Drameh ein Spieler von Hull City, und die Fans hoffen, dass das so bleibt. Doch mit Millwall, Stoke und Preston in Lauerstellung könnten die nächsten Wochen richtungsweisend für die Saison sein. Gelingt es Hull, die Interessenten abzuwehren, behält der Klub einen Spieler, der für die Top Sechs entscheidend sein kann. Wenn nicht, muss die Scouting-Abteilung einen adäquaten Ersatz finden – eine Aufgabe, die leichter gesagt als getan ist.

Eines ist sicher: Die MKM Arena wird das Geschehen genau verfolgen. Die Tigers haben eine stolze Tradition in der Talentförderung, und Drameh ist der jüngste in einer langen Reihe. Ob er bleibt oder geht – seine Zeit in Hull hat bereits bleibenden Eindruck hinterlassen.

Kategorien: Klub-News | LA Premier League Startseite