Hull Citys perfekter Start in die Championship-Saison basiert auf einer neu gewonnenen Defensivstärke. Stürmer Ozan Tufan lobte die kollektive Disziplin, die zwei Siege in Folge ermöglicht hat. Nach dem 1:0-Erfolg gegen Bristol City und dem 2:0-Sieg bei Plymouth Argyle stehen die Tigers an der Tabellenspitze, und Tufans unermüdlicher Einsatz wurde von Cheftrainer Tim Walter besonders hervorgehoben.

Während im Vorfeld der Saison vor allem die Offensivqualitäten der Neuzugänge und die Pressing-Taktik von Walter im Fokus standen, ist es nun die Form ohne Ball, die ins Auge sticht. Hull hat in den ersten beiden Ligaspielen nur ein Gegentor kassiert – ein deutlicher Gegensatz zur Defensivschwäche der Vorsaison. Tufan, der in einer etwas tieferen Rolle agiert, hat die zusätzliche Verantwortung angenommen, hilft im Mittelfeld aus und setzt die gegnerischen Verteidiger mit unermüdlicher Energie unter Druck.

Disziplin als Kern

Tufan äußerte sich nach dem Plymouth-Spiel deutlich über die Bedeutung der Mannschaftsform. „Der Trainer hat uns eingebläut, dass Disziplin alles ist“, sagte er. „Wenn wir als Einheit pressen und kompakt stehen, wissen wir, dass wir die Qualität haben, um offensiv wehzutun. Es geht nicht nur um die Viererkette – jeder muss seine Aufgabe erfüllen, und das haben wir in den ersten beiden Spielen getan.“

Diese kollektive Leistung war im Home Park deutlich zu sehen, wo Hull den frühen Druck absorbierte und in der zweiten Halbzeit zweimal traf. Die defensive Stabilität erlaubte es den Gästen, ins Spiel zu finden, wobei Tufans Pressing Fehler im Aufbau erzwang. Dieses Muster möchte Walter über die anstrengende Saison mit 46 Spielen hinweg replizieren.

Eine neue Ära unter Walter

Walter, der im Sommer mit dem Ruf für Offensivfußball kam, hat in den ersten Wochen auch eine pragmatische Seite gezeigt. Seine Mannschaft ist nicht die expansivste, aber effizient, und die Fans im MKM Stadium reagieren positiv auf das erneuerte Selbstverständnis. Der deutsche Coach hat eine klare Identität vermittelt, und die Spieler haben sie verinnerlicht.

Hull Citys Geschichte ist voller vielversprechender Starts, die verblasst sind, aber diese Mannschaft fühlt sich anders an. Die Mischung aus erfahrenen Championship-Spielern und aufregenden Talenten wie Jaden Philogene und Liam Delap gibt Walter Optionen. Die Rückkehr des einflussreichen Mittelfeldspielers Jean Michael Seri hat ebenfalls für Ruhe gesorgt, und das Verteidigerpaar Alfie Jones und Sean McLoughlin wirkte souverän.

Perfekter Start als Basis

Zwei Siege aus zwei Spielen sind eine ideale Basis, aber Tufan betont, dass es keinen Grund für Selbstzufriedenheit gibt. „Wir haben noch nichts erreicht“, stellte er klar. „Die Saison ist lang, und wir müssen demütig bleiben und weiterarbeiten. Der Trainer hält uns auf dem Boden. Wir wissen, dass die Championship gnadenlos ist – jedes Spiel ist ein Kampf.“

Diese Einstellung wird in den kommenden Wochen auf die Probe gestellt, wenn Hull auf ein Heimspiel gegen Sheffield United und eine Reise zum wiedererstarkten Sunderland trifft. Wenn die Tigers ihre Disziplin wahren und weiterhin Chancen verwerten, haben sie allen Grund zu glauben, dass sie einen Platz unter den ersten sechs anstreben können – ein Ziel, das der charismatische Besitzer Acun Ilıcalı nicht verheimlicht hat.

Blick nach vorn

Die ersten Anzeichen sind ermutigend, aber der wahre Maßstab für Hull Citys Fortschritt wird in den nächsten zehn Spielen liegen. Der Kader hat Tiefe, das System ist klar, und die Stimmung im Team scheint stark zu sein. Tufans Führungsqualitäten auf und neben dem Platz werden entscheidend sein, besonders wenn die Spiele sich häufen und Verletzungen sowie Sperren den Kader fordern.

Für den Moment genießen die Tigers den Blick von der Tabellenspitze, aber der Fokus bleibt auf der nächsten Herausforderung. Wenn sie die Disziplin aus den ersten zwei Wochen wiederholen können, gibt es keinen Grund, warum Hull City in dieser Saison nicht zur Überraschungsmannschaft der Championship werden sollte. Die Fans im MKM Stadium träumen von der Rückkehr in die Premier League, und mit solchen Leistungen sind diese Träume vielleicht gar nicht so abwegig.

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