Hull Citys schwindende Playoff-Hoffnungen haben am Samstag einen weiteren Dämpfer erlitten. Im MKM Stadium kamen die Tigers gegen Coventry City nicht über ein frustrierendes 0:0 hinaus. Während der Punkt Hull rechnerisch im Rennen hält, fehlte es der Mannschaft von Trainer Liam Rosenior an der nötigen Durchschlagskraft, um die kompakte Defensive der Sky Blues zu knacken, die unter Mark Robins einen großen Schritt in Richtung Premier League gemacht haben.
Ein Spiel der knappen Details
Von der ersten Minute an war klar, dass Coventry, beflügelt von ihrer bemerkenswerten Form, Druck standhalten und auf Konter lauern wollte. Die Tigers, angefeuert von einem leidenschaftlichen Heim Publikum, hatten viel Ballbesitz, scheiterten aber immer wieder an der gut organisierten Abwehr um den überragenden Kyle McFadzean. Durch die auffälligen Jaden Philogene und Ozan Tufan erspielten sich die Hausherren einige Halbchancen, doch zu oft mangelte es an der letzten Präzision im Abschluss – sehr zum Ärger von Coach Rosenior.
Coventry wiederum war bei Kontern gefährlich, allen voran durch den schnellen Haji Wright und den spielfreudigen Callum O'Hare, die der Hull Hintermannschaft Probleme bereiteten. Doch die Defensive der Tigers, angeführt vom resoluten Alfie Jones, stand sicher und ließ Torwart Ryan Allsop einen ruhigen Nachmittag erleben. Die beste Gelegenheit des Spiels hatten die Gäste kurz vor der Uhr: Wright tauchte allein vor Allsop auf, doch der Hull-Keeper, seit seinem Wechsel im Januar in starker Form, parierte glänzend.
Taktisches Duell und verpasste Chancen
Rosenior, bekannt für seine akribische Vorbereitung, wählte ein 4-2-3-1-System mit Tufan als Zehner hinter der einzigen Spitze Liam Delap. Der vom Manchester City ausgeliehene Youngster arbeitete unermüdlich, wurde aber kaum in Szene gesetzt. Oft ließ er sich fallen, um das Spiel anzukurbeln, doch ohne nachhaltigen Erfolg. Über die Flügel mit Philogene und dem zurückgekehrten Malcolm Ebiowei kam Hull immer wieder zu Flanken, die aber zu oft von Bobby Thomas abgefangen wurden.
Coventry blieb in ihrer kompakten Ordnung, lauerte auf Fehler und nutzte die Räume hinter den Hull-Außenverteidigern. Robins' taktische Finesse war offensichtlich, seine Mannschaft blieb diszipliniert und ließ kaum etwas zu. Die Einwechslungen von Aaron Connolly und Adama Traoré in der zweiten Halbzeit brachten zwar neuen Schwung, aber selbst der irische Stürmer fand kein Durchkommen gegen eine Abwehr, die in den letzten acht Spielen sechsmal ohne Gegentor blieb.
Playoff-Hoffnungen auf der Kippe
Das Unentschieden lässt Hull City auf dem 10. Platz zurück, sechs Punkte hinter den Playoff-Rängen bei nur noch wenigen Spielen. Mathematisch ist noch alles möglich, doch die Chancen der Tigers, in die Premier League zurückzukehren, schwinden zusehends. Zudem wartet das Team seit vier Spielen auf einen Sieg – eine besorgniserregende Statistik für eine Mannschaft, die zuvor in so glänzender Verfassung war.
Für Coventry rückt der Top-Six-Einzug in greifbare Nähe, die Sky Blues haben es nun selbst in der Hand. Der bemerkenswerte Weg von der vierten Liga bis an die Schwelle der Premier League ist ein Verdienst von Robins und seinem Team – sie werden alles daransetzen, den Aufstieg perfekt zu machen.
Heimische Enttäuschung hält an
Für die Tigers war es erneut ein frustrierender Nachmittag im MKM Stadium, wo sie nur eines der letzten fünf Heimspiele gewinnen konnten. Die Fans, die seit dem Abstieg 2015 auf Erfolge warten, werden ungeduldig, und der Druck auf Rosenior wächst, die Saison stark zu beenden.
Besitzer Acun Ilıcalı hat öffentlich seine Ambitionen bekundet, in die erste Liga zurückzukehren. Er wird die Entwicklung seines Investments genau beobachten. Unter Rosenior sind Fortschritte erkennbar, doch die Anhänger fordern mehr.
Blick nach vorn
Hull City muss sich schnell fangen, wenn sie in den letzten Spielen noch etwas retten wollen. Rosenior ist sich bewusst, dass seine Mannschaft es nicht mehr allein in der Hand hat – nur eine Serie von Erfolgen kann sie noch in die Top Sechs katapultieren.
Als Nächstes wartet die Reise zum abstiegsbedrohten Rotherham United, eine Aufgabe, die auf dem Papier machbar erscheint – aber wie so oft in dieser Saison gibt es im Championship keine leichten Spiele. Die Tigers müssen ihre Form vom Saisonbeginn wiederfinden und jene Widerstandskraft zeigen, die Rosenior als Markenzeichen etabliert hat.
Jetzt zählt nur das nächste Spiel. Hull City hat schon oft bewiesen, dass im Fußball bis zum Schluss alles möglich ist – solange die Rechnung stimmt. Die Fans glauben weiter, und die Spieler müssen es auch, wenn das Rennen um die Top Sechs sein spannendes Finale erreicht.
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