Leicester City steigt nach 2:2 gegen Hull City in die League One ab
Leicester City ist aus der Sky Bet Championship abgestiegen. Nach dem 2:2 gegen Hull City im King Power Stadium ist der Gang in die League One besiegelt. Die Mannschaft von Trainer Gary Rowett hätte die Tigers zwingend schlagen müssen, um die letzte Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu halten, doch Oli McBurnies Treffer in der 64. Minute besiegelte das Schicksal der Foxes und schickte sie in die dritte Liga.
- Datum: In der Quelle nicht angegeben (das Spiel fand vor der Veröffentlichung statt).
- Wettbewerb: Sky Bet Championship.
- Ergebnis: Leicester City 2:2 Hull City.
- Schlüsselfakt: Leicester steigt zum erst zweiten Mal in der 142-jährigen Vereinsgeschichte in die League One ab.
- Schlüsselfakt: Vor dem Anpfiff lag Leicester auf Rang 23, acht Punkte vom rettenden Ufer entfernt, mit nur zwei Siegen aus den letzten 19 Ligaspielen.
- Schlüsselfakt: Der Abstieg ereignet sich knapp ein Jahrzehnt, nachdem Leicester unter Claudio Ranieri die Premier League bei einer Quote von 5.000:1 gewonnen hatte.
Wie Leicester abstieg
Leicester war der Architekt des eigenen Untergangs und legte Hull das Führungstor in der 17. Minute praktisch auf. Torwart Asmir Begovic spielte den Ball aus dem eigenen Strafraum direkt in die Füße von Millar, der sich sortierte und einschoss.
Doch nach der Pause zeigten die Foxes ein völlig anderes Gesicht und drehten die Partie innerhalb von nur 92 Sekunden. Nach einem Foul von Lewis Koumas an Issahaku Fatawu gab es Elfmeter, den James in der 52. Minute vom Punkt sicher verwandelte.
Aus dem nächsten Angriff heraus traf Thomas nach einer Flanke von Bobby De Cordova-Reid zum 2:1 – die große Aufholjagd schien lanciert. Doch sie hielt nur neun Minuten, denn Hull glich in der 64. Minute aus. Nachdem Hulls Trainer Sergej Jakirovic wegen seiner Proteste gegen den Elfmeter auf die Tribüne geschickt worden war, wirbelte Millar über die linke Seite und legte für McBurnie auf, der aus 16 Metern abzog und traf.
Das wurde gesagt
"Als Vorsitzender trage ich diese Verantwortung. Es gibt keine Ausreden. Wir haben die höchsten Höhen erlebt und nun die tiefsten Tiefen, und der Schmerz ist bei uns allen gleich groß. Es tut mir aufrichtig leid für die Enttäuschung, die wir verursacht haben. Ich verstehe die starke Gefühlslage unserer Anhänger, und wir nehmen eure Unterstützung nicht als selbstverständlich hin, besonders in Momenten wie diesem. Unser Fokus liegt jetzt auf dem, was als Nächstes kommt. Wir werden die notwendigen Entscheidungen treffen, um den Verein nach vorne zu bringen, und gemeinsam daran arbeiten, wieder aufzubauen, uns zu verbessern und die Standards wiederherzustellen, die man von Leicester City erwartet. Unser Ziel ist klar – stark zu antworten und darum zu kämpfen, diesen Verein wieder nach vorne zu bringen. Wir stellen uns dem direkt. Wir machen weiter. Gemeinsam."
"Es ist unglaublich frustrierend. Wenn ich zuerst auf das Spiel schaue, ist es in gewisser Weise symptomatisch. In der ersten Halbzeit machen wir einen richtig schlechten Fehler, der ihnen Auftrieb gibt. Das ist uns zu oft passiert. Wir haben die Dringlichkeit und Bedeutung des Spiels nicht angenommen, obwohl wir trotzdem ein paar gute Momente hatten, in denen wir treffen müssen. In der zweiten Halbzeit kamen wir heraus und waren absolut hervorragend. Vielleicht hätten wir mehr Punkte geholt, wenn wir in den letzten fünf oder sechs Spielen mit dieser Dringlichkeit gespielt hätten. Wir wirkten wie eine Mannschaft, die kämpfen wollte, und erspielten uns viele Chancen, nutzten sie aber nicht. Ich bin extrem frustriert über dieses Spiel. Das große Ganze ist, dass man nicht über drei oder vier Spiele absteigt, sondern über eine ganze Saison. Wir haben viele Chancen verpasst, aber das ist nicht die ganze Geschichte. Wir haben in der gesamten Saison nur fünfmal zu null gespielt, es geht also nicht nur um die Angreifer. Wir haben auch schlechte Gegentore kassiert, und das war heute Abend wieder zu sehen."
"Wenn man auf frühere Absteiger zurückschaut, finde ich keinen anderen mit der Qualität und Erfahrung von Leicester. Das ist eine Mannschaft, die als Titelfavorit auf die Championship gehandelt wurde. In die League One zu fallen, ist beispiellos. Eine Saison, die niemand kommen sah. Jeder auf der sportlichen Seite bei Leicester muss sich lange und ehrlich selbst hinterfragen, denn das ist inakzeptabel."
"Ich kann nicht glauben, was ich in dieser Saison gesehen habe. Ich weiß, dass die Spieler sich bis zu einem gewissen Grad kümmern, aber was ich über die Saison hinweg konstant gesehen habe, ist, dass sie sich nicht genug kümmern. Das ist eine einfache Tatsache. Leid tun mir die Fans, die Hilfskräfte und die Menschen, die jetzt wahrscheinlich ihre Jobs verlieren werden. Ich weiß ehrlich nicht, wohin der Verein geht. Ich denke an Seagrave, eines der besten Trainingsgelände Europas – wie halten sie dort die Lichter an? Haben sie noch ihren Akademie-Status der Kategorie Eins? Es geht nicht nur darum, was heute passiert. Ich mache mir wirklich Sorgen um den Zustand dieses Vereins und darum, wohin er geht, denn ich glaube, das könnte katastrophal sein."
"Ich kann nicht glauben, dass wir hier sitzen und das miterlebt haben. Wir haben es die ganze Saison gesehen und eine Leicester-Mannschaft beobachtet, die unter ihren Möglichkeiten geblieben ist. Individuell und kollektiv waren sie nirgendwo in der Nähe des Niveaus, das man von dieser Spielergruppe erwartet. Jetzt ist es tatsächlich eingetreten; sie sind nicht herausgekommen, wie wir es erwartet hatten. Auch intern hätten sie wohl gedacht: 'Wir schaffen das schon.' Es ist nicht passiert, und letztlich ist das das Ergebnis. Wenn man die Qualität der Spieler sieht, die versuchen, den wenigen verbliebenen Fans zuzuklatschen … es ist verheerend für sie, aber noch verheerender für die Fans, denn das ist eine Mannschaft, die vor zwei Jahren mit ähnlichen Spielern aufgestiegen ist, und es ist so hart für sie, das mitanzusehen. Wir haben die finanziellen Probleme gesehen, die sie in der Championship hatten – was wird in der League One passieren? Sie haben ein 85-Millionen-Pfund-Trainingsgelände, das weiter betrieben werden muss. Sie haben Spieler, die astronomische Gehälter beziehen werden. Ich weiß, dass es Gehaltskürzungen geben wird, aber sie werden für die League One immer noch astronomische Gehälter beziehen. Von der Qualität her würde man sagen, sie würden die League One überrollen, aber wenn Spieler schon in der Championship nicht dort sein wollen, wer will dann in der League One dort sein? Wer auch immer der Trainer ist, meiner Meinung nach wäre er froh, wenn viele von ihnen gehen. Das ist wahrscheinlich das Beste für sie, aber auch für den Verein, um neu anzufangen, denn es gibt Menschen, die für ihn spielen wollen. Der Umbruch wird gewaltig."
Die Zahlen
Leicesters Abstieg ist mit dem 2:2 gegen Hull besiegelt. Vor dem Anpfiff lagen die Foxes auf Rang 23, acht Punkte vom rettenden Ufer entfernt, nach einer Serie von nur zwei Siegen aus den letzten 19 Ligaspielen. In der gesamten Saison haben sie nur fünfmal zu null gespielt. Der Abstieg in die dritte Liga kommt knapp ein Jahrzehnt, nachdem sie unter Claudio Ranieri die Premier League bei einer Quote von 5.000:1 gewonnen hatten. In der Saison 2026/27 spielen sie zum erst zweiten Mal in ihrer 142-jährigen Geschichte in der dritten Liga.
Finanziell wird Leicester in der kommenden Saison in der League One einen erheblichen Einnahmeverlust hinnehmen müssen. Die Erlöse werden im Vergleich zur Championship voraussichtlich um rund 50 Prozent sinken – und sie würden weniger als ein Drittel dessen einnehmen, was sie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr in der Premier League verdient haben. Während sie in der höchsten Spielklasse Jahreserlöse von 187 Millionen Pfund hatten, dürften es am Ende dieser Championship-Saison nur knapp über 100 Millionen Pfund sein, und in der League One würden sie voraussichtlich auf 60 Millionen Pfund pro Jahr fallen. Trotz des Einbruchs wären sie damit noch immer mit Abstand der größte Einnahmenverein der Liga in der nächsten Saison, denn die durchschnittlichen Erlöse eines League-One-Klubs liegen bei rund 10 Millionen Pfund, also einem Sechstel von Leicester. Der schnelle Fall von Leicester bedeutet zumindest, dass sie durch die Premier-League-Parachute-Zahlungen finanziell etwas gepolstert sind. Diese Zahlungen sollen die Folgen eines Abstiegs aus der höchsten Spielklasse im Jahr 2025 abfedern. Der Anspruch würde sich auch bei einem zweiten Abstieg in Folge nicht ändern. Allerdings sinken diese Parachute-Zahlungen mit der Zeit.
Analyse: Hull Citys Rolle in Leicesters Untergang
Hull City kam ohne etwas anderes als Stolz ins King Power Stadium, lieferte aber eine Leistung ab, die die eigene Premier-League-Saison perfekt verkörperte: widerstandsfähig, opportunistisch und klinisch, wenn es darauf ankam. Millars frühes Geschenk von Begovic setzte den Ton, und nach Leicesters schnellem Umschwung antworteten die Tigers durch McBurnies abgeklärten Abschluss. Trainer Sergej Jakirovic wurde wegen seiner Proteste gegen den Elfmeter auf die Tribüne geschickt, doch seine Mannschaft behielt den Fokus und verwehrte den Foxes den dringend benötigten Sieg.
Für Hull ist das Ergebnis eine Fußnote in einer Saison, in der sie bereits den Klassenerhalt in der höchsten Liga gesichert haben. Für Leicester ist es jedoch ein katastrophaler Schlag. Der Abstieg der Foxes in die League One, nur zehn Jahre nach dem märchenhaften Premier-League-Titel, ist eine eindringliche Erinnerung an die Unberechenbarkeit des Fußballs. Die finanziellen Folgen sind gravierend, die Erlöse werden einbrechen, und es stellen sich Fragen zur Zukunft von Spitzenverdienern und zum Kategorie-Eins-Status der Akademie.
Hulls Auftritt machte auch den Klassenunterschied zwischen einem gut eingestellten Premier-League-Team und einer Championship-Mannschaft im freien Fall deutlich. Während Leicester in der zweiten Halbzeit Qualität aufblitzen ließ, wurden die defensiven Schwächen und die fehlende Durchschlagskraft erneut offengelegt. Die Tigers bewiesen derweil die Kaltschnäuzigkeit, die sie in der höchsten Spielklasse gehalten hat.
Gesprächsthemen
- Leicesters beispielloser Fall: Abstieg in die League One zum erst zweiten Mal in 142 Jahren, nur ein Jahrzehnt nach dem Premier-League-Titel bei einer Quote von 5.000:1.
- Finanzielle Folgen: Erlöse sollen um 50 Prozent auf 60 Millionen Pfund in der League One sinken, wobei Parachute-Zahlungen etwas abfedern.
- Hulls Professionalität: Obwohl es für die Tigers um nichts mehr ging, sicherten sie das Remis, das Leicester verdammte, mit starken Auftritten von McBurnie und Millar.
Wie geht es weiter
Leicester wird in der Saison 2026/27 in der League One spielen. Besitzer Aiyawatt Shrivaddhanaprabha hat versprochen, die notwendigen Entscheidungen für den Umbau zu treffen und die Standards wiederherzustellen. Der Verein steht vor einem gewaltigen Umbruch, mit Fragen zur Zukunft von Spitzenverdienern und zur Nachhaltigkeit des 85-Millionen-Pfund-Trainingsgeländes in Seagrave. Hull City setzt unterdessen seine Premier-League-Saison fort und ist vor dem Abstieg sicher.
Häufig gestellte Fragen
Wie endete das Spiel zwischen Leicester City und Hull City?
Leicester City 2:2 Hull City. Die Tore für Leicester erzielten James per Elfmeter (52.) und Thomas (54.), für Hull trafen Millar (17.) und McBurnie (64.).
Warum ist Leicester abgestiegen?
Leicester ist abgestiegen, weil die Mannschaft auf Rang 23 der Championship lag, acht Punkte vom rettenden Ufer entfernt, mit nur zwei Siegen aus den letzten 19 Ligaspielen. Sie hätten Hull schlagen müssen, um sich zu retten, kamen aber nicht über ein Remis hinaus.
In welcher Liga spielt Leicester in der nächsten Saison?
Leicester spielt in der Saison 2026/27 in der League One, der dritten englischen Liga, zum erst zweiten Mal in seiner 142-jährigen Geschichte.
Verwandte Artikel
Rubrik: Vereinsnews | LA Premier League Startseite