Die Profit- und Nachhaltigkeitsregeln der Premier League waren nie dazu da, Fairness zu gewährleisten.

Sie sind ein Kartellwächter, ein System, das den Status quo unter dem Deckmantel finanzieller Vernunft bewahren soll. Manchester Citys jüngster juristischer Schlag – die Argumentation, dass die Regeln für Transaktionen mit verbundenen Parteien (APT) 'rechtswidrig' seien – hat den Vorhang zurückgezogen vor einem Regelwerk, das die Reichen begünstigt und die bestraft, die es wagen, sie herauszufordern. Die Ironie ist exquisit: Genau die Klubs, die für die PSR gestimmt haben, sehen nun zu, wie ihre eigene Schöpfung zu implodieren droht.

Eine kurze Geschichte des finanziellen Autoritarismus der Premier League

Die Wurzeln der aktuellen Krise liegen in den frühen 2010er Jahren, als die UEFA mit Financial Fair Play erstmals versuchte, die Ausgaben zu begrenzen. Die Premier League zog 2013 mit eigenen kurzfristigen Kostenkontrollmaßnahmen nach, die später in Profit- und Nachhaltigkeitsregeln umbenannt wurden. Das Ziel, so wurde uns gesagt, war es, zu verhindern, dass Klubs 'ihren Weg in den Ruin ausgeben'. Aber der Unterton war immer, neues Geld – speziell aus den Golfstaaten – daran zu hindern, die alte Ordnung zu stören.

2014 führte die Liga 'Fair-Value'-Bewertungen für Sponsoring-Deals ein. Dies war eine direkte Reaktion auf Citys 400-Millionen-Pfund-Etihad-Deal, den Rivalen als überhöht bezeichneten. Die Botschaft war klar: Wir entscheiden, was Ihre kommerziellen Einnahmen wert sind. Nicht der Markt, nicht Ihre Geschäftspartner – wir.

Das Argument: PSR ist eine Steuer auf Ambitionen, kein Schutzschild

Das aktuelle PSR-Regelwerk erreicht drei Dinge, alle pervers:

  • Erstens zementiert es die Tabelle. Indem es Verluste auf 105 Millionen Pfund über drei Spielzeiten begrenzt, stellt es sicher, dass nur Klubs mit massiven bestehenden Einnahmen – oder außergewöhnlich reichen Besitzern, die bereit sind, Schulden als Eigenkapital abzuschreiben – konkurrieren können. Newcastle United wurde trotz saudischer Unterstützung durch PSR-Grenzen behindert, weil ihre kommerziellen Einnahmen immer noch hinter den 'Big Six' zurückbleiben.
  • Zweitens bestraft es Risiken. Everton und Nottingham Forest wurden Punkte abgezogen, weil sie zu viel ausgegeben haben – aber beachten Sie, dass beide Klubs kalkulierte Risiken eingingen, um in der Liga zu bleiben. Währenddessen umging Chelsea die Regeln, indem es 500 Millionen Pfund an Transfers über achtjährige Verträge abschrieb – eine Lücke, die die Liga erst schloss, nachdem sie sie bereits ausgenutzt hatten.
  • Drittens schafft es ein Zwei-Klassen-System, in dem die größten Klubs frei ausgeben können, während andere durch willkürliche 'Fair-Value'-Maßstäbe eingeschränkt werden. Letzte Saison betrug der Umsatz von Manchester United 648 Millionen Pfund; der von Brighton lag bei 211 Millionen Pfund. Doch beide unterliegen derselben Verlustgrenze von 105 Millionen Pfund. Das ist keine Fairness – es ist eine Zwangsjacke für die Habenichtse.

Citys Anfechtung der APT-Regeln basiert auf dem Argument, dass sie gegen staatseigene Klubs diskriminieren. Aber die Wahrheit ist umfassender: Das gesamte PSR-Regime ist ein wettbewerbswidriges Kartellabkommen, das Investitionen erstickt und die Macht der traditionellen Elite festigt.

Gegenargument: 'Aber Klubs brauchen Schutz vor sich selbst'

Verteidiger der PSR werden argumentieren, dass ohne Regulierung Klubs dem Ruhm in den Bankrott jagen würden. Sie verweisen auf Portsmouth, Leeds United und Rangers als warnende Beispiele. Die Erzählung ist verführerisch, aber fehlerhaft. In der modernen Premier League ist die größte existenzielle Bedrohung nicht rücksichtsloses Ausgeben – es ist der Abstieg. Der Unterschied zwischen der Premier League und der Championship beträgt inzwischen mindestens 200 Millionen Pfund. Für einen Klub wie Everton ist der Klassenerhalt der einzige Weg, eine Insolvenz zu vermeiden. PSR verhindert das nicht; es schmälert lediglich den Weg zum Überleben.

Zudem hält das Argument des 'Finanz-Dopings' einer Überprüfung nicht stand. Manchester City hat viel ausgegeben, aber auch ein kommerzielles Geschäft aufgebaut, das letzte Saison über 700 Millionen Pfund Umsatz generierte. Ihre Ambition schuf Werte. Die Regeln der Premier League verhindern hingegen nicht, dass Klubs Schulden machen – sie kontrollieren nur, wie diese Schulden bedient werden. Und da die meisten Schulden ohnehin den Eigentümern geschuldet werden (siehe: Glazers, Fenway, Roman Abramowitschs 1,5-Milliarden-Pfund-Darlehen an Chelsea), ist PSR im Wesentlichen eine Regulierung des Eigentums, nicht der finanziellen Gesundheit.

Fazit: Bis 2026 wird die PSR der Premier League durch ein Lizenzsystem ersetzt oder einer vollständigen rechtlichen Überholung gegenüberstehen

Citys Herausforderung hat die Liga bereits in die Defensive gedrängt. Wenn sie gewinnen – oder wenn der Fall die willkürliche Natur der Regeln offenlegt – könnte das gesamte Gebäude einstürzen. Das wahrscheinlichste Ergebnis ist ein Vergleich, der ein 'Luxussteuer'-System ähnlich der Major League Baseball einführt, bei dem Klubs eine Strafe für übermäßige Ausgaben zahlen, anstatt Punktabzüge zu erhalten. Das wäre ein besseres Ergebnis als das aktuelle Chaos, denn zumindest wäre es transparent, wofür die Regeln wirklich da sind: Umzuverteilung von den Ambitionierten zu den Bequemen.

Die größere Vorhersage ist jedoch: Innerhalb von zwei Jahren wird ein neu aufgestiegener Klub die PSR als Wettbewerbsbeschränkung nach britischem Wettbewerbsrecht anfechten. Und sie werden gewinnen. Denn die Premier League ist bei allem globalen Glanz letztlich eine Handelsvereinigung von 20 privaten Unternehmen. Ihre Regeln müssen den Interessen des Wettbewerbs dienen, nicht der Absprache. Das PSR-Kartell lebt auf Zeit.

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