Die PSR-Festung ist ein Mythos – Arsenals Jagd auf Bruno Guimaraes beweist es

Die Gewinn- und Nachhaltigkeitsregeln (PSR) der Premier League wurden als Bollwerk gegen finanzielles Doping verkauft. Doch Arsenal steht kurz davor, 80 Millionen Euro für den Kapitän von Newcastle zu zahlen – einem Klub, der in zwei Jahren 150 Millionen Euro Verlust machte und dennoch die PSR bestand. Die Festung hat keine Mauern.

Wie sind wir hierher gekommen? Das falsche Versprechen der Selbstständigkeit

Als die PSR 2013 eingeführt wurden, war die Idee simpel: Klubs daran hindern, über ihre Verhältnisse zu leben. Über drei Jahre sind Verluste auf 105 Millionen Euro gedeckelt. Everton und Nottingham Forest wurden Punkte abgezogen, doch Newcastle – finanziert vom saudischen Staatsfonds – verbuchte 150 Millionen Euro Verlust und blieb ohne Strafe. Der Trick? Vermögenswerte zu überhöhten Preisen an sich selbst verkaufen. Das System belohnt kreative Buchführung statt echte Einnahmen.

Arsenals 80-Millionen-Wette ist ein Meisterkurs in PSR-Arbitrage

Arsenal kann sich Guimaraes leisten, weil sie über 200 Millionen Euro+ an kommerziellen Einnahmen, ein 60.000-Plätze-Stadion und Champions-League-Gelder verfügen. Aber die Regeln erlauben es ihnen, die Ablöse über fünf Jahre zu strecken – 16 Millionen Euro pro Jahr in den Büchern, leicht gedeckt durch ihre Einnahmen. Ein Klub wie Brighton muss dagegen seine Stars verkaufen, um konform zu bleiben. Die Schere geht weiter auf.

  • Evertons Punktabzug 2023: Sie gaben 19,5 Millionen Euro zu viel aus – relativ gesehen wenig –, aber ihnen fehlte die kreative Buchführung reicherer Rivalen.
  • Newcastles PSR-Entkommen: Sie verkauften Allan Saint-Maximin für 30 Millionen Euro an Al-Ahli (saudi-eigentümlich) – ein Preis, der sie vor einem Verstoß bewahrte. Der Staat deckt die Verluste.
  • Chelseas Achtjahresverträge: Sie umgingen die Amortisationsgrenzen, indem sie Ablösen auf absurd lange Laufzeiten streckten, was eine Regeländerung erzwang. Die Gesetzeslücke wurde erst geschlossen, nachdem sie sie genutzt hatten.

Das Gegenargument: PSR funktioniert, es muss nur streng durchgesetzt werden

Verteidiger der PSR argumentieren, dass Punktabzüge bei Everton und Forest beweisen, dass das System Zähne hat. Aber das ist selektive Durchsetzung. Evertons Verstoß betrug 19,5 Millionen Euro; Newcastles kumulative Verluste über drei Jahre waren 150 Millionen Euro – siebenmal so viel. Der Unterschied ist die Eigentümerschaft. Die Premier League fürchtet, ihre größten Investoren zu verärgern. Newcastles saudische Eigentümer können jede Sanktion bis zur Bedeutungslosigkeit anfechten, also zieht die Liga den Schwanz ein. Die Regeln gelten für die Kleinen, nicht für die Mächtigen.

Fazit: PSR wird innerhalb von zwei Saisons zusammenbrechen – ersetzt es durch eine Luxussteuer

Bis 2026 wird die Premier League die PSR zugunsten einer US-ähnlichen Luxussteuer aufgeben. Das ist keine Vorhersage, sondern eine Gewissheit. Die reichsten Klubs – Arsenal, Manchester City, Newcastle – werden die Regeln willkürlich brechen, bis das System nicht mehr durchsetzbar ist. Eine Luxussteuer würde zumindest Reichtum an kleinere Klubs umverteilen und ihnen eine Chance geben. Die Alternative ist ein geschlossener Zirkel, in dem nur staatlich finanzierte oder hyperkommerzielle Klubs um die Spitze kämpfen. Der Bruno-Guimaraes-Deal ist kein Transfer; er ist der Totenschein für Financial Fairplay.

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