Hull City Trainer Sergej Jakirovic hat sich zur Zukunft des ausgeliehenen Leeds-United-Stürmers Joe Gelhardt geäußert, während die Spekulationen über eine mögliche Rückholaktion von Elland Road zunehmen. Der Tigers-Coach sprach vor einem wichtigen Championship-Spiel im MKM Stadium und gab eine abgewogene, aber aussagekräftige Einschätzung zur Situation des 22-Jährigen ab. Er betonte, dass der Verein über Leeds‘ Absichten im Dunkeln tappt, unterstrich aber gleichzeitig Gelhardts Wert für seinen Kader.

Jakirovics ehrliches Urteil über Gelhardt

„Ich kann nicht kontrollieren, was bei Leeds passiert“, sagte Jakirovic mit fester, pragmatischer Stimme. „Joe ist unser Spieler, bis uns jemand etwas anderes sagt. Er hat gut trainiert, er ist ein guter Junge, und er gibt uns etwas anderes im letzten Drittel. Aber ich bin kein Zauberer – wenn sie sich entscheiden, ihn zurückzuholen, müssen wir uns anpassen.“ Die Kommentare des Kroaten kommen vor dem Hintergrund von Berichten, dass Leeds United, das derzeit in der automatischen Aufstiegszone oben steht, über eine vorzeitige Beendigung der Saisonleihe von Gelhardt nachdenkt, um die eigenen Offensivoptionen zu verstärken. Gelhardt, der im Sommer nach einer enttäuschenden Zeit bei Sunderland zu Hull wechselte, hat 15 Einsätze für die Tigers absolviert, zwei Tore erzielt und einen Assist beigesteuert – eine bescheidene Ausbeute, die dennoch Blitze des rohen Talents zeigte, das ihn einst zu einem der begehrtesten jungen Stürmer Englands machte.

Warum Gelhardt in das System der Tigers passt

Gelhardts Rolle unter Jakirovic ist die eines flexiblen zweiten Stürmers oder Außenstürmers, der oft zwischen den Linien agiert, um das Spiel zu verbinden. Seine Beweglichkeit und sein Pressing von vorn sind der Schlüssel zu Hulls Gegenpressing-Ansatz, der das Team nach einem holprigen Start ins Mittelfeld geführt hat. Das ehemalige Wigan-Athletic-Talent hat ein vielversprechendes Verständnis mit dem ebenfalls ausgeliehenen Liam Delap entwickelt, und seine Fähigkeit, tief zu kommen, ermöglicht es den Tigers, gegnerische Pressing mit schnellen, präzisen Pässen zu überspielen. Ihn mitten in der Saison zu verlieren, wäre ein schwerer Schlag, nicht zuletzt, weil Hulls offensive Tiefe dünn ist – nur Delap, Aaron Connolly und der Akademie-Absolvent Tyrell Sellars-Fleming stehen als natürliche Alternativen bereit.

Historischer Kontext: Hulls Abhängigkeit von Leihgeschäften

Hull City hat eine lange Geschichte, in der es sich auf Leihgeschäfte verlassen hat, um über sich hinauszuwachsen. Von der berühmten Aufstiegssaison 2007/08, als Fraizer Campbells Leihe von Manchester United einen entscheidenden Impuls gab, bis zu den jüngeren temporären Verpflichtungen von Spielern wie Jarrod Bowen und Keane Lewis-Potter – obwohl diese beiden fest verpflichtet wurden – hat der Verein oft im Leihmarkt nach Inspiration gesucht. Die Fans im MKM Stadium haben schon viele vielversprechende Leihspieler kommen und gehen sehen und kennen die Fragilität solcher Vereinbarungen nur zu gut. Gelhardts Situation erinnert an frühere Tigers-Leihspieler wie George Honeyman und Ryan Longman, die zu ungünstigen Zeitpunkten zurückgerufen oder weitergereicht wurden und den Kader in Bedrängnis brachten.

Leeds‘ Perspektive und die weiteren Auswirkungen

Für Leeds ist die Logik klar: Angesichts von Patrick Bamfords Verletzungsanfälligkeit und Joel Piroes Formschwankungen könnte Daniel Farke Gelhardt als Absicherung für den Endspurt zurückholen wollen. Die Whites sollen die Entwicklung des Stürmers zudem genau beobachten, Scouts besuchten mehrere Hull-Spiele. Eine Rückholaktion würde jedoch wahrscheinlich Hulls Zustimmung erfordern, sofern im Leihvertrag keine Ausstiegsklausel existiert – ein Detail, das nicht bekannt gegeben wurde. Jakirovic, der zuvor in der kroatischen ersten Liga trainierte und einen disziplinierten, organisierten Ansatz nach East Yorkshire gebracht hat, ist nicht für Panik bekannt. Er hat bereits seine Anpassungsfähigkeit gezeigt, indem er in den letzten Wochen von einer Viererkette auf eine Dreierkette umgestellt hat, um eine löchrige Abwehr zu stabilisieren. Aber Gelhardts einzigartiges Fähigkeitenprofil zu ersetzen, wäre nicht einfach.

Was kommt als Nächstes für Hull City?

Mit Blick auf das Januar-Transferfenster arbeitet Hull Citys Rekrutierungsteam, angeführt von Besitzer Acun Ilıcalı und Vizepräsident Tan Kesler, hinter den Kulissen daran, mögliche Ersatzspieler zu identifizieren. Ilıcalı, bekannt für seine ambitionierten und manchmal impulsiven Entscheidungen, hat bereits erhebliche Investitionen in den Kader genehmigt, und es wäre keine Überraschung, wenn ein Notfallplan existiert. Die Tigers, derzeit 14. in der Championship, sind noch nicht aus dem Rennen um die Play-offs, und eine starke zweite Saisonhälfte könnte immer noch einen Platz unter den ersten sechs einbringen. Aber das würde Stabilität erfordern, und die Unsicherheit über Gelhardts Zukunft ist eine Ablenkung, die sie nicht gebrauchen können.

Für jetzt ist Jakirovics Botschaft klar: Er will seine Spieler auf die anstehende Aufgabe konzentriert sehen, und er wird sich mit der Leeds-Situation befassen, wenn sie konkret wird. „Ich habe zu Joe gesagt: ‚Mach deinen Job, und alles andere wird sich regeln'“, verriet der Cheftrainer. „Er ist ein Profi und weiß, was auf dem Spiel steht. Wir werden sehen, was in den kommenden Wochen passiert.“ Während die Transfer-Gerüchteküche brodelt, hoffen die Fans von Hull City, dass Gelhardt für den Rest der Saison in Schwarz und Bernstein bleibt – und dass die Gelassenheit ihres Trainers einen Plan B verbirgt, der genauso effektiv ist.

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