Der Vorfall
In der ersten Halbzeit erreichte eine Flanke in den Liverpooler Strafraum Sesko, der den Ball scheinbar torwärts lenkte. Zeitlupenaufnahmen zeigten, dass der Ball seine Hand berührte, wenn auch minimal, bevor er am Torwart vorbei ins Tor sprang. Der Schiedsrichter ließ das Tor zu, und VAR griff nicht ein, mit der Begründung, die Berührung sei zufällig und nicht absichtlich gewesen. Shearer und Richards widersprechen jedoch vehement.
Shearer sagte bei Match of the Day: "Es ist ein Handspiel, ganz einfach. Der Ball trifft seine Hand und geht ins Tor. Die Regel besagt, dass wenn der Ball die Hand oder den Arm eines Spielers berührt und dann ins Tor geht, sollte das Tor aberkannt werden, unabhängig von der Absicht. Ich verstehe nicht, warum VAR es nicht korrigiert hat."
Micah Richards pflichtete bei: "Ich verstehe, dass es vielleicht nicht absichtlich war, aber die Regeln sind klar. Wenn der Ball von der Hand ins Tor geht, ist es Handspiel. Wir haben schon Tore für weitaus weniger aberkannt gesehen. Diese Inkonsistenz ist frustrierend für Spieler und Fans."
Regel 12: Was besagt sie?
Die Regeln des International Football Association Board (IFAB) besagen, dass ein Handspiel vorliegt, wenn ein Spieler ein Tor direkt mit der Hand oder dem Arm erzielt, selbst wenn es versehentlich geschieht. Die Regel besagt ausdrücklich: "Es ist ein Verstoß, wenn ein Spieler ein Tor erzielt... direkt mit der Hand oder dem Arm, selbst wenn versehentlich, einschließlich des Torwarts."
Basierend darauf argumentieren Shearer und Richards, dass das Tor hätte aberkannt werden müssen. Die Kontroverse hat die Debatte über die Konsistenz von VAR-Entscheidungen und die Auslegung der Handspielregeln in der Premier League neu entfacht.
Reaktionen von Liverpool und Leipzig
Liverpool-Trainer Arne Slot drückte in der Pressekonferenz nach dem Spiel seine Frustration aus: "Wir haben die Wiederholungen gesehen. Es ist klar. Aber wir können das Ergebnis jetzt nicht ändern. Wir müssen es akzeptieren und weitermachen." Leipzig hingegen verteidigte das Tor, wobei ihr Trainer darauf bestand, die Berührung sei minimal und unabsichtlich gewesen.
Auswirkungen auf den Titelkampf
Das Unentschieden, das nach einem späten Ausgleich Liverpools 1:1 endete, könnte sich im Titelkampf als kostspielig erweisen. Da Liverpool nun zwei Punkte hinter Tabellenführer Arsenal liegt, zählt jede Entscheidung. Fans und Experten fordern eine Überprüfung der VAR-Protokolle, um ähnliche Kontroversen in Zukunft zu vermeiden.
Dieser Vorfall ist ein weiteres Kapitel in der anhaltenden Saga der Handspielauslegungen und lässt viele fragen, ob die aktuellen Regeln weiterer Klarstellung bedürfen. Vorerst bleibt das Tor bestehen, aber die Debatte tobt weiter.
Was meinen Sie: hätte Sesko's Tor zählen dürfen? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.