Hull Citys Aufstieg in die Premier League und der Fluch von Platz sieben
Hull City spielt in dieser Saison in der Premier League – doch die jüngste Championship-Vergangenheit des Klubs ist eine Warnung. Eine neue Analyse zeigt: Wer in der Championship Siebter wird, stürzt im Jahr darauf oft ab. Hulls eigener 21. Platz in der Saison 2024/25 beweist, wie schnell sich das Blatt wenden kann.
- Hull City spielt nun in der Premier League, nachdem man sich 2024/25 am letzten Spieltag in der Championship rettete.
- Wrexham verpasste die Playoffs in der Vorsaison um zwei Punkte und steht aktuell auf Platz 17 der Championship.
- Nur einmal in den letzten sieben Championship-Spielzeiten landete ein Siebtplatzierter im Jahr darauf besser als auf Rang 17.
- Hull City beendete die Saison 2024/25 nach einer turbulenten Spielzeit mit Transferbeschränkungen auf Platz 21.
- Tim Walter wurde entlassen, Ruben Selles übernahm.
- Leistungsträger Jacob Greaves und Jaden Philogene mussten verkauft werden, um Geld einzunehmen.
Der alarmierende Trend, dem Wrexham folgen könnte
Laut si.com hat nur einmal in den letzten sieben Championship-Spielzeiten ein Team, das Platz sieben belegte, im Jahr darauf besser als Rang 17 abgeschlossen. Noch beunruhigender: In den vergangenen 15 Championship-Spielzeiten schaffte es nur ein Siebtplatzierter, in der Folgesaison in der oberen Tabellenhälfte zu landen. Dieses Kunststück gelang Middlesbrough 2022/23 – und selbst damals war ein Trainerwechsel nötig.
Wrexham ist beileibe nicht der erste Klub in dieser Lage. Die aktuelle Misere folgt einem Muster, das eine schnelle Wende schwierig erscheinen lässt. Nachdem die Playoffs in der Vorsaison nur um zwei Punkte verpasst wurden, ist der schwache Start in die neue Championship-Saison besonders bitter. Hätte der Klub nur eine seiner 14 Remis in einen Sieg verwandelt, stünde man vor Hull City – das heute in der Premier League kickt.
Hull Citys eigener Befreiungsschlag
Hull Citys Saison 2024/25 ist ein Paradebeispiel für diesen Trend. Die Tigers beendeten die Runde auf Platz 21 und retteten sich erst am letzten Spieltag nach einer turbulenten Spielzeit mit diversen Transferbeschränkungen wegen finanzieller Probleme. Tim Walter wurde entlassen und durch Ruben Selles ersetzt, während Leistungsträger Jacob Greaves und Jaden Philogene verkauft werden mussten, um Geld einzunehmen.
Dass Hull City nun in der Premier League spielt, ist eine bemerkenswerte Wende. Die jüngste Klubgeschichte unterstreicht, wie schnell eine Saison kippen kann – und wie schwer es ist, auf einem siebten Platz aufzubauen. Wrexham, im Oktober auf Rang 17, hat noch Zeit, den Trend zu brechen. Doch die Statistik spricht gegen die Waliser.
Was lief bei den anderen Teams schief?
Für den vermeintlichen Fluch von Platz sieben gibt es keine einfache Erklärung. Klubs scheiterten aus den unterschiedlichsten Gründen am Aufbau auf den vorherigen Erfolg – finanzielle Probleme, Punktabzüge und Proteste gegen die Eigentümer spielten in mehreren Fällen eine Hauptrolle. Andere verkauften Leistungsträger, ohne adäquaten Ersatz zu holen. Wrexham hat bislang keinen wichtigen Profi der ersten Mannschaft verloren, doch die fragwürdige Transferpolitik ist eine Sorge, die man mit mehreren Klubs teilt, die in der Folgesaison die obere Tabellenhälfte verpassten.
Auch Verletzungen, mentale Müdigkeit und taktischer Stillstand spielten eine Rolle. Das häufigste Problem aber war womöglich Selbstzufriedenheit. Von außen betrachtet liegt die Annahme nahe, dass ein Siebtplatzierter bestens aufgestellt ist, um dieses Ergebnis zu wiederholen. Diese Annahme kann zu zu geringen Investitionen auf dem Transfermarkt führen, während die Enttäuschung über das knapp verpasste Playoff-Ticket in der Mannschaft nachhallen kann.
Wichtig zu bedenken: Wrexham steht erst im Oktober auf Platz 17 und hat noch reichlich Zeit, den Trend zu brechen. Alarmieren dürfte die Fans jedoch, wie häufig auf enttäuschende Spielzeiten von Teams in ähnlichen Positionen Trainerwechsel folgten.
Fallstudien: von Blackburn bis Ipswich
2025/26: Blackburn Rovers – Platz 20. Blackburn holte für die Schlüsselspieler Callum Brittain, Tyrhys Dolan und Lewis Travis keinen adäquaten Ersatz. Verteidiger Dom Hyam wechselte am Deadline Day im Sommer zudem zu Wrexham. Blackburn wäre problemlos abgestiegen, hätten Leicester City und West Bromwich Albion keine Punktabzüge kassiert. Valérien Ismaël wurde im Februar entlassen, wobei viele Fans die Klubeigentümer als letztlich verantwortlich für den Niedergang sehen.
2024/25: Hull City – Platz 21. Hull rettete sich erst am letzten Spieltag nach einer turbulenten Saison mit diversen Transferbeschränkungen wegen finanzieller Probleme. Tim Walter wurde entlassen und durch Ruben Selles ersetzt, während Leistungsträger Jacob Greaves und Jaden Philogene verkauft werden mussten, um Geld einzunehmen.
2023/24: Blackburn Rovers – Platz 19. Blackburn verpasste die Playoffs nur wegen der Tordifferenz und zahlte den Preis für ein schwaches Sommer-Transferfenster. Leistungsträger Adam Wharton, Ben Brereton Díaz und Thomas Kaminski gingen ohne adäquaten Ersatz. Jon Dahl Tomasson wurde im Februar entlassen, die Fans waren zunehmend frustriert über die Eigentümerfamilie Venky.
2022/23: Middlesbrough – Platz 4. Die Ausnahme vom Trend, wobei ein Trainerwechsel entscheidend war. Michael Carrick übernahm im Oktober und führte Boro von Platz 21 auf Rang vier. Sein frischer Trainingsansatz belebte die Mannschaft, während die Januar-Leihe von Cameron Archer zusätzliche Torgefahr brachte.
2021/22: Reading – Platz 21. Readings Absturz war stark von finanzieller Misswirtschaft geprägt. Der Klub wechselte zweimal den Trainer und kassierte sechs Punkte Abzug wegen Verstößen gegen die Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln. Zeitweise machten die Spielergehälter 234 Prozent der Einnahmen aus. Reading wäre abgestiegen, hätte Derby County nicht einen noch größeren Punktabzug erhalten.
2020/21: Nottingham Forest – Platz 17. Mentale Müdigkeit war ein wesentlicher Faktor für Forests enttäuschende Saison. Am letzten Spieltag reichte ein Remis für das Playoff-Ticket, doch es setzte eine bittere 1:4-Heimniederlage gegen Stoke City – danach erholte sich das Team nicht mehr. Sabri Lamouchi blieb zu Saisonbeginn im Amt, ehe er im Oktober entlassen wurde. Chris Hughton stabilisierte die Mannschaft, brachte aber zu wenig Torgefahr.
2019/20: Middlesbrough – Platz 17. Ein unerfahrener Trainer und finanzielle Zwänge trugen zu Boros Problemen bei. Die Parachute Payments liefen aus, sodass Jonathan Woodgate einen überdimensionierten Kader verkleinern musste, ohne genügend Mittel für Wunschverpflichtungen zu haben. Die Kaderplanung gestaltete sich schwierig, erst unter Neil Warnock stabilisierte sich das Team.
2018/19: Preston North End – Platz 14. Platz 14 war eines der erfreulicheren Ergebnisse dieser Gruppe. Preston hatte Starspieler Greg Cunningham verloren und in der Vorsaison keinen Ersatz für Stürmer Jordan Hugill geholt. Nach nur einem Sieg aus den ersten elf Spielen fing sich das Team trotz zahlreicher Verletzungen im Saisonverlauf wieder.
2017/18: Leeds United – Platz 13. Leeds startete stark und führte im September unter Thomas Christiansen die Tabelle an, doch die Gegner durchschauten den Ansatz bald. Chris Wood hatte im vorangegangenen Sommer spät einen Wechsel gefordert, und Leeds fand keinen effektiven Ersatz. Disziplinprobleme plagten das Team zudem über die gesamte Saison.
2016/17: Ipswich Town – Platz 16. Hier gibt es Parallelen zu Wrexham. Ipswich holte keinen Ersatz für Starstürmer Daryl Murphy und kämpfte die ganze Saison mit der Torgefahr. Mick McCarthy sah sich heftiger Kritik ausgesetzt für seine p
Diskussionspunkte
- Hulls Rettung war eine Warnung. Die Tigers beendeten die Saison 2024/25 auf Platz 21 und blieben nur am letzten Spieltag drin. Der anschließende Premier-League-Status zeigt, wie schnell sich Dinge ändern können – aber auch, wie gefährlich eine Saison werden kann.
- Wrexhams Investitionen und Erwartungen. Wrexham gab im Sommer-Transferfenster 48 Millionen Dollar aus und investiert 95 Millionen Dollar in eine neue Kop-Tribüne. Mit einem Sportdirektor und einem Geschäftsführer, die nicht für die Verpflichtung von Phil Parkinson verantwortlich waren, ist eine Verbesserung nötig.
- Das Trainerkarussell. Mehrere Klubs in diesem Trend wechselten den Trainer, darunter Hull City, Blackburn Rovers, Middlesbrough, Nottingham Forest und Reading. Stabilität ist unter Siebtplatzierten selten.
Wie geht es weiter?
Wrexham will dem Schicksal vieler Siebtplatzierter entgehen. Auf den Klub wartet eine entscheidende Phase mit einer langen Verletztenliste, die Angreifer Josh Windass den Großteil der Saison gekostet hat. Phil Parkinson genießt weiter das Vertrauen des Vorstands, doch mit einem Sportdirektor und einem Geschäftsführer, die nicht für seine Verpflichtung verantwortlich waren, braucht er Verbesserungen, um im Amt zu bleiben. Hull City will sich unterdessen nach dem bemerkenswerten Befreiungsschlag in der Premier League etablieren.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Fluch von Platz sieben in der Championship?
Laut si.com hat nur einmal in den letzten sieben Championship-Spielzeiten ein Team, das Platz sieben belegte, im Jahr darauf besser als Rang 17 abgeschlossen. In den vergangenen 15 Spielzeiten schaffte es nur ein Siebtplatzierter, in der Folgesaison in der oberen Tabellenhälfte zu landen.
Wie lief es für Hull City in der Championship-Saison 2024/25?
Hull City beendete die Saison auf Platz 21 und rettete sich erst am letzten Spieltag nach einer turbulenten Spielzeit mit diversen Transferbeschränkungen wegen finanzieller Probleme. Tim Walter wurde entlassen und durch Ruben Selles ersetzt, während Leistungsträger Jacob Greaves und Jaden Philogene verkauft werden mussten, um Geld einzunehmen.
Welches Team brach den Trend?
Middlesbrough beendete die Saison 2022/23 auf Platz vier, nachdem Michael Carrick im Oktober übernommen und das Team von Rang 21 nach oben geführt hatte. Die Januar-Leihe von Cameron Archer brachte zusätzliche Torgefahr.
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