Arsenals Stürmerdilemma: Havertz' Gesamtpaket spricht für ihn gegen Liverpool
Kai Havertz und Viktor Gyökeres haben seit Anfang September kein Premier-League-Tor mehr erzielt. Vor dem Gastspiel am Sonntag beim FC Liverpool steht Mikel Arteta daher vor einer echten Stürmerfrage. Sky-Sports-Reporter Nick Wright argumentiert, dass der Arsenal-Coach trotz der Torflaute auf Havertz setzen sollte.
- Spiel: FC Liverpool gegen Arsenal, Premier League, Sonntag, Anpfiff 17:30 Uhr (dt. Zeit)
- Spielort: Anfield
- Havertz-Flaute: 561 Minuten ohne Tor in allen Wettbewerben
- Gyökeres-Flaute: Ein Schuss in 148 Premier-League-Minuten; kein Schuss in 160 Champions-League-Minuten
- Arsenals Form: Punktgleich mit Manchester City an der Spitze, sieben von acht Ligaspielen gewonnen
- Isak-Faktor: Der Liverpooler Angreifer, den Arsenal vor seinem 125-Millionen-Pfund-Wechsel von Newcastle umwarb, hat in dieser Saison sechs Tore erzielt
Die Zahlen
- 561 Minuten hat Havertz seit Anfang September in allen Wettbewerben torlos absolviert.
- 148 Premier-League-Minuten für Gyökeres, dabei nur ein Schuss (ein Kopfball gegen Nottingham Forest).
- 160 Champions-League-Minuten für Gyökeres ohne einen einzigen Schuss.
- Gyökeres hat in acht Premier-League-Startelfeinsätzen keinen Schuss abgegeben – der zweithöchste Wert aller reinen Stürmer seit Beginn der vergangenen Saison, nur hinter Randal Kolo Muani.
- Arsenals Verteidiger haben in dieser Saison in allen Wettbewerben mehr Tore erzielt als die eigenen Stürmer.
- Seit Artetas Amtsantritt 2019 hat Arsenal 224,5 Millionen Pfund für Angreifer ausgegeben – im Vergleich zu 550,1 Millionen für Mittelfeldspieler und 350 Millionen für Verteidiger.
- Gegen Fleetwood kam Havertz auf sieben Schüsse, Gyökeres auf drei.
- In seinen letzten beiden Premier-League-Startelfeinsätzen gegen Liverpool verzeichnete Havertz fünf Schüsse mit 1,22 xG, 14 Ballkontakte im Strafraum und 80 Kontakte insgesamt, kreierte mehr Chancen, gewann mehr Duelle und eroberte häufiger den Ball als Gyökeres.
- Gyökeres hatte in seinen letzten beiden Ligastarts gegen Liverpool nur 25 Ballkontakte (nur vier im Strafraum), spielte 11 Pässe und gewann drei Duelle – ohne einen Schuss abzugeben.
- Araujo machte 10 von Liverpools 15 Klärungen beim Carabao-Cup-Sieg gegen Chelsea.
- Amar Dedic hat in acht Spielen für Newcastle in dieser Saison vier Vorlagen – an beiden Toren gegen Crystal Palace war er beteiligt.
Warum Arteta weiter auf Havertz setzen sollte
Kai Havertz ist seit seiner Rückkehr von einer Verletzung in der vergangenen Saison Mikel Artetas erste Wahl. Der 27-Jährige stand im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain im Mai in der Startelf und traf – und schien dort anzuknüpfen, wo er aufgehört hatte: Er traf im Community Shield gegen Manchester City und erzielte Premier-League-Tore gegen Coventry sowie seinen Ex-Klub Chelsea. Seither aber sind 561 Minuten ohne Treffer in allen Wettbewerben vergangen.
Viktor Gyökeres beendete seine Saisonflaute endlich beim Elfmeterschießen im Carabao Cup gegen Fleetwood Town, als er Arsenals Ausgleich aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Doch seine Gesamtausbeute gibt Anlass zur Sorge: Nur ein Schuss in 148 Premier-League-Minuten, keiner in 160 Champions-League-Minuten. Beim fahrigen Auftritt gegen Fleetwood war er neben Havertz der Hauptschuldige – wobei Havertz aus sieben Schüssen kein Tor machte.
Trotz der Torflaute ihrer Stürmer steht Arsenal punktgleich mit Manchester City an der Tabellenspitze, hat sieben von acht Spielen gewonnen und in der Champions League sieben von neun möglichen Punkten geholt. Arteta dürfte jedoch wissen, wie schwer dieser Start zu halten sein wird, wenn seine Angreifer nicht langsam liefern.
Der Vergleich zwischen Havertz und Gyökeres in ihren letzten beiden Premier-League-Startelfeinsätzen gegen Liverpool zeigt den Unterschied. Havertz traf in keinem der beiden Spiele, hatte aber 80 Ballkontakte (mehr als dreimal so viele wie Gyökeres), kreierte mehr Chancen, gewann mehr Duelle und eroberte häufiger den Ball. Gyökeres hatte dagegen nur 25 Kontakte, nur vier im Liverpooler Strafraum, und keinen Schuss. Havertz' Fähigkeit, sich mit Mitspielern zu kombinieren, Positionen zu tauschen und Angriffe mitzugestalten, macht Arsenal im letzten Drittel deutlich variabler – was erklärt, warum die Mannschaft in dieser Saison trotz der Torflaute ihres Stürmers im offenen Spiel gefährlicher wirkt.
Arteta könnte Mikel Merino als Notlösung im Sturm aufbieten, doch Havertz bleibt angesichts seines breiten Leistungsspektrums der wahrscheinlichste Kandidat.
Araujo wird zum Liverpooler Publikumsliebling
Ronald Araujo trifft am Sonntag auf Arsenal, nachdem er beim Carabao-Cup-Sieg gegen Chelsea eine weitere starke Leistung für Liverpool gezeigt hat. Der Sommerneuzugang machte 10 der 15 Klärungen seines Teams und war auch beim 2:0 gegen Brighton am vergangenen Wochenende ähnlich effektiv – seine wuchtigen Zweikämpfe lösten an der Anfield Road Jubelstürme aus.
Virgil van Dijk sagte: „Wenn man jemanden wie Ronald sieht, der in die Zweikämpfe geht und zur richtigen Zeit aggressiv ist, reagieren alle – und diese Energie kann der Mannschaft nach vorne helfen.“ Araujo spielte gegen Chelsea in der Innenverteidigung, wurde von Andoni Iraola aber zumeist als Rechtsverteidiger eingesetzt. In Liverpools Champions-League-Siegen gegen LASK und Villarreal traf er und hätte gegen Chelsea sogar sein drittes Tor erzielt, wäre da nicht eine Glanzparade von Mike Penders gewesen.
Was gesagt wurde
„Für einen Stürmer ist es viel aussagekräftiger, in Position zu kommen, als abzuschließen.“
„Wenn man jemanden wie Ronald sieht, der in die Zweikämpfe geht und zur richtigen Zeit aggressiv ist, reagieren alle – und diese Energie kann der Mannschaft nach vorne helfen.“
Benhams Aussage unterstreicht die datenbasierte Sicht, dass die Erzeugung von Torchancen ein besserer Prädiktor für künftigen Erfolg ist als die Verwertung. Havertz' sieben Schüsse gegen Fleetwood, wenngleich ohne Tor, deuten darauf hin, dass er zumindest die richtigen Positionen findet. Gyökeres' fehlender Schuss in acht Premier-League-Startelfeinsätzen weist auf ein tieferes Problem bei seiner Integration in Arsenals Angriffsstruktur hin.
Van Dijks Lob für Araujo zeigt den wachsenden Einfluss des Verteidigers bei Liverpool. Seine Aggressivität und sein Timing im Zweikampf haben ihn an der Anfield Road zum Publikumsliebling gemacht, und seine Vielseitigkeit in der Abwehrkette gibt Iraola im Saisonverlauf Optionen.
Warum Havertz' Kombinationsspiel Arsenal in Anfield bessere Chancen gibt
Gegen Liverpool muss Arsenal Druck standhalten und Angriffe effizient aufbauen. Havertz' Fähigkeit, sich fallen zu lassen, mit dem Mittelfeld zu kombinieren und Räume für Mitspieler zu schaffen, macht ihn für diese Aufgabe geeigneter als Gyökeres, dessen Bewegung und Schussvolumen begrenzt waren. Die Daten aus ihren letzten beiden Startelfeinsätzen gegen Liverpool zeigen, dass Havertz deutlich stärker am allgemeinen Spiel beteiligt war – seine Präsenz hilft Arsenal, den Ball im letzten Drittel zu halten.
Artetas Entscheidung könnte auch von Gyökeres' Problemen gegen Topgegner beeinflusst werden: Keines seiner 14 Premier-League-Tore in der vergangenen Saison fiel gegen Gegner von Liverpools Qualität. Diese Bilanz, kombiniert mit seinen fehlenden Schüssen in großen Spielen, deutet darauf hin, dass er noch nicht bereit ist, an der Anfield Road die Sturmspitze zu führen.
Diskussionspunkte
- Reicht Havertz' Gesamtbeitrag, um seinen Platz zu rechtfertigen, oder sollte Arsenal einen reinen Torjäger priorisieren?
- Gyökeres hat in seiner Karriere Tore erzielt, aber in acht Premier-League-Startelfeinsätzen keinen Schuss abgegeben – kann er sich an Arsenals System anpassen?
- Sollte Arteta Mikel Merino als Notlösung im Sturm erwägen, nachdem dieser in dieser Rolle bereits überzeugt hat?
- Arsenals Ausgaben für Angreifer seit 2019 liegen deutlich unter denen für Mittelfeldspieler und Verteidiger – erklärt das die aktuellen Stürmerprobleme?
Wie es weitergeht
Arsenal reist am Sonntag zum FC Liverpool, Anpfiff ist um 17:30 Uhr (dt. Zeit). Ein erstes Tor für Havertz seit September käme gelegen, während Gyökeres auf eine Gelegenheit hofft, seinen Wert zu beweisen. Das Ergebnis könnte erhebliche Auswirkungen auf das Titelrennen in der Premier League haben.
Häufig gestellte Fragen
Wird Kai Havertz für Arsenal gegen Liverpool in der Startelf stehen?
Havertz bleibt laut der Analyse angesichts seines breiten Beitrags zum Arsenal-Spiel der wahrscheinlichste Kandidat für die Sturmspitze.
Wie viele Minuten hat Viktor Gyökeres in der Premier League ohne Schuss absolviert?
Gyökeres hat in acht Premier-League-Startelfeinsätzen keinen Schuss abgegeben und insgesamt nur einen Schuss in 148 Premier-League-Minuten.
Um wie viel Uhr ist der Anpfiff zwischen Liverpool und Arsenal?
Die Partie beginnt am Sonntag um 16:30 Uhr Ortszeit (17:30 Uhr dt. Zeit) an der Anfield Road.
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