Everton jagt Djed Spence: Verstärkung für die Defensive

Wie The Athletic berichtet, ist der FC Everton an einer Verpflichtung von Tottenham-Verteidiger Djed Spence interessiert. Der 25-jährige Rechtsverteidiger war 2022 für rund 20 Millionen Pfund von Middlesbrough zu den Spurs gewechselt, konnte sich dort aber nie richtig durchsetzen.

Karriere von Djed Spence: Vielversprechend, aber unbeständig

Djed Spence wechselte im Juli 2022 zu Tottenham. Die Ablöse belief sich auf rund 20 Millionen Pfund, plus mögliche Bonuszahlungen. Der Rechtsverteidiger hatte zuvor auf Leihbasis bei Nottingham Forest überzeugt und war maßgeblich am Aufstieg der „Reds“ in die Premier League beteiligt. In 42 Einsätzen erzielte er zwei Tore und bereitete drei Treffer vor. Bei Tottenham kam Spence in der Saison 2022/23 jedoch nur auf vier Kurzeinsätze in der Liga. Die folgende Spielzeit verbrachte er leihweise beim Leeds United in der Championship und später bei Genua in der Serie A.

Spence ist gelernter Rechtsverteidiger, kann aber auch als rechter Schienenspieler agieren. Seine Stärken liegen in der Schnelligkeit und Dribbelstärke. Bei Middlesbrough und Nottingham Forest gelangen ihm durchschnittlich 1,8 erfolgreiche Dribblings pro Spiel, zudem bereitete er pro Partie 1,2 Chancen vor – bemerkenswerte Offensivwerte für einen Defensivspieler.

Wie Spence in Evertons System passen würde

Everton-Trainer Sean Dyche bevorzugt ein 4-4-1-1 oder 4-5-1-System, bei dem die Außenverteidiger für die nötige Breite sorgen. Aktuell stehen mit Seamus Coleman (36) und Nathan Patterson (verletzungsanfällig) nur zwei gelernte Rechtsverteidiger im Kader. Coleman ist eine Vereinslegende, aber nicht mehr auf dem Höhepunkt seines Schaffens; Patterson kam seit seinem Wechsel 2022 nur auf 23 Einsätze. Spence, 25, könnte eine langfristige Lösung bieten und zusätzliche Offensivpower von der rechten Seite mitbringen. In der Championship kam er auf durchschnittlich 1,7 Tacklings pro Spiel, wenngleich sein Stellungsspiel gelegentlich kritisiert wurde – eine Schwäche, die Dyche noch ausmerzen müsste.

Auf dem Transfermarkt erscheint die geforderte Ablöse von 26 Millionen Pfund für einen Spieler, der sich bei Tottenham nicht durchsetzen konnte, recht ambitioniert. Allerdings sind junge englische Außenverteidiger teuer: Ben Johnson wechselte für 25 Millionen zu West Ham, Ryan Giles für 15 Millionen zu Luton. Evertons finanzielle Möglichkeiten sind durch die Profit-and-Sustainability-Regeln begrenzt, daher könnte eine gestaffelte Zahlung oder ein Spielerverkauf notwendig sein, um den Deal zu finanzieren.

Auswirkungen auf Evertons Saison

Everton steht aktuell auf Platz 15 der Premier League, vier Punkte vor den Abstiegsrängen. Die Defensive steht solide – fünf Zu-Null-Spiele in 14 Partien – aber die Offensive lahmt: Nur 14 Tore erzielt. Mit Spence könnten die Flanken von rechts häufiger gefährlich werden, was Dominic Calvert-Lewin zugutekäme. Allerdings ist das Wintertransferfenster berüchtigt für schwierige Anpassungen, und die Integration eines Neuzugangs braucht Zeit.

  • Spence würde mit Nathan Patterson und Seamus Coleman um den Platz auf der rechten Seite konkurrieren.
  • Seine Offensivqualitäten könnten helfen, die drittschlechteste Torausbeute der Liga zu verbessern.
  • Eine Ablöse von 26 Millionen wäre ein erheblicher Brocken, der andere Verpflichtungen einschränken könnte.

Wie geht es weiter mit Djed Spence und Tottenham?

Tottenham wäre wohl bereit, Spence zu verkaufen, um Mittel für eigene Transfers unter Ange Postecoglou zu generieren. Der Australier bevorzugt Außenverteidiger, die ins Mittelfeld vorrücken können – eine Rolle, die Spence bislang nicht überzeugend ausgefüllt hat. Evertons Interesse dürfte im Januar konkreter werden, und ein Angebot könnte die Spurs auf die Probe stellen. Für Spence selbst wäre ein Wechsel nach Goodison Park die Chance auf regelmäßige Spielzeit, die er in diesem Karriereabschnitt dringend braucht. Sollte der Transfer zustande kommen, bekäme Everton einen dynamischen Rechtsverteidiger mit Potenzial, müsste aber nachweisen, dass sich die Ablöse in der Rückrunde auszahlt.

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