Chelseas 20 Spiele ohne Zu-null gehen weiter – Hull legt altbekannte Abwehrschwächen offen

Chelsea hat nun in 20 Premier-League-Spielen in Folge kein Zu-null mehr erreicht und kassiert im Schnitt ein Gegentor pro Partie. Das 2:2 gegen Hull an der Stamford Bridge machte das Problem deutlich, das Xabi Alonso lösen muss, wenn Chelsea trotz ihrer Offensivkraft um Titel mitspielen will.

  • Spiel: Chelsea 2:2 Hull City
  • Stadion: Stamford Bridge
  • Wettbewerb: Premier League
  • Topstatistik: Chelsea hat in 20 Premier-League-Spielen in Folge kassiert
  • Hull xG: 1,32 an der Stamford Bridge – ein fairer Wert für ihre Gefahr
  • Es steht auf dem Spiel: Chelseas Abwehrbilanz gefährdet den Angriff auf die oberen Plätze

Die Zahlen hinter Chelseas Abwehrproblemen

  • 20 – Premier-League-Spiele in Folge, in denen Chelsea mindestens ein Gegentor kassiert hat
  • 1,32 – Hulls Expected Goals (xG) an der Stamford Bridge
  • 1 – Gegentor pro Spiel, das Chelsea in diesen 20 Partien im Schnitt hinnehmen musste

Warum Xabi Alonso Mourinhos Blaupause folgen muss

Chelseas Offensivpotenzial ist unbestritten. Sie haben in jedem Spiel dieser Saison getroffen, und der Satz „You can't stop JP Morgan“ spiegelt ihre Kreativität nach vorne. Doch Alonso, der in seiner Spielerkarriere unter Jose Mourinho gelernt hat, muss dieselbe Defensivdisziplin einimpfen, die Mourinhos beste Mannschaften auszeichnete. Die Verpflichtung von Emi Martinez, Weltmeister und mehrfacher Jaschin-Trophäen-Gewinner, sollte das Torwartproblem lösen. Doch wie der Artikel festhält: „Wenn vor ihm Verteidiger nicht die Basics machen, kann er genauso gut Robert Sanchez sein.“ Das Problem ist nicht der Mann zwischen den Pfosten, sondern die Struktur davor.

Hulls Chancen an der Stamford Bridge wurden nicht herausgespielt; sie wurden den Gästen „auf dem Silbertablett serviert“. Das deutet auf systemische Probleme hin: lockere Bewachung, schlechte Positionierung und mangelnde Konzentration. Alonso muss diese Grundlagen auf dem Trainingsplatz angehen. Die Offensivqualität wird Spiele gewinnen, aber Zu-null-Spiele sind das Fundament jedes Titelangriffs. Solange Chelsea den Ball nicht aus dem eigenen Netz heraushält, werden sie weiter Punkte in Partien liegen lassen, die sie gewinnen müssten.

Liverpools müde Beine scheitern am Fulham-Test

Liverpools 0:0 gegen Fulham an der Anfield Road war die erste Bewährungsprobe im Umgang mit dem erhöhten Pensum unter Andoni Iraola. Nach beeindruckenden Stationen bei Rayo Vallecano und Bournemouth ohne Europapokalbelastung steht Iraola nun vor der Aufgabe, einen Kader zu managen, der auf mehreren Hochzeiten tanzt. Der Champions-League-Sieg unter der Woche gegen Atletico Madrid – Iraolas erster in diesem Wettbewerb – war ein Hoch, doch die Fortsetzung gegen Fulham war flach.

„Letztlich ist das für mich, für euch, für alle der einfachere Fall – unsere Spieler waren müde. Ich denke, es fehlt definitiv an Frische. Das können wir nicht verbergen. Es ist die schlechteste Umstellung mit etwas über 60 Stunden zwischen den Spielen, nach einem sehr großen Spiel neulich. Aber das wird öfter passieren, vielleicht mit einem Tag mehr, vielleicht.“

— Andoni Iraola, Trainer des FC Liverpool, über die Müdigkeit seiner Mannschaft nach dem 0:0 gegen Fulham

Iraolas Serie ohne Niederlage als Liverpool-Trainer läuft weiter und reicht bis Anfang Januar aus seiner Zeit in Bournemouth zurück, doch die Heimremis gegen Nottingham Forest und Fulham brachten nur zwei Punkte. Iraola ist gefordert, Lösungen für die Terminhatz zu finden. Liverpool startete langsam und kam schwer in den Rhythmus, sodass Fulham einen verdienten ersten Saisonpunkt holte. Iraolas Mannschaft muss sich schnell anpassen, sonst wird ihr Streben nach Titeln von Müdigkeit untergraben.

Spurs' Stürmerkrise: 400 Minuten ohne Tor

Tottenhams 0:0 gegen Everton bedeutet, dass die Spurs in dieser Saison nun 400 Minuten ohne Premier-League-Tor sind – Teil ihres sieglosen Starts. Das Problem ist nicht die Kreativität – Tottenham hat reichlich einfallsreiche Spieler –, sondern das Fehlen eines verlässlichen Torjägers. Dominic Solanke, der einzige echte Mittelstürmer, den Roberto De Zerbi zur Verfügung hat, kam gegen Everton auf nur 19 Ballkontakte – weniger als Torwart Kinsky – und gab keinen einzigen Torschuss ab.

Solankes Fitness ist unverzichtbar, weil Tottenham keine Alternative hat. Ob seine Unsichtbarkeit an mangelnder Spielpraxis oder schlechter Versorgung lag: Dass nach Harry Kanes Abgang vor drei Jahren kein fitterer, verlässlicherer Stürmer verpflichtet wurde, rächt sich nun. Verstärkungen können erst im Januar kommen, also muss De Zerbi einen Weg finden, Solanke stärker einzubinden. Wenn der Stürmer weiter Ladehemmung hat, könnte Tottenhams Saison ins Trudeln geraten.

Bournemouths Spielmanagement unter der Lupe

Bournemouth ist das erste Team, das in jedem seiner ersten vier Premier-League-Spiele in Führung ging und keines davon gewann. Marco Rose räumte nach dem 2:2 gegen Brentford ein, dass das Spielmanagement ein Problem sei. Die Cherries gaben 20 Torschüsse ab, zehn davon aufs Tor, während Brentford Torwart Dorde Petrovic nur zweimal prüfte. Dennoch kassierte Bournemouth innerhalb von drei Minuten nach der 2:1-Führung – ein wiederkehrendes Muster.

Roses Mannschaft erspielt sich Chancen im Überfluss, doch die Unfähigkeit, Phasen nach einem Tor zu kontrollieren, kostet Punkte. Solange sie nicht verhindern können, dass Gegner sofort wieder Momentum gewinnen, werden sie weiter Punkte liegen lassen. Vier Spiele, vier Führungen, keine Siege – willkommen in der Premier League, Marco Rose.

Ipswich überzeugt still unter den Aufsteigern

Während Hull für seine Premier-League-Rückkehr gefeiert wird, läuft es auch für Ipswich gut. Der Klub hat in dieser Saison bereits zwei Spiele gewonnen – dafür brauchte er nur vier Partien, verglichen mit 16 Spielen 2024/25. Das 3:2 bei Crystal Palace war das dritte von vier Spielen, in denen Ipswich weniger als 0,70 xG zuließ. Sowohl Emersonn als auch Leif Davis trafen per Kopf, und nachdem Palace zum 2:2 ausgeglichen hatte, bewies Ipswich Geduld und wartete auf den Siegtreffer, statt hektisch nachzujagen. Axel Disasis Platzverweis gab ihnen Auftrieb, doch sie nutzten die sich bietenden Gelegenheiten.

Aston Villas Offensivsorgen

Aston Villa kam gegen Nottingham Forest auf nur sieben Torschüsse – der drittniedrigste Wert in 59 Heimspielen unter Unai Emery. Es war nicht nur, dass sie nicht mehr als einmal trafen; auch die Art ihres Offensivspiels gab Anlass zur Sorge. Emery muss die Probleme bei Kreativität und Durchschlagskraft angehen, wenn Villa sein Niveau halten will.

Gesprächspunkte

  • Chelseas Abwehrprobleme sind systemisch, nicht personell. Emi Martinez kann keine Abwehrreihe reparieren, die die Basics nicht beherrscht.
  • Liverpools Müdigkeit ist ein Warnsignal für Andoni Iraola. Europäische und nationale Belastung zu managen, ist eine neue Herausforderung.
  • Tottenhams Versäumnis, nach Harry Kanes Abgang einen bewährten Stürmer zu verpflichten, ist inzwischen ein eklatantes Versäumnis. Solanke allein kann die Last nicht tragen.
  • Bournemouths Unfähigkeit, Führungen zu halten, ist ein mentales Problem, das Marco Rose schnell lösen muss, um einen Abstiegskampf zu vermeiden.

Wie es weitergeht

Chelsea reist zum nächsten, noch nicht feststehenden Gegner und sucht das erste Zu-null der Saison. Liverpool muss sich schnell für die nächste Partie erholen, wobei Iraola gefordert ist, seinen Kader zu rotieren. Tottenham braucht, dass Solanke seine Torgefahr wiederfindet, sonst droht die nächste Durststrecke. Bournemouth und Aston Villa werden an ihren jeweiligen Problemen auf dem Trainingsplatz arbeiten. Ipswich will auf seinem starken Start aufbauen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Spiele hat Chelsea ohne Zu-null bestritten?

Chelsea hat in 20 Premier-League-Spielen in Folge kassiert – eine Serie, die weiter zurückreicht als Xabi Alonsos Amtszeit.

Warum tat sich Liverpool gegen Fulham schwer?

Andoni Iraola gab zu, dass seine Spieler nach der etwas mehr als 60-stündigen Pause seit dem Champions-League-Sieg gegen Atletico Madrid müde waren.

Wie lange ist Tottenham ohne Premier-League-Tor?

Tottenham ist in dieser Saison 400 Minuten ohne Ligator – Teil ihres sieglosen Starts.

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