Andy Burnham: 'Ich habe die Schwere des Man-City-Urteils nicht heruntergespielt'
Premierminister Andy Burnham hat beteuert, die Schwere des Urteils gegen Manchester City nicht heruntergespielt zu haben, nachdem Downing Street seine Position in der vergangenen Woche klarstellen musste. Die Feststellungen müssten mit "größter Sorgfalt und Ernsthaftigkeit" behandelt werden, so Burnham.
- Wer: Premierminister Andy Burnham, ehemaliger Bürgermeister von Greater Manchester
- Was: Betont, das Schuldurteil der unabhängigen Kommission gegen Manchester City nicht verharmlost zu haben
- Entscheidendes Detail: Downing Street hatte zuvor betont, das erstinstanzliche Urteil sei ernst, und es dürfe "keinerlei Zweifel geben, dass niemand über den Regeln steht"
- Position von City: City hat Berufung eingelegt, beteuert die "Unschuld" und nennt das Urteil eine "Meinung", die "unsicher" sei
- Vorwürfe: City wurde in allen Anklagepunkten wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden, einschließlich eines "verschleierten Finanzierungssystems"
- Ausmaß: Die Kommission stellte fest, dass City die Einnahmen durch "Scheinverträge" mit kommerziellen Partnern künstlich um 830 Mio. Pfund aufgebläht hat
Was gesagt wurde
"Ich habe die Schwere der Feststellungen nicht heruntergespielt."
"Es sind Feststellungen, die mit größter Sorgfalt und Ernsthaftigkeit geprüft werden müssen, und dann muss das Verfahren, das sie prüft, vollständig unabhängig sein – das habe ich schon letzte Woche gesagt."
"Ich wiederhole es auch heute: Ich denke, es ist jetzt für alle an der Zeit, das Verfahren seinen Lauf nehmen zu lassen."
"Ich wurde zu breiteren Investitionen befragt. Ich halte es für wichtig, die Fußballfragen von den allgemeinen Investitionsfragen zu trennen. Die Fußballfragen müssen vollständig geprüft werden, daran besteht kein Zweifel."
"Und natürlich muss das Verfahren dann seinen Lauf nehmen, ohne dass weitere allgemeine Kommentare abgegeben werden."
Burnhams jüngste Einlassung folgt auf Kritik aus der vergangenen Woche, als er sagte, er wäre "wirklich besorgt", falls die Eigentümer von Manchester City den Premier-League-Klub verkaufen würden. Er hatte den City-Eigentümern zugeschrieben, "ein enormer Partner beim Aufbau des modernen Manchester" zu sein. Diese Formulierung veranlasste Downing Street zu der Klarstellung, dass das erstinstanzliche Urteil ernst sei, dass es "keinerlei Zweifel geben dürfe, dass niemand über den Regeln steht" und dass das unabhängige Verfahren seinen "Lauf nehmen" müsse.
Burnham hat diese Position nun bekräftigt und betont, dass die Feststellungen gegen City "mit größter Sorgfalt und Ernsthaftigkeit geprüft werden müssen". Zudem bemühte er sich, die Fußballfragen von den allgemeinen Investitionsfragen zu trennen, und beharrte darauf, dass die Fußballfragen "vollständig geprüft werden müssen".
Die Zahlen
- 830 Mio. Pfund: Der Betrag, um den Manchester City laut der unabhängigen Kommission die Einnahmen des Klubs künstlich aufgebläht haben soll
- 2009/10 – 2017/18: Der Zeitraum, in dem die Kommission feststellte, dass City "Scheinverträge" mit einer Reihe kommerzieller Partner arrangierte
- Alle Anklagepunkte: City wurde in jedem Anklagepunkt wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League für schuldig befunden
Warum Burnhams Wortwahl für Citys Berufung wichtig ist
Burnhams Betonung, das Urteil nicht heruntergespielt zu haben, ist der Versuch, eine klare Linie zwischen seiner Rolle als Premierminister und den Feststellungen der unabhängigen Kommission zu ziehen. Indem er wiederholt, dass die Feststellungen mit "größter Sorgfalt und Ernsthaftigkeit" geprüft werden müssten, signalisiert er, dass das politische Gewicht seines Amtes nicht genutzt wird, um den Schlag für Manchester City abzumildern. Die Formulierung "vollständig unabhängig" ist hier entscheidend: Sie schützt das Verfahren vor Vorwürfen politischer Einflussnahme und hält der Kommission zugleich die Tür offen, ohne Druck aus Downing Street zu eigenen Schlüssen zu gelangen.
Seine Entscheidung, "die Fußballfragen" von "breiteren Investitionen" zu trennen, ist bedeutsam. Burnhams frühere Äußerungen, die City-Eigentümer seien ein "enormer Partner beim Aufbau des modernen Manchester", stießen auf Kritik, weil sie die kommerzielle Bedeutung des Klubs für die Region mit der Schwere der Finanzverstöße zu vermischen schienen. Indem er erklärt, die Fußballfragen "müssen vollständig geprüft werden, daran besteht kein Zweifel", versucht er, diese Lücke zu schließen. Für City, dessen Berufung argumentiert, das Urteil enthalte "klare materielle Fehler des Rechts, der Grundsätze und des Sachverhalts und sei unsicher", fügt die politische Kulisse eine weitere Prüfungsebene hinzu.
Die Zahl von 830 Mio. Pfund und die Feststellung der "Scheinverträge" sind zentral für das Urteil der Kommission. Citys Berufung wird nun prüfen, ob diese Feststellung Bestand hat. Burnhams wiederholte Aufforderungen, das Verfahren solle "seinen Lauf nehmen", deuten darauf hin, dass die Regierung nicht eingreifen wird und die Entscheidung der unabhängigen Kommission und dem Berufungsverfahren überlässt.
Diskussionspunkte
- Kann Burnham glaubhaft behaupten, das Urteil nicht heruntergespielt zu haben, wenn er zuvor sagte, er wäre "wirklich besorgt" über einen Verkauf des Klubs durch die Eigentümer?
- Sollte sich ein Premierminister überhaupt zu einer laufenden unabhängigen Kommission äußern, oder riskiert jeder Kommentar, das Verfahren zu beeinträchtigen?
- Citys Beschreibung des Urteils als "Meinung" und "unsicher" stellt eine direkte Herausforderung der Autorität der Kommission dar – wird die Berufung aus diesen Gründen Erfolg haben?
- Falls die Feststellung der um 830 Mio. Pfund aufgeblähten Einnahmen Bestand hat, was bedeutet das für die Finanzregeln der Premier League und die künftige Durchsetzung?
Wie es weitergeht
Manchester Citys Berufung gegen das Urteil der unabhängigen Kommission ist nun das zentrale Schlachtfeld. Bis zur Verhandlung der Berufung bleibt der Klub in allen Anklagepunkten wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League für schuldig. Downing Street hat klargestellt, dass das Verfahren seinen "Lauf nehmen" muss, ohne weitere allgemeine Kommentare, was bedeutet, dass Burnham seine Äußerungen voraussichtlich nicht ergänzen wird. Der nächste bedeutende Schritt wird die Berufung selbst sein, in der City argumentieren wird, das Urteil sei "unsicher" und enthalte "klare materielle Fehler des Rechts, der Grundsätze und des Sachverhalts".
Häufig gestellte Fragen
Was hat Andy Burnham über das Man-City-Urteil gesagt?
Burnham beteuerte, die Schwere der Feststellungen nicht heruntergespielt zu haben. Sie müssten "mit größter Sorgfalt und Ernsthaftigkeit geprüft werden", das Verfahren müsse "vollständig unabhängig" sein und seinen Lauf nehmen dürfen.
Was hat Downing Street über das Man-City-Urteil gesagt?
Downing Street betonte, das erstinstanzliche Urteil gegen City sei ernst, es dürfe "keinerlei Zweifel geben, dass niemand über den Regeln steht", und das unabhängige Verfahren müsse seinen "Lauf nehmen" dürfen.
Wofür wurde Manchester City von der unabhängigen Kommission schuldig gesprochen?
Die Kommission befand City in allen Anklagepunkten wegen schwerer Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen 2009/10 und 2017/18 für schuldig, darunter "Scheinverträge" mit kommerziellen Partnern, um die Einnahmen künstlich um 830 Mio. Pfund aufzublähen.
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