Laut dem Mietvertrag für das London Stadium könnten die Londoner Steuerzahler gezwungen sein, eine Rechnung in Höhe von 2,5 Millionen Pfund zu begleichen, wenn West Ham United aus der Premier League absteigt. Die Klausel, die im Vertrag versteckt ist, den die Hammers beim Umzug vom Upton Park unterschrieben haben, verlangt, dass die Steuerzahler den Fehlbetrag decken, falls der Verein aus der höchsten Spielklasse absteigt.

Wie der Mietvertrag funktioniert

West Hams Deal mit der London Legacy Development Corporation (LLDC) beinhaltet eine garantierte jährliche Einnahmequelle aus den Spieltagseinnahmen. Wenn der Verein absteigt, löst der Verlust der Premier-League-Einnahmen eine Klausel aus, die vorsieht, dass die LLDC – und letztendlich die Londoner Steuerzahler – die Differenz ausgleichen. Die Summe von 2,5 Millionen Pfund basiert auf Prognosen über geringere Ticketverkäufe und Hospitality-Einnahmen in der Championship.

Finanzielle Auswirkungen

Ein Abstieg würde nicht nur West Hams Finanzen treffen, sondern auch öffentliche Mittel belasten, die bereits durch Kürzungen der Gemeinderatsbudgets angespannt sind. Die LLDC hat die Vereinbarung verteidigt und erklärt, sie sei dazu gedacht, die Rentabilität des Stadions zu schützen. Kritiker argumentieren jedoch, dass der Deal von Anfang an rücksichtslos war.

„Dies ist ein klassisches Beispiel für die Privatisierung von Gewinnen und die Sozialisierung von Verlusten“, sagte ein Sprecher der TaxPayers' Alliance. „Wenn West Ham finanziell nicht mithalten kann, warum sollten die Londoner für ihr Scheitern bezahlen?“

West Hams aktuelle Position

Die Hammers stehen derzeit auf Platz 16 der Premier League, nur drei Punkte über der Abstiegszone. Mit schwierigen Spielen vor sich, unter anderem gegen Liverpool und Manchester City, ist die Bedrohung real. Trainer Julen Lopetegui steht unter Druck, die Ergebnisse zu verbessern, aber die Inkonsistenz des Kaders hat die Fans beunruhigt.

Im Falle eines Abstiegs würde West Ham voraussichtlich etwa 100 Millionen Pfund an Premier-League-Einnahmen verlieren, wodurch die Stadionklausel von 2,5 Millionen Pfund ein kleiner Teil des gesamten finanziellen Schadens wäre. Die symbolische Auswirkung auf das Vertrauen der Öffentlichkeit könnte jedoch erheblich sein.

Historischer Kontext

Dies ist nicht das erste Mal, dass West Hams Stadiondeal Kontroversen ausgelöst hat. Seit dem Umzug ins London Stadium im Jahr 2016 wurde der Verein immer wieder wegen der Umbaukosten und der fehlenden Atmosphäre kritisiert. Die Abstiegsklausel fügt der Debatte über die öffentliche Finanzierung des Spitzensports eine weitere Ebene hinzu.

In der Zwischenzeit haben andere Londoner Vereine wie Chelsea und Arsenal privat finanzierte Stadien, was Fragen aufwirft, warum West Ham so günstige Konditionen erhalten hat. Die LLDC hat sich nicht dazu geäußert, ob die Klausel neu verhandelt werden könnte.

Vorerst sind alle Augen auf West Hams bevorstehende Spiele gerichtet. Ein Sieg gegen Abstiegskonkurrenten könnte Zeit verschaffen, aber die Drohung eines mit Steuergeldern finanzierten Sicherheitsnetzes in Höhe von 2,5 Millionen Pfund bleibt bestehen.