Das Radar für Mittelfeldspieler in der Premier League ist kaputt
Es fixiert sich auf Rodris metronomisches Passspiel, Rice‘ Führungsqualitäten und Caicedos Ablösesumme. Derweil pflügt Wolverhampton Wanderers‘ Mario Lemina mit einem statistischen Profil durch die Spiele, das mit jedem Mittelfeldspieler in Europas Top-5-Ligen mithalten kann. Er ist die unsichtbare Abrissbirne.
Leminas Zahlen stammen aus einer anderen Ära
Seit Gary O‘Neil das Ruder übernommen hat, kommt Lemina auf durchschnittlich über 4,5 Tacklings pro 90 Minuten – das platziert ihn in den besten 2 Prozent der Mittelfeldspieler Europas. Seine Pressing-Intensität ist absurd: 18,2 Pressing-Aktionen pro 90 Minuten bei einer Erfolgsquote von 42 Prozent. Zum Vergleich: Declan Rice kommt auf 15,1 Pressing-Aktionen und 36 Prozent Erfolg. Lemina erobert nicht nur Bälle zurück; er zerstört Angriffe, bevor sie entstehen.
Historisch gesehen haben wir dieses Profil bei Spielern wie N‘Golo Kanté während Leicester‘s Titelrennen gesehen. Kanté kam damals auf 4,3 Tacklings und 15,8 Pressing-Aktionen pro 90 Minuten. Lemina übertrifft diese Werte aktuell – in einem Team, das Woche für Woche ums Überleben kämpft, nicht um Ballbesitz. Das macht seine Zahlen noch beeindruckender.
Warum er unbemerkt bleibt: eine Liste medialer blinder Flecken
- Die Wolves spielen einen aggressiven Umschaltstil, der nicht zu ballbesitzlastigen Narrativen passt. Leminas Arbeit findet oft im Chaos statt, nicht in der Kontrolle.
- Er schießt keine Tore. Ganze zwei in der ganzen Saison. Der Fußball verklärt immer noch Angreifer.
- Seine Karriere war nomadisch: Marseille, Juventus, Southampton, Galatasaray, jetzt Wolves. Stabilität bringt Anerkennung, und er hat sich erst 2023 in Molineux eingelebt.
Aber er ist doch nur ein Zerstörer?
Das Gegenargument lautet, dass Lemina ein limitierter Mittelfeld-Bulle ist: gut im Ballgewinnen, aber schwach im Ballbesitz. Ein Blick auf seine Passquote von 85 Prozent widerlegt das. Er kommt auf 5,1 progressive Pässe pro 90 Minuten – mehr als Bruno Guimaraes (4,8) und nur knapp hinter Rodri (5,5). Er ist nicht nur ein Pitbull; er ist ein Pitbull, der einen Mitspieler im Raum finden kann. Der Unterschied: Seine kreative Arbeit ist vertikal und direkt, nicht horizontal und sicher.
Kritiker verweisen auf seine Disziplinarakte: sechs gelbe Karten in dieser Saison. Aber das ist ein Feature, kein Bug. In einer Wolves-Mannschaft, die tief steht und kontert, sind seine taktischen Fouls eine notwendige Waffe, um Umschaltbewegungen zu stoppen. Ohne sie wäre die Abwehr weitaus häufiger exponiert.
Lemina wird der Grund sein, warum Wolves diese Saison überleben
Und sein Abgang wird der Grund sein, warum sie nächstes Jahr kämpfen. Newcastle bereitet einen Umbau vor, und Klubs wie Liverpool beobachten ihn angeblich. Meine Prognose: Wenn Lemina im Januar geht, stecken die Wolves innerhalb von sechs Wochen im Abstiegskampf. Er ist ihr taktischer Anker. Ohne ihn bricht O‘Neils risikoreiches Defensivsystem zusammen. Das ist keine Bauchgefühl, sondern eine statistische Gewissheit im Trikot.
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