Handball-Regel ein Witz – und alle wissen es
Die Handball-Regel der Premier League ist das schmutzigste Geheimnis der Liga: eine Vorschrift so vage, dass sie Trickserei belohnt statt Ehrlichkeit. Jedes Wochenende spielen Stürmer den Ball absichtlich an die Hand des Gegners, in der Hoffnung, der Schiri pfeift nicht. Der Fußball stirbt einen tausendfachen zynischen Tod.
Regelung für Verwirrung
Allein in der Saison 2023/24 gab es 47 Handelfmeter in der Premier League – ein Anstieg von 23% im Vergleich zur Vorsaison. Doch nur 12 davon waren laut IFAB-Definition „absichtlich“. Der Rest? Schüsse, die von Armen in „unnatürlicher Position“ geblockt wurden. Dieser Begriff allein lädt zum Chaos ein. Verteidiger rennen mittlerweile mit ausgestreckten Armen herum wie Torhüter und fordern den VAR geradezu heraus.
Beispiel: Im Spitzenspiel 2024 zwischen Manchester City und Arsenal klärte John Stones einen Schuss mit angelegtem Arm – der Ball touchierte seinen Ellbogen. Kein Elfer. Drei Tage später kassierte Arsenal einen Strafstoß, weil Declan Rices Hand eine Flanke aus zwei Metern berührte. Der Unterschied? Die Auslegung des Schiris zur „Silhouette“. Absurd.
Paradies für Zyniker
Klubs haben diese Unschärfe längst für sich entdeckt. Trainer weisen ihre Spieler an, Flanken mit breiten Armen zu blocken – das Zauberwort „unabsichtlich“ schützt sie. Die Zahlen belegen es:
- 2022/23 wurden 18% aller geblockten Flanken mit dem Arm abgewehrt – 2018/19 waren es nur 11%.
- Bei Standards stellen sich Teams mit erhobenen Händen in die Mauer, wie Everton bei den Torlinienaktionen gegen Newcastle im April 2024.
- Angreifer zielen bewusst auf die Hände von Verteidigern – Bukayo Saka von Arsenal hat diese Taktik letzte Saison perfektioniert.
Die Regel krankt an der Unmöglichkeit, die Absicht zu beweisen. Man kann nicht gesetzlich festlegen, was ein Spieler tun wollte. Doch die Premier League tut so, als ginge das – mit jeder Runde neue Verwirrung.
Gegenargument: Spielfluss bewahren
Befürworter der aktuellen Regelung warnen: Eine strikte Haftung würde den Spielfluss zerstören und jede Flanke zur Elfer-Lotterie machen. Sie verweisen auf eine UEFA-Statistik von 2023: Bei reiner „Absichts“-Regelung gäbe es 60% weniger Handelfmeter, aber 40% mehr VAR-Eingriffe. Fußball sei nicht American Football, rufen sie – man könne nicht alle 30 Sekunden unterbrechen.
Das ist Feigheit im Gewand des Pragmatismus. Die NFL prüft jede Scoring-Szene routinemäßig, beim Cricket dauert es drei Minuten, um ein Catch-Out zu checken. Aber der Fußball tut so, als seien Präzision und Tempo unvereinbar. Die Wahrheit ist simpler: Die Liga fürchtet den Aufschrei, wenn sie eine klare Regel durchsetzt. Sie flüchtet sich lieber in die Grauzone, wo die Schuld bei den Schiris liegt, nicht bei den Gesetzgebern.
Fazit: Eine Saison Klarheit – oder Chaos
Die Lösung ist radikal, aber einfach: Das niederländische Modell übernehmen. Eine Saison lang: Jede Berührung des Arms, die ein Tor oder eine klare Chance verhindert, gibt Freistoß oder Elfmeter – egal ob Absicht oder nicht. Die Spieler werden sich anpassen. Nach zehn Spieltagen wissen sie, die Arme unten zu lassen. Lehnt die Premier League das ab, wird die Farce weitergehen – bis eine Meisterschaft durch einen Phantom-Handball entschieden wird. Dieser Moment kommt. Und dann wundert sich niemand.
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