Punkteabzüge treffen die Fans, nicht die Besitzer. Das ist das größte Versagen der Premier League.

Nottingham Forest ist der jüngste Klub, dem wegen Verstößen gegen die Profitability and Sustainability Rules (PSR) Punkte abgezogen wurden. Aber fragen Sie sich: Wer leidet darunter? Die Fans. Die Spieler, die für diese Punkte gekämpft haben. Nicht die Besitzer, die mit den Finanzen des Klubs gezockt haben. Das aktuelle System soll den Status quo schützen, nicht die bestrafen, die die Entscheidungen treffen.

Eine kurze Geschichte der Finanzstrafen: Klubs bestraft, Besitzer ungeschoren

Die Premier League hat schon früher Punkteabzüge verhängt. 2004 wurden Leeds United zehn Punkte abgezogen, weil sie in Insolvenz gingen. In jüngerer Zeit traf es Derby County, Reading und nun Forest. Die Geschichte ist immer dieselbe: Der Klub leidet, die Punkte sind weg, und die Besitzer gehen entweder straffrei aus oder restrukturieren unter neuem Namen.

Die grundlegende Logik der PSR ist fehlerhaft. Sie zielt auf das Symptom – den finanziellen Verlust des Klubs – ab, nicht auf die Ursache: leichtsinnige Besitzer. Indem die Liga den Klub bestraft, sagt sie den Besitzern im Grunde: Ihr könnt Risiken eingehen, solange der Klub die Konsequenzen trägt, nicht ihr. Das ist keine Rechenschaftspflicht, sondern ein perverser Anreiz.

Warum das aktuelle Modell scheitert: Drei Gründe, warum Punkteabzüge eine Ausflucht sind

  • Besitzer entgehen der Haftung: Wenn ein Klub gegen die PSR verstößt, kann der Besitzer die Schulden einfach durch Insolvenz abschreiben oder den Klub verkaufen. Der Punkteabzug ist ein Klaps aufs Handgelenk für ein Vergehen, das den Klub durch Abstieg zig Millionen verlieren kann. Besitzer sollten persönlich bestraft werden oder gezwungen sein, Eigenkapital nachzuschießen – statt dem Klub Punkte abzuziehen, den sie bereits geschädigt haben.
  • Fanbestrafung ist keine Abschreckung: Fans haben kein Mitspracherecht bei finanziellen Missmanagement, doch sie sind diejenigen, die verlieren, wenn ihrem Team Punkte abgezogen werden. Die Androhung von Abstieg durch Punktabzug schreckt einen Besitzer nicht ab, der ohnehin aussteigen will. Stattdessen entsteht ein feindseliges Verhältnis zwischen Fans und Liga, nicht zwischen Fans und Besitzer.
  • Die Regeln schützen die großen Klubs: Manchester City und Chelsea haben Milliarden ausgegeben, aber ihre Einnahmen sind so riesig, dass die PSR nur bei kleineren Klubs zuschlägt. Citys Sponsoring-Deals mit Abu-Dhabi-Entitäten werden hinterfragt, aber einen Punkteabzug für die Elite gab es noch nicht. Das System scheint die Habenichtse zu bestrafen, während die Reichen keiner ernsthaften Prüfung unterzogen werden.

Gegenargument: Klubs müssen verantwortlich sein, nicht nur Besitzer

Kritiker argumentieren, dass der Klub eine juristische Person ist und für seine Verstöße haftbar gemacht werden muss. Wenn der Besitzer eine Einzelperson ist, hat er vielleicht nicht das nötige Privatvermögen, um eine Geldstrafe zu zahlen. Zudem könnte eine direkte Bestrafung des Besitzers Investitionen abschrecken. Aber das ist ein Strohmann. Die Premier League könnte von Besitzern eine persönliche Garantie für FFP-Verstöße verlangen oder eine Abgabe auf Dividenden und Vermögensverlagerung erheben. Das aktuelle System erlaubt es Besitzern, nach einem Punkteabzug unbeschadet zu verschwinden und den Klub im selben Finanzchaos zurückzulassen. Das ist keine verantwortungsvolle Regulierung, sondern Regulierungstheater.

Fazit: Eine konkrete Vorhersage für die Zukunft der Eigentümerregulierung

Bis 2026 werden Punkteabzüge durch ein Hybridmodell ersetzt: Klubs werden je nach Schwere des Verstoßes mit Geldstrafen belegt, und es gibt eine persönliche Haftung für die Geschäftsführer, die die Ausgaben zu verantworten haben. Wenn ein Klub aufgrund von finanziellen Missmanagement absteigt, werden die Besitzer für fünf Jahre von der Beteiligung am englischen Fußball ausgeschlossen. Das würde Besitzer zwingen, die Konsequenzen ihres Glücksspiels zu bedenken, und die Fans schützen, die das Lebensblut des Spiels sind. Die Alternative ist, weiter die Unschuldigen zu bestrafen und die Schuldigen ziehen zu lassen. Das ist keine Gerechtigkeit, sondern eine Farce.

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