Der beste Verteidiger, über den niemand spricht
Maxence Lacroix ist in dieser Saison Wolves' konstantester Spieler, doch wenn Experten die besten Verteidiger der Liga analysieren, taucht sein Name selten auf. Das ist ein Skandal. Der Franzose hat sich leise zu einem kompletten Innenverteidiger entwickelt, der Spitzentempo mit progressiven Pässen verbindet, die Gary O'Neils Umschaltspiel befeuern.
Vom Bundesliga-Nachgedanken zum Premier-League-Rückhalt
Als Wolves Lacroix im August 2024 für moderate 20 Millionen Pfund aus Wolfsburg holte, wurden die Augenbrauen hochgezogen. In Deutschland galt er als roh und anfällig für Konzentrationsschwächen. Schneller Vorlauf in den Mai 2025: Kein Wolves-Verteidiger hat mehr offensive Pässe pro 90 Minuten gespielt oder eine höhere Quote an gewonnenen Luftzweikämpfen. Seine 63,4 progressiven Pässe pro 90 Minuten reichen für Platz sechs unter den Premier-League-Innenverteidigern – vor John Stones und Virgil van Dijk.
Seine Schnelligkeit kompensiert eine hohe Abwehrkette, die sonst selbstmörderisch wäre. Gegen Liverpool im März stoppte Lacroix drei Konter im Alleingang, inklusive eines Sprints, um Mohamed Salah einen freien Lauf aufs Tor zu verwehren. Diese Leistung bescherte ihm Standing Ovations im Molineux, doch die nationale Berichterstattung fokussierte sich auf Salahs Frust – nicht auf Lacroix' Eingreifen.
Der taktische Klebstoff in O'Neils System
Wolves spielt einen riskanten Fußball: aggressives Pressing von vorn, hohe Abwehrkette und Außenverteidiger, die nach vorne stoßen. Ohne Lacroix würde dieses System zusammenbrechen. Er ist der Libero, der Rayan Aït-Nouri die Freiheit gibt, und der Ballverteiler, der den Druck im Mittelfeld umgeht.
- Er führt Wolves in abgefangenen Bällen (47) und geblockten Schüssen (28) an.
- Seine Passquote unter Druck beträgt 89,1%, der drittbeste Wert im Kader.
- Er hat 14 letzte-Mann-Tacklings angebracht, mehr als jeder Mitspieler.
Diese Zahlen mögen wie funktionale Statistiken wirken, aber sie untermauern die gesamte Defensivstruktur. Fehlt Lacroix – er startete in 32 von 37 Ligaspielen – steigen die erwarteten Gegentore von Wolves um 0,9 pro 90 Minuten. Das ist kein Zufall.
Warum er übersehen wird
Kritiker argumentieren, Lacroix profitiere von einem Mittelfeld-Team, in dem defensive Fehler weniger beachtet werden. Sie sagen, sein Passspiel sei sicher, seine Positionierung basiere auf Schnelligkeit. Doch ein tieferer Blick zeigt ein anderes Bild. Seine 1,8 Torschussvorlagen pro Spiel sind der beste Wert unter Wolves' Innenverteidigern, und sein kreativer Beitrag ist mit dem eines Sechsers vergleichbar.
Zudem sind seine Rettungsaktionen kein Sicherheitsnetz für schlechte Stellung, sondern bewusste Taktik. O'Neil weist Lacroix an, aggressiv auszusteigen, um den Ball früh zu erobern, im Vertrauen auf seine Schnelligkeit, falls er überspielt wird. Nur wenige Innenverteidiger beherrschen diese Balance aus Risiko und Verlässlichkeit.
Fazit: Ein künftiger Top-Innenverteidiger
Lacroix wird nicht lange unter dem Radar bleiben. Falls Wolves ihn diesen Sommer verkauft – bei einer Ausstiegsklausel von 45 Millionen Pfund ist das wahrscheinlich –, wird er zu einem Top-Sechs-Klub wechseln und deren Defensive sofort verbessern. Erwartet ihn innerhalb von zwei Jahren regelmäßig in der Ligue 1 oder im Premier-League-Team der Saison. Die einzige Überraschung ist, dass es so lange gedauert hat, bis der englische Fußball ihn bemerkt hat.
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